Sonntag, 12. April 2015

#Testbericht: Die GoPro Hero 4 Black im Praxistest inkl. Rotfilter & Makrolinse von Magic-Filter & Actionpro X7 Vergleich

Während meines 2-monatigen Ägyptenaufenthaltes habe ich einen persönlichen schwarzer Freitag erlebt. Binnen 3 Tauchgängen an Rocky Island sind mir zwei Actioncams abgesoffen. Meine Hero 3 Black beim Early Morning aufgrund eines langen Haares in der Dichtung und beim Sunset Dive meine Rolei S-50, hier ist der Grund ungeklärt geblieben, das Gehäuse blieb undicht. Da aber noch 4 weitere Wochen bevorstanden, musste Ersatz her. Die Wahl fiel auf die schon länger auf meiner Liste stehende Actionpro X7 (Testbericht hier) und die brandneue GoPro Hero 4 black.



Im Fokus steht heute die GoPro Hero 4 Black. 
Es ist mittlerweile weitläufig bekannt, dass man bei GoPro noch eine gehörige Portion Marketing und Namen mitbezahlt und zeitgleich der Lieferumfang sehr bescheiden ausfällt. Dafür setzt Sie immer wieder neue Maßstäbe mit ihren Neuerscheinungen! Klar, nachmachen ist dann billiger...

Der Lieferumfang:

Lieferumfang GoPro Hero 4
Ist bekannt mau und gibt natürlich viel Anlass zu meckern. Nur noch bis 40m Tauchtiefe wasserdicht, dazu nicht gerade vertrauenswürdig was den Schließmechanismus angeht. Rückseite für Skeleton, ein Akku, flache und gebogene Halterung und ein bisschen Adaptionspotenzial für die Ausrichtung, das war es dann auch schon. 

Tauchgehäuse GoPro (60m wasserdicht)
Wer Glück hat war bereits in Besitz einer GoPro Hero 3 und behält das ursprüngliche und bis 60m wasserdichte Tauchgehäuse und den Monitor. Die sind nämlich zur neuen GoPro Hero 4 kompatibel. Mein Gehäuse war nach Entfernung des Haars wieder dicht und auch der Monitor hat es überlebt. 
Die Akkus sind leider nicht mehr kompatibel.


Beim Einschalten der Kamera ein zeigt sich  die neueste Software-Version deutlich übersichtlicher als bei Ihren Vorgängern. Über die ehemalige WLAN-Taste gelangt man jetzt bequem und schnell zu den "Einstellungen". Der kleine Bildschirm wird  besser ausgenutzt, die Bedienung ist intuitiver und logischer, folglich gelingt die Umgewöhnung recht schnell.

Zum Einstimmen ein Film von meinem Trip nach Socorro aufgenommen mit der GoPro Hero 4 Black und zusätzlich einem Rotfilter von Magic-Filter und der Videoleuchte Luna 4 von Keldan:


Ab gehts unter Wasser:


Welche Einstellungen beim Filmen?
Die Hero 4 Black will neue Maßstäbe beim filmen setzen. Dazu muss ein doppelt so schneller Prozessor her. Erstmals ist es gelungen die so entstehende Wärme auch abzuleiten und die Power in solch einer kleinen Cam nutzen zu können. 
Flüssige 30 Bilder pro Sekunde in 3840 x 2160 Pixeln (4K) & tolle Zeitlupen mit 120 Bildern/s in FullHD kommen dabei heraus. 
Zusätzlich gibt es stark erweiterte Einstellungsmöglichkeiten wie z.B. das filmen mit "Protune". Das würde diesen Artikel aber sprengen und es gibt im Netz bereits einen sehr guten Artikel, welcher den Zusammenhang sehr gut erklärt:

http://beyond.bluewavefilms.de/gopro-protune-camera-raw-2/


Ich persönlich habe immer in 4K oder in 2,7K gefilmt mit maximalem Weitwinkel. Alternativ wäre noch auf HD umzuschwenken und mit 60 fps zu filmen für spätere Zeitlupeneffekte. Ich bin kein Vollprofi, aber das mit Adobe Premiere Elements 10 geschnittene Video heruntergerechnet auf HD auf einem 55"-TV kommt schon extrem gut :)
Da wird mancher staunen, dessen Videosystem gut und gerne das 10-fache kostet. 

Ein Problem ist etwas die Farbdarstellung des Blaus bei schlechten Lichtverhältnissen, z.B. beim Early Morning Dive. 
Durch den deutlich stärkeren Sensor ist die Lichtempfindlichkeit wesentlich verbessert worden, rauschen nimmt sichtbar ab. Aber die Farbregelung, die über Wasser z.B. Weiß gerne mal als Beige darstellt, gibt einem tiefen Blau schnell mal einen Lila-Stich mit. Das variiert dann auch nochmal sehr stark mit dem Medium auf dem man sich die Szene anschaut.
Da ist leichtes aber machbares nachjustieren mit der Schnittsoftware gefragt.
In Sachen Farbechtheit finde ich weiterhin, dass die Actionpro die bessere Figur macht, aber mit dem nagelneuen Sensor kann Sie in Sachen Schärfe leider nicht ganz mithalten.





