Sonntag, 27. Oktober 2013

UnterwasserDerWoche #12: Vortest der Rollei S-50 und Petition zum Schutz von Malpelo!

Ich bin zurück aus Malpelo und Guadalupe und habe zwei wahre Abenteuer mit vielen Erlebnissen und phantastischen Begegnungen hinter mir! Die Berichte folgen so schnell ich kann =)
Leider gab es in Malpelo einen Zwischenfall mit einem toten Silky Shark an einer Longline. In Malpelo hat man die Chance tatsächlich noch präventiv eingreifen zu können, da hier fast das gesamte Portfolio der Unterwasserwelt in großer Anzahl zu bestaunen ist. Michael Christ von Tauchertraum und Otmar Hanser, Inhaber der Yemaya II, wollen auf dem nächsten jährlichen Treffen bzgl. Malpelo massiv auf den permanenten Schutz des Archipels drängen! Seit Mittwoch Nachmittag haben sich bereits 500 Unterzeichner gefunden und wir haben unser ursprüngliches Ziel übertroffen. Jetzt versuchen wir gar 1000 Zeichner gewinnen zu können! Bitte helft uns! Jede Stimme erhöht den Druck!

Hier findet ihr den Link zum Unterzeichnen der Petition:
https://www.change.org/de/Petitionen/help-us-to-stop-shark-finning-and-illegal-fishing-in-isla-malpelo

Berichte über die Petition:
Bericht auf Unterwasser.de
Bericht auf Taucher.net

Produkt der Woche: Rollei S-50 Actioncam
Rollei hat eine neue Actioncam auf den Markt gebracht. Die S-50. Sie ist der Nachfolger der 5S Dive-Edition von der es ja bereits einige Videos von mir auf Youtube gibt. Nun konnte ich den Nachfolger einem ersten kleinen Schnelltest unterziehen bevor ich Sie am Donnerstag mit nach Ägypten nehmen und dann ausgiebiger testen und besseres Filmmaterial präsentieren kann.


Die ersten Eindrücke:
Der große Nachteil des Vorgängers wurde beseitigt. Die Kamera kann nun auch unter Wasser ein- und ausgeschaltet werden. Jedoch können unter Wasser keine Einstellungen verändert werden. Dies muss weiterhin über Wasser geschehen. Die Rollei kommt weiterhin mit allem Nötigen im Gepäck daher, während man z.B. bei der GoPro den Rest teuer dazukaufen muss. Selbst ein zweiter Akku ist dabei. Die versprochene Akkulaufzeit von 65 Minuten mit Wifi und Display dürfte sie halten können. Ich bin nach 50 Minuten aus dem Wasser und hatte noch 1 Balken übrig.  Eine SD-Karte wie beim Vorgänger gibt es nicht mehr, dafür aber die Vollversion von Video Studio X6 von Corel, damit kann es auch nach den Aufnahmen professionell weitergehen. 

Der erste Tauchgang:
Ich habe die S-50 mit zum (für mich) letzten Tauchganges des Jahres in einem deutschen See genommen. Leider war das Wetter stark bewölkt, erschwerte Bedingungen für die Kamera also. Sehr optimistisch habe ich auch die Trockenpads weggelassen. Auch hier ist sie gegenüber dem Vorgänger stark verbessert, nach der Hälfte des Tauchgangs fing Sie dennoch an zu beschlagen, wenngleich die Bilder dennoch am Ende verwertbar waren. Bei hohen Temperaturunterschieden sollten die Pads also nicht fehlen!
Nun zum Tauchgang: Sehr beeindruckt bin ich von der Schärfe der Kamera. Den Vergleich zum Wettbewerb müssen zwar die Experten anstellen. Ich war aber sehr positiv überrascht und mit der Schärfe und insbesondere dem Rauschen bei widrigen Bedingungen sehr zufrieden! Ich habe das Video komplett unbearbeitet gelassen, daher haben einige Szenen auch einen stärkeren Grünstich. 

Ich freue mich auf die Tauchgänge mit ihr in Ägypten und zeige euch so schnell wie möglich wie Sie sich dort geschlagen hat =) Hier jetzt erst einmal der Tauchgang von gestern.




Petition der Woche:
Und auch neben der von mir mit initiierten Petition gibt es weitere Petitionen um Verbrechen an der Unterwasserwelt zu bekämpfen. Ich hoffe ihr habt die Zeit um auch diese zu unterzeichnen und zu unterstützen =)

SAVE HAWAII SHARKS FROM NEEDLESS KILLING

Kampf gegen Delfinschlachten in Peru 

News der Woche #1:
Die EU stoppt weitere Subventionen gegen Fischcharter! Sehr gut und weiter so!

http://www.nytimes.com/2013/10/24/business/international/european-parliament-rejects-new-subsidies-for-fishing-fleets.html?smid=fb-share&_r=2&

Freitag, 27. September 2013

UnterwasserDerWoche #11: Neuer Sharkproject-Kalender ist da

Der vorerst letzte UnterwasserDerWoche-Eintrag. Den jetzt geht's erstmal nach Malpelo und anschließend nach Guadalupe ein bisschen Futter für die weiteren Reiseberichte sammeln =)

Produkt der Woche:
Letzte Woche ein Produkt von Sharkproject, diese Woche schon wieder! Warum auch nicht? Für den Kampf an der guten Sache gibt es nicht genug Werbung =) Hier mein kleiner Beitrag: 
Hai-Kalender 2014



Petition der Woche:
Vielfach ist das Bild des toten Hais auf dem Büffet eines Iberostar-Hotels bereits durch das Netz kursiert. Das Bild ist zwar aus 2011 und es gibt auch eine offizielle Stellungnahme die dieses Vorfall sehr bedauert und weitere ausschließt. Dennoch gibt es von August 2013 bei Sharkproject auf Facebook ein Foto dass leider bestätigt, dass dort immer noch Hai angeboten wird. 
Daher sollten wir dieser Petition verhelfen die 2.000 zu knacken:
Petition gegen Iberostar

Video der Woche #1:
Zwar auch bereits über zwei Jahre alt, aber dennoch aktueller denn je im Kampf zum Schutz der Delfine =) Teilen und oder genießen, alles möglich!










Sonntag, 22. September 2013

UnterwasserDerWoche #10: Neues T-Shirt von Sharkproject

Produkt der Woche:
In Zusammenarbeit mit Sharkproject ist dieses T-Shirt entstanden, dass darauf aufmerksam machen soll welchen Anblick wir unsere Taucherbrille schon mal nicht mehr haben werden =(
Erhältlich ist das Shirt und andere Dinge im Shop von Sharkproject. Eure Hilfe hilft den Haien =)
Shop Sharkproject




News der Woche #1:
Alle Makro-Fans sollten aufhorchen! Denn alle kleinen Lebewesen sind unmittelbar durch das aussterben der Haie bedroht! Das gesamte Ökosystem kippt.