Der Akku:
Immer wieder das viel gescholtene Problem der Hero-Serie. Ich finde den zusätzlichen Monitor im Tauchgehäuse unverzichtbar. Ich muss sehen was ich filme und ob Licht und Objekt richtig positioniert sind. 
Doppelte Leistung + Monitor zehrt natürlich am Akku, da helfen auch 10% Steigerung der Akkuleistung nichts. Hier haben Taucher aber nun endlich mal einen Vorteil, üblicherweise sind wir nicht mehrere Stunden Non-Stop unterwegs sondern haben immer eine Oberflächenpause zwischen unseren Tauchgängen. Innerhalb dieser habe ich meinen Akku immer wieder geladen, für Situationen an denen man nicht laden kann könnte man über  einen Zweit-Akku nachdenken. Ununterbrochenes filmen macht nicht nur das anschließende schneiden fast unmöglich sondern geht auch auf den Akku. Gibt es doch mal einen spektakulären Tauchgang dann reicht eine Laufzeit von >60 Min. in 4K soweit aus. Wer vorher bereits weiß, dass es ein langer Tag wird dem sei empfohlen "lediglich" in Full-HD zu filmen, das spart Akku. 
Die SD-Karte:
Vorsicht beim SD-Karten-Kauf! Ich wusste es in Ägypten nicht besser und habe meine schon teure Class-10-SD-Karte weiterbenutzt. Die Lese-/Schreibgeschwindigkeit kann da aber noch stark variieren und für Aufnahmen in 4K war Sie schlicht zu langsam (ca. 60MB/sec). Das hat häufige Abstürze und Aufhänger produziert.
Angehängt die offizielle Empfehlungsliste von GoPro, ich empfehle eine Größe von 32 GB als ausreichend:


https://de.gopro.com/support/articles/software-update-release



Der nächste Super-Gau:

Eingangs bereits erwähnt, hatte mein Gehäuse bereits eine Hero auf dem Gewissen. Nach ca. 60 weiteren Tauchgängen, zwischen denen das Gehäuse jedesmal geöffnet und wieder geschlossen wurde, kam es erneut zu Wassereintritt. Glücklicherweise war die Gummiabdeckung auf dem SD-Karteneingang gesteckt. Darauf sollte man penibelst achten!!! Es waren nur wenige Tropfen und die gesamte Cam hat das Szenario überlebt. Das Gehäuse ist nun mittlerweile 2 Jahre alt und hat einiges mitgemacht. Ist zwar kein Zeichen von richtiger Wertarbeit aber auch kein grober Qualitätsmangel. Letztlich ist die untere Halterung einfach langsam ausgeleiert und hat sich im 1/10-Bereich verschoben. Jetzt muss ich es ersetzen. 
Die Lehre: Immer alle Abdeckungen auf die Hero, dann überlebt Sie auch solch kleinere Unfälle.


Abtauchen mit der GoPro Hero 4 Black:


Aufnahmen mit Rotfilter:

Nachfolgend nochmal ein Video mit 3 Szenen welche die Actionpro X7 mit der GoPro Hero 4 Black vergleichen. Die GoPro Videos sind mit 4K-Auflösung aufgenommen, die der X7 mit 1920x1080, also das jeweils bestmögliche.     
     
Die Hero 4 Black mit AutoMagic-Rotfilter:
Ich war ebenfalls mit der GoPro Hero 4 und einem Rotfilteradapter von magic-filter.de unter Wasser. Wer die zusätzliche Investition noch angehen möchte der erhält im Flachwasser bis zu mittleren Tiefen klasse Aufnahmen.   Ägypten I: 
Ägypten II:
     
Malediven:


Aufnahmen mit Videolicht Luna 4 von Keldan:  
In unzähligen Berichten und auch in diesem haben wir jetzt haarspalterig die Unterschiede zwischen GoPro und Actionpro erörtert. Und lassen dabei das Gesamtpaket außer acht. Für Nahaufnahmen ist eigentlich nicht die Kamera das entscheidende sondern das Videolicht. Für den Nahbereich kann man getrost zu einer Cam des mittleren oder sogar niedrigen Preissegments greifen und investiert das gesparte Geld in eine gescheite Videolampe. Diese sollte zumindest einen breiten Abstrahlwinkel von >100° haben. Darüber hinaus wird es natürlich leider auch wieder sofort sehr teuer. Aber die Ergebnissteigerung steht eher im Verhältnis zueinander als die höherpreisige Actioncam. Ich war mit der Luna 4 von Keldan unter Wasser und habe dies nicht bereut. Knappe 6000 Lumen Lichtstärke und echte 5.000° Farbtemperatur (nahe des natürlichen Lichts) sprechen Bände. Aber mit 1.000€ auch weit entfernt vom Hobby-Segment. Unten Aufnahmen mit der GoPro Her 3 & 4 sowie der Actionpro X7:  


Aufnahmen mit Makrolinse +10/+20dpt.:   
Bezüglich Makro-Filmen sie auf meinen gesonderten Bericht diesbezüglich hingewiesen:
http://divecookys-tauchblog.blogspot.de/2015/04/technik-testbericht-makrolinse-10dpt.html    

 +10dpt. Makrolinse von Magic-Filter:
   
+20dpt. Makrolinse von Magic-Filter:
   
Fazit:   Die Hero 4 Black verlangt dem Käufer einiges ab. Weniger Ausstattung, schlechteres Gehäuse, stolzer Preis. Dafür bekommt man "nur" den bisher besten Chip auf dem Markt.  Klar, wer 1-2 pro Jahr abtaucht und ein paar schöne Erinnerungen mitnehmen möchte und auch daheim nicht viel nachschneidet für den reicht eine Actionpro X7 oder die Hero 3 Black vollkommen aus.  Aber der beste Chip auf dem Markt ist nun mal auch der lichtempfindlichste und schärfste. Wer darauf achtet der bekommt eben die besseren Aufnahmen bei schwierigen Lichtverhältnissen.

   
<7p>  

Montag, 6. April 2015

#Technik: Shooting Macro: Makrolinse +10dpt. mit GoPro Hero 4 Black & Actionpro X7 von Magic-Filter

Fotoexport aus Video mit GoPro Hero 4 Black (unscharf)





Fotoexport aus Video mit GoPro Hero 4 Black & Magic-Filter Makrolinse +10 dpt. (scharf)

Kurz nach Ostern soll ein weiterer Artikel zum Thema Technik meinen Blog füllen. Kurz vor Weihnachten habe ich über die Makrolinse von PolarPro berichtet, diese ist speziell für die GoPro Hero Reihe. Nun gibt es eine Makrolinse die auch für die restlichen Actioncams auf dem Markt nutzbar ist, wie z.B. Actionpro, Rollei, BeastVision, AEE, etc...

Doch nun vorerst zurück zum Sinn und Zweck einer Makrolinse:
Es klingt zunächst erst einmal suspekt. Ich kaufe mir eine Actioncam mit extra großem Weitwinkel und klipse dann eine Makrolinse davor. Bekloppt?

Mitnichten. Auch die Actioncam-Szene entwickelt immer mehr Extras wie im Fotografie-Bereich um für jedes Objekt die perfekte Ausrüstung zum Ablichten zu erschaffen (und gleichzeitig damit etwas Geld zu verdienen). Zwar ist das Einsatzgebiet gegenüber beispielsweise einem Rotfilter etwas stärker eingegrenzt doch beim tauchen hat Sie definitiv ihre Daseinsberechtigung, für Taucher die für alle Motive gewappnet sein möchten. Den Manta bekommt jeder scharf. Aber die Nacktschnecke oder den Shrimp?

Folgende Aufnahmen sind mit der GoPro Hero 4 Black, einer Keldan Luna 4 Videoleuchte und einer Makrolinse +10 dpt. von http://www.magic-filter.de gedreht worden:


Actioncams haben wenn überhaupt lediglich einen digitalen Zoom. Der Bereich in dem Sie scharfstellen ist von Werk ab fix eingestellt. Das führt mitunter dazu, dass je nach Modell die Cam erst ab ca. 30cm Entfernung ein Objekt scharf fokussiert. 

Auch ich habe beim tauchen nun schon einige Szenen erlebt, bei denen ich mir gewünscht hätte, auch sehr nahe Objekte scharf ablichten zu können. Beispielsweise ein Seepferdchen im Seegras oder eine Muräne die sehr, sehr interessiert an meinem Kameraobjektiv war. 


Nachfolgend ein paar Aufnahmen mit/ohne Makrolinse aus meinem "Trockendock": 

GoPro Hero 4 Black Foto ohne Makrolinse im Abstand von 10cm

GoPro Hero 4 Black Foto mit Makrolinse +10 dpt. im Abstand von 10cm

GoPro Hero 4 Black Foto ohne Makrolinse im Abstand von 12cm
GoPro Hero 4 Black Foto mit Makrolinse +10 dpt. im Abstand von 12cm


Aus den obigen Aufnahmen geht eine deutliche Verschärfung des Bildes im Abstand von 10 und 12 cm hervor. Nachfolgend ein Bild mit Abstand von 4cm, bei der ebenfalls eine deutliche Schärfung der Buchstaben hervorgeht:

GoPro Hero 4 Black Foto ohne Makrolinse im Abstand von 4cm

GoPro Hero 4 Black Foto mit Makrolinse +10 dpt. im Abstand von 10cm

Zusammen mit der Actionpro X7 habe ich die Makrolinse einem weiteren Praxistest in den Gewässern der Malediven unterzogen:
Die Ergebnisse können sich wahrlich sehen lassen und machen jede Makro-Szene zum Hingucker:


 
Nah, Näher, am Nähesten...! 
Wer erst einmal nah an einem Objekt gewesen ist, der will dann auch gleich noch näher ran. Unzähliges Makroleben auf den Malediven schreit geradezu danach. Der Magic-Filter-Adapter mit Makrolinse beinhaltet den Vorteil z.B. eine weitere Makrolinse mit +10 dpt. auf die bereits vorhandene aufzuschrauben. Nachfolgendes Video ist mit diesem "Doppelpack" gedreht worden:



Fazit: 
Sinnvolles Equipment, insbesondere wenn die Tauchreise in die Welt der Makros geht. Und zu einem Preis von ca. 40€ im Vergleich zu Makrolinsen aus der Fotografie auch noch durchaus vertretbar und erschwinglich. 
Allerdings kann man die Makrolinse nicht gleichzeitig mit einem Rot- oder Magentafilter benutzen. Dazu gibt es bei Magic Filter einen weiteren Adapter. Bei Makroaufnahmen im Nahbereich sollte aber sowieso eine Videoleuchte eingesetzt werden statt eines Filters. Dieser hat seine Daseinsberechtigung bei Landschafts- und Objektaufnahmen in weiterer Entfernung. 
Vorteil des Magic-Filter-Makroadapters ist es, dass man durch aufschrauben einer zweiten Linse einen Effekt von +20dpt. erreichen kann. Oder jeden anderen beliebigen  Näherungseffekt.
Der Adapter inkl. Linse ist erhältlich unter:
http://www.magic-filter.de 

Freitag, 2. Januar 2015

#Reisebericht: 8 Wochen Tauchsafaris in Ägypten Okt-Dez. 2014 - Ein Erfahrungsbericht

Ziel:           Ägypten
Tauchregionen:  Rotes Meer
Safarischiff:   MY Independence II / MY Quick Shadow 
Tour-Operator:  Bluewater Safaris 
Zeitraum:       16.10.-11.12.2014

Der Hintergrund:


Schon länger mit dem Gedanken spielend mich auf der Pay-Another-Dollar-In-Leiter eine Sprosse weiter emporzuschwingen, öffnete sich im vergangenen Sommer ein Türchen, die sofort durchschritten werden musste. 2 Monate guiden in Ägypten für Bluewater Safaris unter Führung von Judith und Bernard Wächter auf einem ihrer beiden Safarischiffe Independence II oder Quick Shadow. Die Ausbildung zum Divemaster war abgeschlossen, erste Erfahrung gesammelt, also Los! 