Coral reef decline linked to overfishing of sharks Read more: http://www.digitaljournal.com/article/358689#ixzz2fbIyFfLG

Source: Wikipedia


News der Woche #2:
Passend zur Petition von ganz oben gibt es eine coole Aktion in Neuseeland dazu. Denn immer noch ist es legal dort Haie zu finnen!
Shark campaign hits the wall

Video der Woche #1:
Schönes Video über Haie. Und wer es gleichzeitig liked auf youtube der unterstützt die Jungs bei einem Contest.




Foto der Woche #1:
Mal nicht nur Haie, sondern ein Besucher direkt aus der Hölle =)






Donnerstag, 19. September 2013

#Reisebericht: M/Y Seawolf Felo - Tauchsafari zu den südlichen Highlights

Ziel:                 Ägypten
Safariroute:       Daedalus - Rocky/Zabargad - Fury Shoals - Elphinstone 
Safariboot:        M/Y Seawolf Felo 
Reisezeitraum:   25.07.-01.08.2013

Anreise:
Wir verlassen Deutschland bei hochsommerlichen 35 Grad um in den Glutofen Ägyptens zu entschwinden. Die Oberfläche soll auch nicht das Ziel sein: Unterwasser ist wieder der Fokus!
Kurzfristig haben wir uns dem Vollcharter von meinem Freund Supp Diving Heilbronn angeschlossen, eine letzte Kabine war auf der Seawolf Felo noch frei. Nach 2x Independence II auch mal etwas Abwechslung vom Schiff :)
Für 30kg Tauchgepäck waren am Schalter der SunExpress 80€ für Hin- und Rückflug zu berappen, dies und auch anderes Sportgepäck muss vorab angemeldet werden. 
Die 24h Verspätung der Lufthansa beim letzten Südafrika-Flug hielt das Schicksal dann wohl doch für etwas zu hart: es gab kostenlose Sitze am Notausgang :) Leider waren die Sitze nicht nach hinten klappbar, da hatten Sie wohl aus der hintersten Ecke noch einen Flieger gewühlt. Und auch der neue Service vermochte mich nicht wie versprochen zu "begeistern"! Jetzt kosten nämlich sogar schon Getränke extra! Aber insgesamt lief alles reibungslos. Auf dem Flug haben wir sogar noch den 10 Minuten früher gestarteten Parallelflug der SunExpress überholt, in welchem der Rest der Tauchgruppe saß, und so waren wir die Ersten am Zielort.
Auf geht's zu einer sicherlich spannenden Woche auf hoher See.


Das Tauchsafarischiff:
Die Seawolf Felo gehört mit Ihren fast 40m Länge zur Oberklasse der im Roten Meer verkehrenden Safarischiffe. Für insgesamt 20 Leute ist auf allen Decks ausreichend Platz, so dass man auch hier immer ein sonniges oder schattiges Plätzchen finden konnte. Auch der Salon und Essbereich ist geräumig,selbst bei sibirischer Kälte von 20°C im tiefsten ägyptischen Winter hätten sicher alle ein Plätzchen finden können.  Die Zimmer sind ebenfalls gut, ein Wermutstropfen ist hingegen das Bad, das ist schon sehr klein. Insgesamt ist das Schiff sehr gut in Schuss, wenn auch kleinere Mängel, wie aufgerissene Polster, auffallen. Unschön war die auf unserer Tour mehrfach ausgefallene und am Ende schließlich komplett defekte Nitrox-Anlage. Da fehlte eindeutig die Kühlung. 
Aber vorweg: Die Mängel werden durch eine hervorragende Crew wieder wett gemacht! Stets hilfsbereit, zuvorkommend und freundlich. Technisch versiert halfen Sie bei vielen kleinen Defekten an unserer Ausrüstung stets kompetent aus! 
Ein RIESENLOB! 

Check-Dive: Marsa Shona
Das geniale an einem Vollcharter: Alle sind zur gleichen Uhrzeit da. Und wir flogen alle morgens um 7:00 Uhr. 
13:00 Uhr Marsa Alam. 
15:30 Ablegen vom Hafen. 
16:30 Check-Dive Marsa Shona
An genau diesem Platz hatten wir über Ostern das Dugong. Das wäre ein wahnsinniger Start, aber leider auch zuviel des Guten. Es bleibt bei Kugel- & Igelfisch, Schwärmen von gelben Meerbarben, Kofferfischen, Rotfeuerfischen und Trompetenfische. 
Und Abends geht's bereits Richtung Daedalus. Sobald kein Wind weht ist es selbst auf dem Schiff tendenziell wie in einer finnischen Sauna.

Daedalus
Irgendwie habe ich die Nacht auf dem Schattendeck dann doch rumgebracht und zwischen Wind und Hitze den Kompromiss gefunden. Bereits am Morgen zum Sonnenaufgang bin ich wach. Drei weitere Boote liegen an Daedalus, trotz dass wir bereits Freitag dort sind. 
Hammerhai am Daedalus-Riff
Um 6 geht es ins Wasser. Und wir legen gleich richtig los. Nach 5 Min. passiert 40m unter uns der erste Hammerhai und ich werde wieder zum hibbeligen Kleinkind. Und die Technik will natürlich auch nicht. An der 1. Action-Cam ist die Batterie leer. An der 2. den falschen Knopf gedrückt und an der Fotokamera noch die Einstellungen auf Magic Filter vom Vorabend gehabt. Bis alles in die Reihe gebracht ist bin ich bereits auch auf 40m und uns umkreisen 4 Hammerhaie extrem nah. Auch ein grauer Riffhai mit stattlichem Gewicht gesellt sich dazu. 
Ein atemberaubender Start! Und Tunas, Stachelmakrelen und Barracudas finden wir ebenfalls auf dem Weg zurück zum Riff. 

Clownfisch in Nemo-City am Daedalus-Riff
Einen Zwischentauchgang muss ich aufgrund noch nicht voller Flasche ausfallen lassen. Die Kollegen haben die komplette Schule auf 25m! 
Tauchgang 3 soll uns nochmals die Hammerhaie bringen, bringt aber nur Blau. Aber beim Austauchen gibt es auch genug zu sehen. Und den letzten Tauchgang verbringen wir 80 min. an Nemo City. Ich könnt ewig dort bleiben :)
Wir lassen den Abend entspannt bei Bacardi und Cola ausklingen und Lolles Geburtstag wird ebenfalls tanzend und mit einem Kuchen gefeiert. Spät geht es ins Bett...schwitzend!



Kurz vor 5 geht es auch am Folgetag aus den Federn. Bereis 6 Boote liegen nun am Daedalus-Riff und obwohl wir um 6.10 auf dem Weg zum Tauchplatz sind, sind bereis 3 Zodiacs vor uns da. Wir entgehen zwar dem Rudeltauchen, da die große Gruppe nahe am Riff bleibt und wir hinausschwimmen ins Blauwasser, aber auch das bringt uns nicht all zu viel. 2 entfernte Hammerhaie passieren uns. Wir bleiben auf max. 25m und tauchen wieder ca. 75 Min.
Am Riff gibt es dann viele verschiedene Schwarmfische die alle an uns vorbeiziehen und und von Stachelmakrelen gejagt werden.
Um 9 dürfen wir noch einen Zwischen-TG packen. Kein einziges Zodiac ist mit uns auf dem Weg. Alle anderen sind gerade zurück bzw. frühstücken schon. Bei idealen Lichtbedinungen geht es hinaus ins Blaue. As erstes steht nahe der Oberfläche eine Schule Barrakudas. Aus denen sich ein Großer löst und uns alle extrem nahe inspiziert. Auch für 40m ist es noch ein Stück tiefer wo sich große Tunas, Stachelmakrelen und eine Riesen Bastard-Makrele tummeln. Plötzlich kommen einige der Makrelen und Tunas direkt auf uns zugeschossen aus der Tiefe. Eine jagt durch meine Beine hindurch und streift mich. Brrr... Das Fortpflanzungszentrum bleibt zum Glück verschont =)

Doch größer wird es nicht. Es bleiben in der Ferne noch 1 Hammerhai und 1 grauer Riffhai.
Der nächste reguläre TG ist um 11:00. An der Nordostspitze springen wir ab und tauchen zurück zum Boot. Und natürlich wenn der Computer bei jedem weiterem Tiefenmeter schon Ausschlag bekommt, dann tauchen auf 40m zwei entspannte Hammerhaie auf. Dann halt aus der Ferne. Es folgen die ersten zwei Muränen. 1 großer Stachelrochen ist 30m unter uns leider auch zu weit entfernt. Nur 1 Napoleon passiert uns auf Augenhöhe und lässt sich filmen.
Zum letzten Tauchgang geht es an die Nordost-Spitze. Nochmal Hammerhaie probieren. Auf dem Weg dorthin sind bereis wieder 5-6 Zodiacs vor uns rausgefahren und schmeißen ihre Taucher ab, hauptsächlich aber über Nemo City.  Wir fahren an Tauchern vorbei die ihren TG beendet haben, Sie zeigen uns 15 Hammerhaie an. Doch unter Wasser entscheidet der richtige Augenblick über alles. Wir finden zumindest noch zwei von Ihnen. Und einen grauen Riffhai. Dafür kommen wieder Barracudas und große Stachelmakrelen sehr eng auf Tuchfühlung. Am Ende des TG tauchen wir 20m vor Nemo City auf, knapp verpasst :(
Wieder an Bord geht es bei spiegelglatter See zügig Richtung Rocky/Zabargad. Und beim abendlichen Schoppen verglüht unzählige Sekunden ein Komet in der Erdumlaufbahn. Unfassbar... Am nächtlichen Sternenhimmel gehen im 15-Min-Takt die Sternschnuppen runter. Alle Sternbilder sind wunderschön klar und deutlich zu sehen. 
Platt von 4 Tauchgängen geht es früh ins Bett und wir schlafen nahezu bis 5 Uhr durch. 
Rocky Islands im Süden Ägyptens
Rocky Island / Zabargad:
schwimmender Sternenhimmelstrudelwurm
Halten wir uns nicht länger damit auf. Man kann nicht überall Glück haben. An Rocky Island machen wir zwei Tauchgänge bei ca. 20m Sicht ohne nennenswerte Großfischsichtungen, als Höhepunkt mag ich hier eine frei schwimmende Muräne anführen. Weiter nach Zabargad. 
Zabargad liegt wahrlich traumhaft. Mit einer atemberaubenden Lagune hinter dem Riffgürtel verbreitet es vorzügliches Südseeflair! Und auch der Tauchgang macht Lust auf mehr!
Ein freischwimmender Sternenhimmelstrudelwurm, große und kleine Drachenköpfe, Flötenfische, Clownfische, Juwelierfisch, großer Napoleon. Sehr viel kleine Schwarmfische, 2 große Igelfische, Kofferfische und ein Muränlein. 

Sataya
Blauklingen-Nasendoktorfisch
Es beginnt in Sataya bei Nacht. Das eigentliche Ziel sollen am nächsten Morgen die Delfine in der großen Lagune sein. In Sataya ist bei Nacht eines sicher: Die indischen Rotfeuerfische warten auf euch! Wie dressierte Hunde begleiten Sie euren Lichtkegel und versuchen mit seiner Hilfe zu jagen. Doch Vorsicht! Mitunter schwimmen Sie genau unter euch und ihr packt aus Versehen in ihre Stacheln! Ich schicke Sie immer einen Taucher weiter und kann zwischen Sand und kleinen Felsen insgesamt 4 Krebse, eine Pyjamanacktschnecke, 3 gebänderte Scherengarnelen, viele Maskenkugelfische, einen Blauklingennasendoktorfisch und einen Haufen Flötenfische enttarnen, die aber die Nähe meiden.




Sataya bei Tag - Sind die Delfine diesmal da?

Heute fällt es mir das erste mal schwer aufzustehen, und Bock auf Tiefe habe ich auch nicht. So starten wir vom Boot und gehen nicht mit ans Außenriff von Sataya. Lohnt sich meiner Meinung nach auch nicht. Lieber vom Boot an der Riffkante entlang in Richtung Steinkorallengarten und wieder zurück. Wer da die Augen offen hat, der erlebt ein FEST! 
Wir feiern es ganze 93 Minuten lang mit 3 Muränen, einem großen Napoleon, jeder Menge im Sandkasten spielenden Blaupunktrochen, Büffelkopfpapageienfischen und Nacktschnecken. Zusätzlich füllen das Riff mehre Schwärme gelber Meerbarben und Wimpelfische. Und ulkigstes Highlight ist ein durch die nasse Wüste hüpfender Drachenkopf, putzig =)



Doch dann geht es nach dem Frühstück zum wahren Highlight. Den Delfinen. Und diesmal sind Sie da! Ohne viel Worte, schaut einfach das Video:



Doch das straffe Programm mahnt zum fortfahren. Shaab Claudia und Silengat sind die weiteren Tauchplätze bis zum Abend. 
Shaab Claudia war bereits im Frühjahr und ist auch weiterhin immer ein oder zwei Tauchgänge wert. Die prächtigen Farbenspiele innerhalb der Höhlen und Durchgänge sowie der Reichtum an kleinen Schätzen lässt die Zeit vergehen wie im Flug. Sowohl große Kofferfische, Clownfische in wunderschönen Anemonen, als auch kleine Preußenfische sorgen für Unterhaltung im Riff.