Vorwort:

Dieser Bericht soll euch einen Einblick geben in die Tauchbedingungen an den verschiedenen Tauchplätzen vom Norden der Wracks bis in den Süden zu den Rocky Islands. Wie war der Wind? Welcher Großfisch war wann, wo und mit wie vielen Kumpanen unterwegs? Wie viele anderen Taucher waren da? u.s.w.
Letztlich entsteht ein Bild des Tauchgebietes über einen Zeitraum von ca. 2 Monaten zum Jahresende. 
Wer sich hier Geschichten aus dem Nähkästchen erhofft wer mit wem, wann und wie oft, welche Herzen neu zusammengefügt, welche gebrochen wurden oder wer nett und wer doof war, den muss ich leider enttäuschen. Auch gibt es von mir keine Home-Story über das Leben als Diveguide. Das bleibt alles da wo es ist :) 
Für interessierte ist es ein Puzzleteil im großen Puzzle den nächsten Tauchurlaub bestmöglichst auszuwählen, natürlich immer noch abhängig von den Launen des Schicksals.

Die Wracks im Norden:
Ende November/Anfang Dezember gingen zwei Touren zu den Wracks nördlich von Hurghada in Verbindung mit den Brothers. Ob jemand Wracks mag oder nicht das muss er selbst entscheiden. Recht frisch waren die Temperaturen jedenfalls von ca. 22°-24° unter Wasser. Gepaart mit viel Wind über Wasser fängt man dann schnell das frieren an. Das muss zum Winter hin generell akzeptiert werden. Der ägyptische Schnee heißt Wind :) 
Insgesamt hatten wir super Sichtverhältnisse an den Wracks und für alles weitere hier ein Video mit einigen ausgewählten Wracks:


Doch auch die Riffe haben dort oben noch einiges zu bieten, z.B. der Bluff Point:

Brothers:
Insgesamt 5x durfte ich während meiner Zeit dort sein. Und es wurde von mal zu mal besser! Generell war auch das gesamte Jahr 2014 gut an den Brothers mit einer kleinen Unterbrechung im Sommer. Normal beginnt die Saison in etwa Mitte Oktober. Wir hatten hier bereits enige Longimani am großen und am kleinen Bruder sowie den ein oder anderen Fuchshai. Und auch die Anzahl der Boote war mit jeweils 4 Stck. an jedem Bruder erträglich. Je später die Saison desto mehr Boote starten ihre Touren aus Hurghada und wechseln zu Wracks/Brothers-Touren statt BDE-Touren. Je nach Wetterverhältnissen beginnen die Hurghada-Touren erst bei den Wracks und fahren dann zu den Brothers. Bedeutet Sie sind Mo/Di an den Brothers. Highlight-Touren sind klassischerweise Sa/So an den Brothers. So waren wir im Dezember fast alleine dort. Hingegen eine Woche früher bei einer Wrack-/Brothers-Tour wieder mit 4-5 Booten zusammen. Wo Schatten da ist jedoch auch jede Menge Licht. Denn je mehr Boot, desto mehr Krach und desto mehr Longimani finden sich neugierig ein.
Jedoch sind auch Sie deutlich weniger neugierig und aufdringlich als in früheren, angefütterten Zeiten. Es Bedarf etwas Ortskenntnis und Geduld um Sie zu finden. Nahezu sicher waren Begegnungen wenn man über die Boote hinaus ins Blauwasser tauchte. Bis zu 4 Longimani gleichzeitig konnte ich erblicken. Für Ausflüge ins Blau muss jedoch immer auch die Strömung passen. Letztes Jahr war ich ebenfalls 2 Wochen im November und es war gerade mal 1 Longimanus sehr kurz dort den ich auch nicht einmal gesehen habe. Ich hoffe also, dass dieses Jahr der Beginn einer längeren Episode von guten Longimanus-Jahren sein wird :) 






Daedalus:
Das Top-Riff des Jahres 2014. Das ganze Jahr über stationär mehrere Mantas beherbergt und natürlich ist auch weiterhin die Schule Hammerhaie zugegen. Das wissen natürlich auch die anderen Boote. Daedalus war dieses Jahr der Garant für eine gelungene Tauchsafari. Und auch Ende Oktober/Anfang November konnten wir bei zwei Touren davon profitieren. Allerdings immer umzingelt von ca. 10-12 anderen Booten. Aufgeräumt werden soll hier auch mit dem super Spruch: "Der frühe Vogel fängt den Wurm", bringt nix. Bei zwölf weiteren Booten braucht es einfach das bisschen Glück und etwas Erfahrung mit so wenigen anderen Tauchern wie möglich im Wasser zu sein. Es braucht ebenfalls keine 40m Tiefe. Wenn die Schule will, kommt Sie zu euch. Eines aber hilft definitiv und das ist Disziplin. Wenn Sie kommen sollte man weder in die Tiefe noch in die Breite auseinanderstreuen. Das teilt auch die Hammerhaie auf. Idealerweise hat man auch keinen Fotografen mit Blitzen dabei, auch das erhöht das Risiko, dass man sie verscheucht. Bei meinem besten Tauchgang mit den Hammerhaien haben Sie uns mehr als 10 Min. permanent umzingelt und umschwommen. Bis dann leider doch andere Taucher hinzugestoßen sind. Die höchste Wahrscheinlichkeit hat man auf die Schule oben im Norden im Bereich von den beiden Caves im Osten bis hin zu Nemo City im Westen. Die Caves bieten sich für den Early Morning an, Start oder Ende Nemo City für den Afternoon-Dive. Und immer viel Geduld mitbringen, man schaut schon gerne mal 20 Min. ins blaue bevor sich etwas tut!
Bereits in der ersten Novemberwoche hat man gemerkt, dass das Wasser sich anfängt zu durchmischen und es auch häufiger Südströmung gab. Das hat einige Tauchgänge teilweise bereits schwierig gemacht und recht ereignisarm an Großfisch, wenn dann nicht doch der große Manta vorbeigeschwommen ist. Bei unserer letzten Tour Anfang Dezember zeigte sich Daedalus dann in Nebensaison-Bedingungen. Südwind, Südströmung. Nur zwei Boote, ein drittes konnte aufgrund der Bedinungen nicht anlegen. Für Hochseeriffe verhaltenene Sicht von ca. 20m ließen sich nur sehr vereinzelt mal ein einziger Hammerhai in Tiefen von unter 30m blicken. Mantas wurden nicht mehr gesichtet. Dafür haben sich durch die Ruhe Fuchshaie ans Riff getraut und sorgten für ein schönes Erlebnis. Für Hammerhaischulen ist der Dezember sicherlich zu spät, November bereits riskant, aber es gibt auch sonst viel zu entdecken dort und man kann Daedalus einfach mal anders betauchen als sonst. So konnten wir einen vollen Tag im Norden ankern und direkt dort abtauchen :)