Shaab Sharm:
Auch am Shaab Sharm möchte ich mich nicht lange aufhalten, wenn doch es ein kleines Hailight und eine Premiere beitrug. Ein kleiner Weißspitzenriffdackeln und mein erster selbst gefundener LaNaBüBa in einer großen Fächerkoralle belohnten die Suche. Unser Weg führte uns beginnend auf der nördlichen Ecke des Plateaus gen Westen am Riff entlang.



Habili Marsa Alam und Abu Dabbab 2+3:

Das Habili Marsa Alam ist ein kleiner Felsblock ein paar hundert Meter dem Shaab Marsa Alam vorgelagert und bietet jetzt nicht die größten Überraschungen. Aber man weiß ja nie was kommt, deshalb werde ich mich hüten euch zu empfehlen den Tauchgang auszulassen wenn es an diesen Platz geht ;)

Zumindest der erste Krokodilsfisch sonnt sich unter Palmen im Riff.
Und auch Abu Dabbab punktet zwar mit schönen Steinkorallen aber das reicht dann leider auch nicht für die vorderen Plätze im Ranking.

Sepia beim Nachttauchgang in Abu Dabbab 2+3

Das Ende naht - Elphinstone
Es geht wieder ans Riff der sich scheidenden Geister. Für die einen DAS Highlight schlechthin im Roten Meer, für die anderen ähnlich überbewertet wie die Leistungen von Jürgen Klinsmann als Nationaltrainer Deutschlands. Um welches Riff kann es sich nur handeln? Na klar: Elphinstone! Und beide Meinungen sitzen natürlich an Bord: Meine Mutter des Meeres, Michael Supp von Supp Diving Heilbronn, liebt es! Ich verachte es, da es auch mich bisher verachtet hat. Wiederholte Gesten der Freundschaft und auch regelmäßige Besuche konnten das Riff bisher nicht umstimmen mich zu begeistern. Doch man muss es zweiteilen: Im Bereich von 0-15m ist die Klarheit des Wassers, die Artenvielfalt und der Fischreichtum immens und beeindruckend! Und immer wieder mal passiert ein Riffdackel oder eine Schildkröte das Feld. Nur weiter unten, insbesondere auf dem Schlachtplatz der Taucher, der Nordwestspitze,  blieb mir Glück bisher vergönnt. Und auch diesmal lässt Neptun die Pforten geschlossen. Starke, riffabtriebige Strömung  lässt nur zu, dass man auf dem Riff bis an die Spitze schwimmt und dort ca. 15Min. wartet. Zum Zeitvertreib kann man immer wieder zwei Clownfischen in einer Anemone beim posieren zuschauen während der Rest Ausschau hält, aber es bleibt ruhig. Nur Taucher schlagen immer wieder neben uns ein. So tauchen wir den Rest auf 5m am Riff entlang aus und verzichten auf einen zweiten Tauchgang. 
(--> wie Elphinstone auch sein kann, dass gab es 1 Woche später im The Oasis)



Den zweiten Tauchgang verbringen wir in Marsa Shona Schildkröten suchen. Wir konzentrieren uns aufs Seegras. Es wimmelt von Kuhfischen und Grundeln. Ein scheuer, wunderschön bepunkteter Federschwanzrochen getraut sich nicht so recht ins Scheinwerferlicht. Er sucht immer wieder den Schutz der Staubwolken am Grunde des Seegrases. Und wir hinterher, in der Hoffnung in der Staubwolke befindet sich eine Schildkröte oder sogar das Dugong. Doch meißt sind es nur Kuhfische oder Drücker die den Boden umwälzen.  Nach gut einer Stunde wird die äußerst strukturiert und diszipliniert durchgeführte Suche nach etwas großem belohnt. Eine Schildkröte mampft uns entgegen. Wenige Schnappschüsse später ist Sie jedoch auf dem Weg nach oben um Luft zu holen und entschwindet dann wieder im Staub. Allerdings ist Neptun hier wesentlich milder gestimmt. Kurz vor Schluss finden wir Sie erneut und verbringen diesmal ausgiebig Zeit mit ihr. 



Das war's! Fertig ist eine entspannende und zugleich wunderschöne Tauchsafari durch Daedalus, Rocky, Zabargad, die Fury Shoals und Elphinstone. Wirklich nachhaltig im Gedächtnis bleiben wieder die Hammerhaie am Daedalus-Riff, die Delfine in Sataya und auch die Schildkröte vorn Marsa Shona bekommt ihren festen Platz im Gedächtnis für kühle und dunkle Wintertage.

Sonntag, 15. September 2013

UnterwasserDerWoche #8: Wale Shark am Elphinstone-Reef

Petition der Woche #1:
Viele gute Nachrichten sollten uns darin bestärken, dass eben doch jede einzelne Stimme zählt! Und diese Petition braucht noch etwas Anlaufhilfe =)
Ban Shark Fin Soup in Australia

News der Woche #1:
Stop Shark Finning hat auf Facebook gemeldet, dass es auf öffentlichen Veranstaltungen der Hongkonger Regierung keine Haifischflossensuppe und Blauflossen-Tuna mehr geben wird.
Wieder ein Schritt =)

News der Woche #2:
Passend zur Petition von ganz oben gibt es eine coole Aktion in Neuseeland dazu. Denn immer noch ist es legal dort Haie zu finnen!
Shark campaign hits the wall

Video der Woche #1:
Diese Woche gab es an Elphinstone wieder eine dieser Begegnungen die wie ein 6er im Lotto sind:
Ein Walhai am Elphinstone-Reef =)


Foto der Woche #1:
Anbei ein Foto meiner Woche mit der Seawolf Felo



Sonntag, 8. September 2013

UnterwasserDerWoche #7: Manatees im Video

News der Woche #1:
Immer mehr Airlines scheuen das Image-Risiko Haifischflossen zu transportieren =)
Shark fin imports to Hong Kong tumble after airlines refuse to carry them

News der Woche #2:
Jetzt gibt es fast schon wöchentlich einen Artikel über das sinkende Interesse an Haifischflossensuppe. Hoffentlich hält es an!
Shark fin soup off the menu: China’s crackdown on extravagant banquets gives sharks a second chance

Video der Woche #1:
Mein Freund Michael Supp war in Florida bei den Manatees. Wahnsinnige Bilder! Vor allem wenn man Sie in der Original 4K-Quali gesehen hat =) Für alle anderen:


Foto der Woche #1:

Und ein weiteres Foto meines Aufenthalts im The Oasis, Dive Ressort Marsa Alam.