Fury Shoals:
Eine absolut phantastische Ansammlung flacher Riffe. Natürlich, für Großfisch braucht es hier viel Glück und dann erhascht man meißt auch nur einen Blick aus der Ferne. Meine absoluten Lieblingsriffe dort sind Malahi, Abu Galawa Soghayr, Shaab Claudia und natürlich auch Satayah mit seinen Delfinen, die allerdings bei Südwind lieber Urlaub machen und man sich auch sonst nur sehr kurz dort aufhalten sollte, die Delfine müssen bereits einiges an Schnorchlern ertragen. Häufig bleiben Sie aber auch um die Schnorchler herum und sorgen so für eine absolut hervorragende Zeit.

Rocky Island:  
Ich hatte noch nie richtig Glück am Rocky. Zwar waren wir immer entweder alleine oder maximal zu zweit (wie die beiden Male dieses Jahr auch), aber auch ohne Großfisch. Das war auch diesesmal Anfang November so. Rocky bietet ebenfalls einen phantastischen Riffbewuchs, aber für Großfisch ist es der falsche Zeitraum. Der beste Zeitraum ist von Ende April bis in den Juni hinein. Dann sollen sich dort Hammer-, Seidenhaie und Schildkröten blicken lassen. Selbst überprüft habe ich es jedoch noch nicht. Zum Thema fehlender Großfisch gab es übrigens für die Independence II ca. zwei Wochen später eine denkwürdige Begegnung. Ein Tigerhai hat unter dem Boot eine Delfinfamilie angegriffen und Papa Delfin hat mit einem beherzten Stoß den Tigerhai vertrieben. Selbst beim späteren Tauchgang ließ sich der Tigerhai blicken. Soviel zum fehlenden Großfisch zum Ende des Jahres, so ist halt die Unterwasserwelt :)

Zabargad:
Hier ist kein Grofisch zu erwarten. Hier gilt es sämtliche Zeit dem wunderschönen Riff zu widmen, wenn es gelingt, inkl. Nachttauchgang. Es gibt auch einen Weg in die Lagune herein, wobei der Weg wesentlich interessanter ist, als die Zeit in der Lagune selbst.  
Auf der Wetterseite gibt es noch ein relativ flach liegendes Wrack, das jedoch nur selten zu betauchen ist. Wer auch nur einen Tag in Zabargad verbringt kann sich dieses getrost schenken. Nur Hardcore-Wrackfans können darauf dringen. Es ist nicht schlecht, hat auch einige Möglichkeiten zum ein- und hindurchtauchen doch würde ich vor die Wahl gestellt den Tag an den Korallengärten vorziehen. Wer dennoch gerne ein Wrack betauchen würde dem sei die Kamash II an den Sernaka Islands empfohlen. 

Sernaka Islands: 
Bereits auf dem Rückweg von Zabargad in Richtung Fury Shoals liegen die Sernaka Islands. Das Wrack der Kamash II liegt zwischen 30 und 50 Meter tief. Man lässt den Tauchgang dann am nahe gelegenen Riff ausklingen, wobei sowohl der early morning viel Fisch geboten hat, als auch die Option eines Sunset-Dives eine gute Alternative bietet.

Ich hoffe ich konnte euch etwas mit meinen Erfahrungen bei eurem nächsten Ägypten-Urlaub helfen. Auf jeden Fall immer Gut Luft!

Dienstag, 23. Dezember 2014

Testbericht Actionpro X7 inkl. Rotfiltervergleich und Vergleich X7 vs. Hero 4 Black

Etwas über ein Jahr ist der letzte Testbericht über eine Actioncam her. Die Rollei S-50. Qualitativ durchaus gut, wies sie jedoch in der Verarbeitung größere Mängel auf wie sich später herausstellte. Rollei hat den Verkauf der S-50 mittlerweile auch auslaufen lassen. Aber um diese soll es heute nicht gehen. 

Im Fokus steht die Actionpro X7. Schon etwas in die Jahre gekommen in der schnelllebigen Elektroindustrie, ihr Erscheinungsdatum liegt bereits 18 Monate zurück. Daher will ich mich auch nicht mit allen möglichen technischen Details aufhalten. Die hat der Testbericht von taucher.net bereits sehr ausführlich beschrieben. Warum ich Sie jetzt teste? Nun ja, während meines 2-monatigen Ägyptenaufenthaltes habe ich einen persönlichen schwarzer Freitag erlebt. Binnen 3 Tauchgängen an Rocky Island sind mir zwei Actioncams abgesoffen. Meine Hero 3 Black beim early morning aufgrund eines langen Haares in der Dichtung und beim sunset meine Rolei S-50, hier ist der Grund ungeklärt geblieben, das Gehäuse blieb undicht. Da aber noch 4 weitere Wochen bevorstehen sollten musste Ersatz her. Die Wahl fiel auf die schon länger auf meiner Liste stehende Actionpro X7 und die GoPro Hero 4 black (Testbericht folgt ebenfalls).  



Die ersten Schritte: 


Bereits die Verpackung macht einiges her. Man will ja irgendwie immer das Gefühl haben sich gerade etwas besonderes gekauft zu haben. Das gelingt Acionpro mit einer etwas anderen Verpackung in der innen alles sauber angeordnet ist und nichts eng aufeinander gestaucht.
 