Samstag, 31. August 2013

#Reisebericht: The Oasis, Marsa Alam - Unterwegs im nassen Wüstenparadies

Ziel:                   Ägypten
Tauchhotel:        The Oasis - Marsa Alam 
Tauchbasis:        Werner Lau 
Reisezeitraum:    01.08.-08.08.2013

Ägypten, der Topspot vor der Haustüre Europas mit Sichtweiten bis zu 40m, einer überwältigenden Artenvielfalt für Weitwinkel und Makrofans und zugleich auch gut entwickelter Infrastruktur.
Jedoch muss man bereits seit längerem die ruhigeren Idyllen mit etwas mehr Aufwand suchen. Die Sinai-Halbinsel, Sharm El Sheikh, Hurghada, ja mit unter auch die Riffe rund um Marsa Alam sind durch die Horden durchziehender Taucher und Schnorchler deutlich gekennzeichnet. 

Poolblick The Oasis, Marsa Alam
Zwei Revolutionen später und inmittem der aktuellen neuen Unruhen haben die Riffe wieder etwas Zeit sich zu erholen, es ist nicht mehr ganz so überlaufen. Wem das immer noch zuviel ist und wer nach einer Oase der Ruhe ohne Animation und Kinder sucht, sich gänzlich aufs Tauchen konzentrieren möchte, dem sei das folgende Hotel wärmstens ans Herz gelegt:
The Oasis - Dive Center, gemeinsam betrieben von Werner Lau und Sinai Divers. Es liegt ca. 20 Min südlich vom Flughafen Marsa Alam, direkt vor der Haustüre von Elphinstone. Vom Pool aus kann man die vor dem Hochseeriff liegenden Safariboote kommen und gehen sehen.
Das Oasis wurde 2005/2006 fertig gestellt und 2007 in einem gemeinschaftlichen Projekt von Werner Lau und Sinai Divers übernommen. 

Seit Anfang 2009 leiten Roland und Ilona die Tauchbasis, die 50 Doppelzimmer umfassende Anlage befindet sich ebenfalls unter deutscher Leitung.

The Oasis bei Nacht
Das Hotel:

Terrasse des Chalet Nr. 18 im The Oasis, Marsa Alam
Wer sich für das Oasis entscheidet, will tauchen. Und Ruhe. Das wird bereits bei der Zufahrt zum Hotel klar. Es geht keine aufwändig bewässerte und bepflanzte Allee hinauf zum pompösen Empfang. Kurz und bündig weist uns Ashraf in die Begebenheiten des Hotels ein und ab geht's aufs Zimmer. Und sofort in den Pool! Es ist noch Nebensaison für das Oasis. Denn trotz fehlender Kinder meiden die Kinderlosen wohl trotzdem die Ferien. Und womöglich auch die Hitze. 40 Grad und brennende Sonne, nahezu ohne kühlenden Wind, reduzieren die erträglichen Orte außerhalb des klimatisierten Zimmers auf einen: Den Pool! Und trotz einer Woche vorgrillens auf der M/Y Seawolf Felo beginnt die Haut sich schnell zu röten. Den Vorteil einer nahezu leeren Hotelanlage bezahlt man eben mit sengender Hitze. Die Hochsaison beginnt ab September. Mit abnehmender Hitze ist dann das Oasis nahezu ausgebucht, Revolution hin oder her.


Standard-Chalet im The Oasis, Marsa Alam
Die Zimmer passen sich dem schlichten Stil der Hotelanlage an. Einfach, aber mit allem Nötigen bestückt und großzügigem Bad. Klimaanlage, großer Balkon, Ventilator, Kühlschrank (schön wäre allerdings ein leiser), alles da. Es fehlt wenn überhaupt an banalen Kleinigkeiten, wie z.B. einer Ablage fürs Shampoo in der Dusche oder einem Abflussstopfen für das Waschbecken. Wer noch etwas geräumigere und schöner eingerichtete Zimmer mit Meerblick und stärkerer Klimaanlage möchte, der greift zu den Deluxe-Zimmern. Zimmer 23 hat sogar eine Badewanne mit Blick aufs Meer. 







Die Tauchbasis:
Die Tauchbasis sei schnell abgehandelt. Es befindet sich eine gemütliche "Deko-Bar" vor der Basis an der Roland und die Anderen eigentlich immer zugegen sind und ein offenes Ohr für "das Bier danach" haben. Wer auf das familiäre und gegenseitige Austauschen viel Wert legt und nicht gleich wieder auf seinem Zimmer verschwindet, der ist hier bestens aufgehoben =)
Man bekommt seine Box zugewiesen, Nitrox läuft tadellos, am Tauchplatz waren stets die Flaschen und Ausrüstung bereits vorher da und am Hausriff bekommt man ebenfalls die Flaschen zum gewünschten Zeitpunkt heruntergebracht. Ihr müsst also schon ein paar Euros Trinkgeld für die Crew einkalkulieren, denn Sie geben euch wenig Anlass zum Punktabzug ;) 
Und die Vögel zwitschern vom Dach: Bald wird es Strand-Buggys geben mit denen man euch direkt zum Steg des Hausriffs bringen wird! Gerade mit schwerem Equipment schlaucht der Weg schon etwas, aber ist ja auch kein Wellnessurlaub! 

"Deko-Bar" in der Tauchbasis
Tauchbasis im The Oasis, Marsa Alam
Auf geht's Unterwasser:
Am nächsten Tag legen wir los mit dem Tauchen. Es geht am Morgen nach Marsa Murena. Am Nachmittag folgen Hausriff und ein Nachttauchgang am Hausriff.
Marsa Murena startet sanft in die Woche. Wenige Meter über den Strand in die Lagune und abblubbern. Links rum. Da ist Riff. Geradeaus wäre Seegras, wer das lieber mag.
Die Highlights bleiben zunächst rar gesäht. Wir trödeln aber auch nur der frisch ausgebildeten oder in der Ausbildung befindenden Diveguidin (schreibt man das so?) hinterher. Die scheint aber eher mit den Gedanken wo anders zu sein, nicht beim Tauchgang. 
Panther-Butt in Marsa Murena
Tja, auch tauchen ist harte Arbeit. 
Und so öffnen wir halt selbst die Augen ;) 
Und das Riff öffnet sich. Es gibt mehrere Punkte an denen Flötenfische ein Konzert geben, eigentlich müsste die Lagune auch eher Marsa Blaupunktrochen heißen, hinter jeder Ecke flitzt einer umher. Beim genauen hinschauen wuselt ein Panther-Butt (Flunder) über den Boden. Kurz vor Schluss, am Ausgang im Flachwasser überraschen uns viele Grundeln mit Knallkrebsen am Boden und kleine Tintenfische an der Wasseroberfläche. Und ein kleines Kofferfischchen summt um uns herum. 



Foto unbearbeitet mit Lumix LX7 und AutoMagic-Filter
Was bietet das Hausriff am Nachmittag?