Der Lieferumfang ist ähnlich zur Konkurrenz. Die Befestigungspads und stecker sind alle mit der GoPro kompatibel wenn auch nicht bis ins letzte Detail, aber sie halten sicher. So habe ich erstmal mein Zubehör der GoPro weitergenutzt, zum Beispiel auch das Klebepad. Da eigentlich alle Klebepads von 3M kommen gibt es da auch keine Unterschiede. Auch das weitere Zubehör ist ausreichend mit weiterem Gehäuse für Tonaufnahmen und Ladekabel. HD-Ausgang ist einfach zugänglich angebracht wie der USB-Anschluss zum verbinden mit dem PC oder laden des Akkus. Dieser muss dazu praktischerweise nicht herausgenommen werden.

Klar, WLAN-Fernbedienung fehlt, aber ich persönlich brauche die beim tauchen nicht. Wer Wifi doch nutzen möchte kann dies auch unkompliziert per App tun.  Einschub für SD-Karte und Akku ist einfach zugänglich und funktional. Bildschirm ist integriert und kann wahlweise nach festen Vorgaben abgeschaltet werden um Strom zu sparen.




Lieferumfang der Actionpro X7









Ab gehts unter Wasser:

Welche Einstellungen beim Filmen?
Ich persönlich habe immer in 1920x1080 mit 30 FPS gefilmt (So wie es auch im nachfolgenden Testbericht von Taucher.Net verglichen wurde.) Höchst mögliche Qualitätsstufe und maximaler Weitwinkel. Nachfolgend sei hier nun der Testbericht von taucher.net verlinkt, den ich hier nur kurz kommentiere. Zum Beispiel das beschriebene Problem bei der Hero-Serie, dass Sie bei schwachen Lichtverhältnissen einen Lila-Stich entwickelt. Und das hatte ich leider oft, kann man aber mit etwas Aufwand über GoPro-Studio wieder wegbekommen. Vom dort gelobten Unterwassermodus halte ich persönlich nichts, dann lieber das optische Licht filtern.




Der Rest:
Das Fazit zu den Akkulaufzeiten kann ich nur teilen. Bei 3 Tauchgängen pro Tag habe ich die Actionpro X7 nie leer bekommen. Habe aber natürlich auch nicht 3x 60Min. durchgefilmt. Und das ist entscheidend. Beim tauchen habe ich jeden Abend die Möglichkeit zum nachladen. Meine Hero 3 Black inkl. Display musste man schon sehr vorsichtig behandeln damit Sie 3 Tauchgänge packt. Das ist bei der neuen Hero 4 Black deutlich besser, reicht aber dennoch nicht an die Werte der Actionpro X7 heran. Das liegt sicherlich am integrierten Display der X7. Natürlich ist die direkte Wiedergabe auf dem Display der Hero wesentlich besser, aber unter Wasser will ich nur sehen ob mein Objekt richtig positioniert ist.
Ein Argument für die Hero 4 wäre die Verfügbarkeit von optionalen Makrolinsen. Die auch sehr nahe Aufnahmen ermöglichen. Auch verlieren Aufnahmen bereits bei etwas weiterem Abstand im Vergleich zur GoPro an Schärfe, so mein subjektiver Eindruck ohne es genau ausgemessen zu haben.


Abtauchen mit der Actionpro X7:


Aufnahmen mit der Actionpro X7:

Entscheidend ist ja immer auf dem Platz! Nachfolgend Best-Of-Szenen aus 5x Brothers aufgenommen sowohl mit der GoPro Hero 4 Black und der Actionpro X7. Man erkennt die Aufnahmen der Hero 4 am vorher beschriebenen leichten lila-Stich im Hintergrund. Die Aufnahmen der Actionpro hingegen bleiben blau.


 
Nachfolgend nochmal ein Video mit 3 Szenen welche die Actionpro X7 mit der GoPro Hero 4 Black vergleichen. Die GoPro Videos sind mit 4K-Auflösung aufgenommen, die der X7 mit 1920x1080, also das jeweils bestmögliche.     
Der Tauchmodus:
Ist bei mir gleich rausgeflogen. Da nichts optisch passiert sondern nur gerechnet wird kann ich das auch nachträglich machen. Noch dazu hat er mir nicht wirklich gefallen. Ich gehe lieber mit Rotfilter unter Wasser.     
Die Actionpro X7 mit AutoMagic-Rotfilter:
Ich war ebenfalls mit der Acionpro X7 und einem Rotfilteradapter von magic-filter.de unter Wasser. Wer die zusätzliche Investition noch angehen möchte der erhält im Flachwasser bis zu mittleren Tiefen klasse Aufnahmen.      
Die Actionpro X7 mit Videolicht Luna 4 von Keldan:   In unzähligen Berichten und auch in diesem haben wir jetzt haarspalterig die Unterschiede zwischen GoPro und Actionpro erörtert. Und lassen dabei das Gesamtpaket außer acht. Für Nahaufnahmen ist eigentlich nicht die Kamera das entscheidende sondern das Videolicht. Für den Nahbereich kann man getrost zu einer Cam des mittleren oder sogar niedrigen Preissegments greifen und investiert das gesparte Geld in eine gescheite Videolampe. Diese sollte zumindest einen breiten Abstrahlwinkel von >100° haben. Darüber hinaus wird es natürlich leider auch wieder sofort sehr teuer. Aber die Ergebnissteigerung steht eher im Verhältnis zueinander als die höherpreisige Actioncam. Ich war mit der Luna 4 von Keldan unter Wasser und habe dies nicht bereut. Knappe 6000 Lumen Lichtstärke und echte 5.000° Farbtemperatur (nahe des natürlichen Lichts) sprechen Bände. Aber mit 1.000€ auch weit entfernt vom Hobby-Segment. Unten Aufnahmen mit der X7 und der Luna 4 am Daedalus-Riff in Ägypten bei Nemo City und eine Longimanus-Szene von den Brothers:     
Fazit: 
Ich halte die X7 für den ungeschlagenen Preis-Leistungssieger auf dem derzeitigen Markt. Optimal abgestimmt auf die Bedürfnisse für Taucher hat sie mich bei keinem einzigen Tauchgang im Stich gelassen. Das Gehäuse ist robust, der Verschluss funktional. Zwar ist ein Großteil des Zubehörs für die X7 nutzbar, jedoch nichts was auf die Linse aufgesteckt werden muss, z.B. Filteradapter. Das ist ein kleiner Wehrmutstropfen.  Wer noch etwas Zeit hat mit der Kaufwahl könnte darauf setzen, dass Actionpro auch mit einem neuen Modell nachzieht, dessen Chip der Hero 4 Black ebenbürtig ist. Doch der Preis wird sicherlich dann auch wieder nahe der 400€ liegen.   Actionpro X7 inkl. Rot- und Magentafilter z.B. hier erhältlich:(279,00€)  http://www.magic-filter.de/artikeldetails/kategorie/actionpro-x7-gopro-filter/artikel/tauch-set-actionpro-x7.html
Alternativen:  http://www.camxpert.com/actionpro-x7    http://www.helmkamera-onlineshop.de/actionpro/actionpro-x7-actioncam-hd.html