Oktopus am Hausriff - Oasis, Marsa Alam
Einen großen Oktopus! Aber etwas schüchtern. Proportional zum verringern der Entfernung zu ihm verringert er ebenfalls den sichtbaren Teil seines Körpers. Aber ich bekomme ihn trotzdem vor die Linse. Ha! Und ein graues Muränlein findet sich =) fein... 
Auch ein Kofferfischchen zeigt sich wieder, es sei aber zu vermuten dass es nicht den weiten Weg von Marsa Murena zu uns gefolgt ist, womöglich ist es ein enger Verwandter.
Im weiteren Verlauf gibt es für die Blinden einen nicht zu übersehenden Igelfisch (2 wohnen am Steg) und für die wachsameren viele Seenadeln& Drachenköpfe. 


graue Muräne am Hausriff - Oasis, Marsa Alam
Insgesamt überzeugt das Hausriff durch seinen guten Fischreichtum. Wir waren insgesamt zu zehnt im Oasis. Und natürlich ist jeder auch mal für sich im Buddy-Team losgezogen zu unterschiedlichen Zeiten. Und es gab an jedem Tauchgang etwas besonders zu finden. Sei es mal ein Adlerrochen 
Die beste Zeit ist sicherlich so zwischen 8-12 Uhr. Da steht die Sonne ins Riff. Später ist Sie rüber hinaus und es wird dunkler im Riff und auch die Sicht nimmt ab, bis es irgendwann ganz dunkel ist.




Einsiedlerkrebs mit Anemone
Apropos ganz dunkel, da war ja noch der Nachttauchgang:
Auch im Dunklen ist das Riff ein super Spot für Fans des Nachttauchens. Es gab mehrere unseres Aufenthalts, so verteile ich die Ereignisse auf die jeweiligen Tauchgänge.
Nr. 1 beeindruckte durch eine Sepia, einen Einsiedlerkrebs mit Anemomen, Hartkorallen übersäht mit Krebsen, schwimmenden Würmern und selbstverständlich waren auch die Drachenköpfe wieder unterwegs.  


Oktopus am Hausriff
Sepia beim Nachttauchgang

Tagesausflug mit der Aqua Blue 1:
Heute geht es zu einer Tagesausfahrt mit der Aqua Blue 1 (eine 1 beruhigt immer schon auch psychologisch) ab Port Marsa Alam. Der Hafen hat den Namen weniger verdient und er fungiert auch nur als Startplatz für Tagesboote oder Low-Budget-Safaris. Unser Boot ist für einen Tagesausflug allerdings sehr gut. Die Tour wird auch von 2 Guides (Michael & Ira) vom Oasis begleitet. Bei 3 Flaschen pro Person gibt es bei der Aufteilung etwas Chaos, das ist manch deutschem geordneten Auge etwas zuviel, für Ägypten aber alles perfekt. Keinen Gast und kein Material vergessen, alles gut. Die Bootscrew ist stets hilfsbereit, es gibt Getränke und gutes Mittagessen vom Buffet für je 3€. Die Briefings sind verständlich und nicht zu lang und nicht zu kurz. Sauerstoff ist auch an Bord. Bei den Tauchgängen haben wir freie Hand. Unser Guide Ira kommt nur spaßeshalber mit. Zwischen 70-80 Minuten geht jeder TG. Wir starten am Habili Marsa Alam mit 'nem sehr zutraulichen Fledermausfisch, und entferntem Napoleon und zum Schluss einer freischwimmenden und einer Muräne im Loch.
Dann geht es weiter zum Shaab Marsa Alam und per Zodiac ans Außenriff. Aber an der Kante zum Drop Off findet sich nichts nennenswert Größeres, landschaftlich sind die Steinkorallen allerdings wunderschön gewachsen. Es lässt sich dann doch eine Schnecke, eine Mördermuschel und erneut eine Muräne finden. Ohnehin schwer die Tauchgänge richtig einzuordnen. Wir haben eine absolute Top-Woche mit Daedalus, Rocky, Zabargad, Fury Shoals und Elphinstone hinter uns. Da kann man die gleichen Sichtweiten und Sehenswürdigkeiten einfach nicht erwarten. Und doch findet sich für jeden der die Riffe mit aufmerksamen Auge durchkreuzt ein kleines Highlight. 

Am letzten Tauchgang geht es ans Wrack der Heaven One und eine freischwimmende Muräne liegt bereits direkt unter dem Boot. Einige Anemonen mit Clownfischbabys folgen. Und natürlich wieder eine Muräne, sowie eine große Grundel mit Knallkrebs. Am Wrack gibt es zwei Toiletten für den ein oder anderen Schnappschuss. Die Sichtweite hat nun auf ca. 15m abgenommen.
Um 5 sind wir zurück an der Basis und lassen den Tag im Pool ausklingen. Morgen geht es früh hinaus nach Elphinstone. 


Wrack der Heaven One - Mit Lumix LX7 und AutoMagic-Filter




Elphinstone - Wann zeigst du deine wahre Pracht?
Bereits zum Abschluss der vorangegangenen Tauchsafari stand Elphinstone auf dem Plan. Mit dem für mich üblichen Ausgang: Die bereits reduzierten Erwartungen wurden nicht erfüllt. Ein Highlight-Riff muss mehr bieten. Aber wir werden nicht müde es immer wieder zu versuchen. Roland , der Tauchbasenleiter, verspricht uns für Sonntag einen Safariboot-armen Early Morning-Trip zum Riff der sich scheidenden Geister. 05:45 ist Treffpunkt, allein die Uhrzeit ist schon kein gutes Omen ;). Gestartet wird 5 min entfernt in der Basis der Eco-Divers mit 2 großen Zodiacs. Doch vor dem Start legt uns Neptun weitere Steinchen in den Weg: Ein defekter O-Ring und eine nicht ganz volle Flasche lassen die Halsschlagadern anschwillen und die Laune abschwillen. Der O-Ring wird mit wenigen Handgriffen an der benachbarten Basis getauscht und für die Flasche ist ebenfalls Ersatz eingeplant. Zeugt von gutem Basenmanagement wenn die üblichen Fehler bekannt und vorsorglich abgefangen werden. Dann geht's los. Ohne weitere Steine liegt spiegelglatte See vor uns. Gerade mal 10 Min. dauert die Fahrt hinaus. Da muss man auf einer Safari länger warten wenn man in Gruppe zwei ist :) Bereits vom Hotel war ersichtlich, dass lediglich ein Safariboot vor Ort lag, glücklicherweise auch noch mit Anfängern. So waren wir tatsächlich mal die Ersten auf dem Plateau der Nordwestspitze. 

Nahezu strömungslos gleiten wir hinab auf das Plateau. Und der erste Hammerhai gleitet direkt über das Plateau an uns vorbei. Es folgt ein ausgewachsener Napoleon, weiter in der Tiefe tümmelt sich ein Schwarm Barrakudas, bleibt aber für uns unerreichbar. Wozu auch? Binnen 15 Min. gleiten jeweils alleine 2 weitere Hammerhaie, 2 graue Riffhaie und ein Schwarzspitzenhochseehai an uns vorbei. Mehrere Tunas und Bastardmakrelen die einen ausgewachsenes Dugong mit einem Happen verschlingen würden gar nicht erst unter den Highlights aufgelistet. Naja, vielleicht auch zwei Happen ;)
Auf 3 Meter kommt dann Farbe ins Spiel. Sämtliche Bewohner der ägyptischen Riffe präsentieren sich uns. Nur entweder etwas größer oder in größerer Anzahl und bei besserer Sicht als im Vergleich zu den Rifftauchgängen in Küstennähe.
Nach 1h OF-Pause soll es wieder die Nordspitze sein. Wieder kommt der Napoleon sehr nah und bleibt kurz auf ein Päuschen bei uns während ebenfalls nahe ein Hammerhai passiert. Auf 60m bleibt ein großer Grauer in sicherer Entfernung. Wartend, den Blick gen Nordosten gerichtet, schleicht sich ein weiterer Vertreter aus der Werkzeugabteilung von hinten an und schwimmt direkt auf dem Riffdach an uns vorbei. Umdrehen möchte er nicht. Ich befürchte mit ein paar Flossenschlägen zuviel habe ich ihn vertrieben :(
Es geht wieder zum austauchen aufs Riffdach. Wenige Meter neben uns formiert sich kurz ein Baitball aus Füssilieren, ehe sich alles wieder beruhigt und jeder seines Weges geht. Ein Schwarm Meerbarben, locker mehrere Hundert Stück groß, steht im Riff. Darüber spielen ca. 50 schwarze Doris in den Wellen auf dem Riffdach. Plötzlich das Fiepen von Delfinen. Na klar, man hört Sie aber zeigen tun Sie sich ja eh nie. NICHT HEUTE! Wenige Meter neben uns tauchen Sie im Blauen ab und passieren uns, nur bleiben wollten Sie leider nicht. Zurück am Riff dümpeln ein Haufen Hornhechte unter den Wellen und Papageienfische mit nem lockeren Meter Länge wuseln hektisch im Riff umher. Dann ist es auch schon vorbei. Elphinstone hat heute seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Wenn man nicht der bereits 100. Taucher ist der zum Early Morning übers Riff juckelt - Das rockt! 



 Um 11:00 sind wir zurück im Oasis. Zwei Mitglieder der Gruppe mussten am morgen kurzfristig den Elphinstone-Trip absagen und Basenleiter Roland reagierte sehr kulant: "Niemand muss ausgelassene Tauchgänge bezahlen". Das habe ich an anderer Stelle auch bereits anders erlebt und schließlich kostet ihn der Ausflug nach Elphinstone auch etwas. Vorbildliche Einstellung!!! Und auch die ständigen kurzfristigen Planwechsel unserer Gruppe nahm er stets augenzwinkernd entgegen.
Nachmittags mal Schnorcheln am Hausriff von halb vier bis halb fünf. Es liegt direkt neben dem Einstiegssteg eine Muräne die beim zurückschnorcheln von einem Rotfeuerfisch aufgescheucht wird und durch das halbe Riff schwimmt. Dann gibt es noch zwei Igelfische, eine Herde Hornhechte die im Blauen passieren. 2 große Schwärme Füssiliere und schwarze Doris schwimmen am Riff. Ein großer Barrakuda und 2 Schildkröten runden das Bild ab.

Der nächste Nachttauchgang:

Nachttauchgang die 2., und ein wahrer Highlighttauchgang liegt im Riff. Nachttauchgänge sind speziell. Man braucht eine gute Lampe, viel Erfahrung wo gute Plätze für das gesuchte Objekt sind und Zeit. 45 Min. haben bei uns meißt nicht gereicht, stellt am Hausriff aber auch keinerlei Problem dar. Der Tauchgang überwältigt mit Erstbegegnungen. Es scheint Tag der Ringelschlangenaale zu sein. 2x S/W, ein Leopardenschlangenaal, ein Vielbartschlangenfisch und zwei weitere Aale tummeln gut versteckt im Riff.



Einen Bärenkrebs und eine Mini-Mini-Flunder hatte ich vorher ebenfalls noch nicht gesehen. Doch auch die bekannten Bewohner des Riffs glänzten mit Attraktivität. Der Igelfisch hatte sich vom Nachmittag noch nicht weiter bewegt, ebensowenig die Drachenköpfe. Die Pyjama-Nacktschnecke hat es sicher versucht. Ist aber nicht weit gekommen. Und 5 Strahlenrotfeuerfische surren auch umher. Selbst 2 Blaupunktrochen scheuen das Licht nicht und wollen beim nächtlichen Tete-à-Tete mit von der Partie sein! Famoser Tauchgang!





























Großer Seegras-Umwühl-Tag

Genug Riffe gesehen! Heute ist Seegras-Umwühltag:)
Early Morning Doppeltank-Dive im mit bekanntesten Küstentauchplatz um Marsa Alam: Abu Dabbab! Stammplatz unzähliger Schildkröten und früheres Dugong-Mekka. Doch das Dugong ist zum Nomaden geworden. 8€ Eintritt, fehlendes Dugong und Horden Schnorchlern haben die Taucher weitestgehend weiter ziehen lassen. Wir sind morgens um 7 die Einzigen dort. Wieder gut gemanagt von Roland. Wir sind zu 9., werden aber das Seegras im Buddyteam umpflügen, da uns das Riff wenig interessiert. 



Bereits zu Beginn warten zwei Schildkröten am Eingang der Seegraswiesen auf uns. Doch die Freude währt nur kurz, denn auch das englische Buddyteam, bestückt mit professionellem Fotoequipment, hat sie gesehen. Man sollte solch Equipment nur an Leute verkaufen die auch anständig tarieren können. Wenige Sekunden später liegen die Schildkröten im englischen Nebel und ich hätte Ihnen am liebsten die Luft abgedreht. Wir ziehen schnell weiter und sind fortan allein.
Ein Gitarrenrochen hält zwar Abstand, schwimmt aber nah und langsam genug um prächtig in Szene gesetzt zu werden. Weitere Schildkröten in groß und klein folgen. Die ganze Suche kostet jedoch viel Luft, da eine schwache aber stetige Südströmung herrscht und den Weg auf die Seegraswiesen hinaus erschwert. Auch der Blick ins Detail ist im Seegras jede Sekunde wert. Ein schwarzer Rotmeerpanzerschwanz robbt durch die nasse Wüste. Ein Pyramidenkofferfisch mit Pilotfischchen, ebenfalls ein genüsslicher Anblick. Auf dem Weg zurück passiert uns erneut der Gitarrenrochen und weitere Schildkröten betteln um Aufmerksamkeit.
Das waren 75 Min. Tauchgang Eins. Es folgt eine Stunde später TG 2.