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Technikbericht: Subtronic auf dem Weg zu alter Größe?

Bild von Marc Henaue, Quelle: Subtronic GmbH, Facebook

Wolfgang Tick bei der Arbeit, Quelle: Subtronic GmbH
Seit etwas über einem Jahr nun ist die Subtronic GmbH aus Weilheim an der Teck unter der Führung von Wolfgang Tick. Im vergangenen Juni hatte der bereits seit 15 Jahren im Unternehmen tätige Technikspezialist alle Anteile seines Vorgängers und somit auch das Ruder im Hause Subtronic übernommen. Das 1982 als Einzelunternehmen  von Hr. Witzig und Herr Thierer gegründete und mit zu den besten Herstellern von Blitzen gehörende Unternehmen geriet in den letzten Jahren immer mehr in die Enge und die Zahl unzufriedener Kunden stieg.


Quelle: Subtronic GmbH
Es fehlte eine Antwort auf den schnell wachsenden und immer wichtiger werdenden Markt der Standardblitze die von der Stange verkauft werden können. Fast jeder Blitz wurde bei Subtronic auftragsspezifisch gefertigt. Das bedeutete hohe Kosten und lange Lieferzeiten. Die große Masse kauft sich sein Zubehör jedoch erst kurz vor dem Urlaub und möchte nicht bis zum Abreisetag zittern ob das gekaufte Gerät auch tatsächlich für den Jahresurlaub eintrifft. Gleichzeitig ist der Markt für Profis immer härter umkämpft. Standardprodukte nehmen stetig an Qualität zu.
Zusätzlich stieg die Anzahl der Kunden die mit der gelieferten Qualität nicht zufrieden waren. Die Serviceanfragen häuften sich und wurden nur schleppend abgearbeitet. Ein befreundeter Taucher musste sich beispielsweise letztlich einen Blitz leihen da sein eigener Blitz nicht rechtzeitig aus der Reparatur kam. Allerdings war er dort bereits seit 2 Monaten.
Das war vor ca. 15 Monaten. Zu diesem Zeitpunkt war Wolfgang Tick noch "Mann für alle Fälle", egal ob Entwicklung, Fertigung oder bei anderen Problemen. Es agierte ein Geschäftsführer, der das Unternehmen von den beiden Gründern übernommen hat.

Diese Klippen zu umschiffen und die Subtronic GmbH wieder in ruhigere Gewässer zu manövrieren obliegt nun seit etwas über einem Jahr Wolfgang Tick selbst. Er ist der neue Geschäftsführer. Unterstützt von einem der Gründer wurde die Standardisierung des Produktsortiments angepackt und weiter vorangetrieben. Bei gleichbleibender Individualität und der Sicherstellung der Flexibilität gegenüber den Kundenwünschen wurde beispielsweise die Elektronik,z.B. der Konverter, aus dem Blitz herausgeführt. So können sowohl Blitze als auch die diverse Elektronik separat vorgefertigt und dann nach Bestellung zusammengesetzt werden.
Ebenso wurden zwei verschiedene Videoleuchten, die NG 3000 (3.000 Kelvin, ca. 56 W, ca.5100 Lumen, Strahlwinkel 100°) & NG 5000 (5.000 Kelvin, ca. 56W, ca. 4100 Lumen) weiterentwickelt und befinden sich bereits auf dem Markt.
Die Änderungen zeigen Wirkung, sinkende Reparatur- und wieder steigende Verkaufszahlen belegen dies.

Denn auch weiterhin werden mit Subtronic-Blitzen Preise gewonnen. Die jüngsten gingen an Rui Bernardo beim 1st CMAS European Championship of Underwater Photography. 
Nachzulesen hier: 1st CMAS European Championship of Underwater Photography


Darüber hinaus gibt es weitere Neuentwicklungen die auf der kommenden BOOT in Düsseldorf vorgestellt werden. Vorbeischauen lohnt sich :)

Anfang nächsten Jahres folgt ein Testbericht über die Videolampe NG3000! Stay connected! 


Mittwoch, 3. September 2014

#Reisebericht: Yabba Dabba Doo! - Tauchen auf Santa Maria (Acores) mit Wahoo

Ziel:           Azoren / Portugal
Tauchregionen:  Santa Maria
Reisezeitraum:  07.08.-14.08.2014

--> Alle Fotos auf Facebook: Azoren 2014 - Santa Maria


Die Anreise:


Ich muss leider ein Versprechen brechen. Nie wieder TAP sagte ich einmal(Sail&Dive 2012). Aber es geht leider nicht anders. Der Rest meiner Truppe hat zumindest von Lissabon einen Direktflug nach Santa Maria. Ich fliege noch über Ponta Delgada und hänge somit 7h Reisezeit dran. Da die vorangegangene Nacht aber sowieso einem Polterabend zum Opfer fiel fällt dies nicht weiter ins Gewicht. Erstmals bin ich bei einem Flug noch vor dem Start eingepennt und erst mit der Landung aufgewacht. 