Und eine weitere Steigerung wird vollbracht. Das Makro-Herz wird mit 3 dicht beieinanderliegenden Rotmeerpanzerschwänzen, einem kleinem Einsiedlerkrebs, einem wunderschön und prächtig im Sand liegenden Karnevalstintenfisch (Mimicus Octopus) und einem, aus einem Sandloch japsendem schwarzen Marmorschlangenaal inmitten der Uferbrandung beschenkt. 





An einem kleinen Felsblock hat sich alles Leben in Makro ausgerichtet. Mini Picasso-Drücker, kleine Preußenfische und ein Baby-Rotfeuerfisch sehen alle aus als seien sie zu heiß gewaschen worden.
Während des Tauchgangs sind wir nach 15 Minuten nicht mehr alleine. Ein Blaupunktrochen verfolgt jede Richungsänderung von uns aufmerksam und hält Schritt mit uns. So bekommt auch er weitere Schildkröten und Gitarrenrochen zu sehen :) Ein wahnsinnig schöner Tauchgang!
Und pünktlich mit dem Ansturm der Hotelgäste sind wir um halb elf wieder auf dem Rückzug, nun ist die Bucht den Italienern!




Es geht Mittag essen, im Beduinen-Zelt einen genüsslichen Beduinen-Kaffee (ähnlich Espresso mit Ingwer) trinken und im durch Grundwasser gekühlten Pool auf Tauchgang 3 warten. Es geht ins Seegras nach Marsa Egla.
Wir starten um 3 gen Marsa Egla und sind die einzigen dort. Bereits kurz nach dem Einstieg wird klar warum, die Sichtweite beträgt zu Beginn nicht mal 10m. Mit zunehmender Tiefe wird die Sicht besser aber steigt nicht über 15m. An der Oberfläche bleibt ein Planktonstreifen hängen. Wir starten mit einem 2m großen Barrakua, Wow! Es folgen jede Menge kleine und große Schildkröten, Flötenfische, kleine und große Kalamare und auch mehrere Panther-Butts flitzen über den Boden. 


Unser Highlight wird gesetzt von einem Stachelrochen der zunächst hinter einer grasenden Schildkröte vorbeigezogen ist und sich dann gemütlich über mehrere Minuten hat filmen lassen.
Die Freude hält bis zum auftauchen. Kollege Supp hatte das Dugong über den Haufen geschwommen!!! Diesmal haben wir es nicht live gesehen, aber von einer Legende kann man schon nicht mehr sprechen. Zwei Urlaube und zweimal war das Dugong zugegen.
Warum nur sind unsere Emotionen relativ aufgebaut? 99% aller Taucher wären neidisch auf die Sichtungen unserer 3 Tauchgänge gewesen, alles verpufft im Angesicht des Dugongs... Langsam entschwindet das bedrückende Gefühl bei der Sichtung des Materials am Abend, phantastische Aufnahmen sind gelungen :)


Der Tag nach dem Dugong - Austauchen

Tag 1 nach dem verpassten Dugong. Early Morning am Hausriff. Um 6:43 sind wir im Wasser und ich sehe erstmals Wolken am ägyptischen Himmel.
Es fällt schwer sich heute zum tauchen zu motivieren. Und die ersten 25 min. tritt ein was leider unvermeidlich ist. Der Gewöhnungseffekt. Es tummelt sich einiges im Riffleben, auch eine Schildkröte gleitet in sicherer Entfernung ins Blaue hinab. Doch man verlernt es zu wertschätzen. Dann aber doch das Highlight! Eine Rotmeersternschnecke präsentiert sich in voller Pracht vor uns und die nächsten 15 Min. ist der Aktionsradius auf 10 cm2 beschränkt. Die Begeisterung ist wieder da! Seenadeln zuhauf finden wir im seichten Gewässer, Blutfleckenhusarenfische stehen einer nach dem anderen Spalier um uns Willkommen zu heißen. In den Tauchgängen unserer Gruppe wird zusätzlich noch jeweils kurz ein Adlerrochen im Riff gesichtet.
Neonstern-Prachtschnecke - Oasis, Marsa Alam
Jeder Krimi hat irgendwann seinen Höhepunkt und läuft dann langsam aus. Nicht bei uns! Anschlag bis zum letzten Tauchgang, 90 Minuten Nachttauchen am Hausriff. Entschuldigung, kürzer ging einfach nicht!
In der Erzählung starte ich dennoch sachte. Denn so berauschend ging es gar nicht los. Wir mussten erst einmal dem wild fuchdelnden Anfängertrupp entfliehen und es dauerte einige Zeit bis die Dunkelheit allgegenwärtig war und die Bewohner der Nacht langsam aufgestanden sind.
Ein Zwillings-Strahlenfeuerfischpäärchen kauert unter einem Felsvorsprung und mag so gar nicht den Lichtkegel der Lampen. In den Lagunen haben ihre Verwandten, die Indischen Rotfeuerfische, den Lichtkegel in ihre Jagdstrategie integriert und paddeln wie Hunde neben dir her. Die Strahlenfeuerfische haben das noch nicht so recht geschnallt und halten zum Glück Abstand. Ein kurzer Lichtstrahl huscht über einen großen Papageienfisch hinweg. Mehr aber auch nicht! Würden wir ihn durch den Blitz erschrecken zerstört er seinen Schleimmantel der ihn davor schützt von Jägern "gerochen" zu werden. 























Dann gibt's aber Fotografen-Objekte im Minutentakt. Es beginnt eine Rotmeer-Neonsternschnecke. Bis Sie ordentlich abgelichtet ist muss ich nur einen Blick zu meinem Buddy werfen, Sie hat bereits die nächste Schnecke gefunden. So hangeln wir uns Zentimeter für Zentimeter durch das Riff. Eine Zwillings- und eine Pyjamaprachtschnecke fläzen sich vor uns, eine Augenfleck-warzenschnecke scheint zu überlegen ob sie die nächsten 2h 5cm rechts oder links robben soll. 

Auch Krabben und Krebse der verschiedensten Krebse hat es zuhauf. 

In mehreren Feuerkorallen halten sich kleine Muränen versteckt, aus einem Loch lugen einem sogar zwei Köpfe entgegen. Und auch ihre große Mutter finden wir. 
So müssen wir die letzten 150m am Riff ungeachtet dessen passieren was uns noch so erwartet hätte, sonst verpassen wir das Abendessen komplett =) 










Ein grandioses Ende einer grandiosen Woche! Durch eine stets sehr freundliche und zuvorkommende Basencrew, guter Organisation durch Roland und das Tauchen mit offenen Augen ist es gelungen den Spannungsbogen einer ebenfalls phantastischen Tauchsafari auf der M/Y Felo zu halten. 
Besten Dank an das Team der Tauchbasis und auch des Hotels! Ich komme wieder!