Tauchgepäck muss bei der TAP angemeldet werden und kostet 35€ extra. 20 Kilo normales Gepäck + 15kg zusätzliches Tauchgepäck. Der Stress beginnt mit den Tickets, denn die TAP in Frankfurt stellt nur Tickets bis Lissabon aus, dort muss man Neue holen. Zumindest das Gepäck wird (versucht) komplett durchzuchecken. Am besten man geht in Lissabon direkt wieder an den TAP-Schalter im Terminal 1. Der SATA-Schalter ist in T2 und hat wirklich nur die allerschnellsten Mitarbeiter. Unbedingt muss auch die Quittung für das Tauchgepäck aufgehoben werden, das gibt bei jedem Check-In Diskussionen.
Letztendlich läuft alles aber recht passabel mit der TAP, Gepäck ist auch da, das sah in der Vorwoche bei einem vorwegreisenden Kumpel noch ganz anders aus (10 Mann ohne Gepäck). 

Die Unterkunft:

Wir nächtigen diesmal im Hotel Santa Maria direkt am Flughafen. Wer es günstiger und idyllischer inkl. Selbstversorgung sucht wird sicher anderweitig fündig, aufgrund unserer Gruppenzahl war es jedoch für uns die beste Wahl. Die Zimmer sind sauber, schön und geräumig, Frühstücksauswahl ausreichend und gut (der Kaffee ist sehr stark!). Die Pool- und Gartenanlage läd zum entspannen nach den Tauchgängen ein. Der Weg zum Hafen und Flughafen ist kurz, das einmalige Abendessen dort am ersten Abend hat ebenfalls sehr gut geschmeckt. Mir hat es gut gefallen, kann ich weiterempfehlen :)

Die Tauchbasis:
Zur Basis von Wahoo Diving verweise ich mal auf das Taucher.Net.
Wenn man es kurz und knapp sagen möchte liebt oder hasst man es wohl. Dazwischen gibt es wenig, es sei denn man liebt und hasst es gleichzeitig. Eine wirkliche Basis im Hafen gibt es nicht. Alles nötige Equipment (Flaschen+selbiges) muss vom Jeep+Anhänger ans Boot gebracht werden. Die 50 Meter Materialtransport haben aber noch niemandem geschadet :)
Dieses Jahr ist Robert bereits nicht mehr durchgängig auf den Azoren (Für uns waren Steffen und Marcia) zuständig, wie es 2015 wird muss man sehen. 

Die Tauchgänge:

Der zweite Tag beginnt wolkenverhangen. Und verschlafen. Zick, Zack Kamera zusammen, Lichtleiterkabel vom Hauptblitz vergessen,  Scheiße! Aber zum Glück eine Rolle Panzer-Tape eingepackt und das Kabel vom zweiten Blitz "angepasst". 8:30 Treffen am Hafen. Dafür, dass es recht windig ist, geht der Wellengang noch. 
Wir brechen auf in Richtung Pitrinha. Der Platz ist jetzt seit einigen Jahren unter Naturschutz. Kein fischen mehr erlaubt, nur noch 10 Taucher maximal und man muss sich vorher anmelden. Kurzfristige Planänderungen werden da schwierig(er). Aber dem Tauchplatz hat es gut getan! Im Vergleich zu unseren Tauchgängen dort im Jahr 2012 war nun wesentlich mehr Fisch um das Riff herum aktiv. Insbesondere an der Strömungskante im Norden war viel Schwarmaktivität, immer wieder durchstochen von jagenden Barracudas. 
Und selbst im Süden findet sich ein paar Meter im blau eine große Barracuda-Schule. Ein lohnenswerter Einstieg bei klasse Sicht!


Dem zweiten Tauchgang an der Baixa da Cre war leider nich viel zu entlocken. Üblicherweise anzutreffende Stachelrochen im Canyon hatten Ausgang, dafür konnte sich ein Tritonshorn jedoch nicht mehr rechtzeitig vor uns verstecken.



Den zweiten Tag starten wir zum ersten Tauchgang am Monte Balmer. Dieser ist ein Plateau das bis auf 35m hochkommt und welches man mit dem Anker recht genau treffen muss. Gesagt, getan. Runter am Seil. Überraschend wenig Strömung und ordentlich Bewegungsfreiheit unten. Aber leider wenige Zackenbarsche und auch nur recht kleine. Über einen Kamm strömt es recht stark entgegen, vermutlich saßen die Zackis dahinter in der Strömung. 
Dann müssen wir 2 1/2h auf hoher See warten bis wir endlich auf Ambrosia dürfen. Neuerdings ist auch dieser Platz Anmeldepflichtig. Max. 10 Taucher, max. 90 Min. Aufenthalt. Endlich im Wasser enttäuscht etwas die Sicht, ca. 20-25m mit einigen Schwebeteilchen im Wasser. Recht schnell kommt 1 Mobula und entschwindet, es folgen drei weitere die ebenfalls entschwinden. 
Die Standorttreue Barrakuda-Schule ist zugegen, bestückt mit einigen großen Jacks. Zum Ende kommen dann doch noch einmal 10-15 Stck. vorbei gezogen. Das war die Show für heute! Am dritten Tag versuchen wir Ambrosia erneut, doch die Sicht ist deutlich schlechter. Die Barrakuda-Schule ist kaum erkennbar,die Mobulas rar gesäht.  

Das Basaltgestein an der Fritz-Schöppler-Bank konnte bei guter Sicht problemlos und ohne größere Strömungsaktivität betaucht werden. An zahllosen verschiedenen Fischschwärmen und Muränen vorbei lohnt es sich etwas über die Riffkante hinauszutauchen und sich dann umzudrehen. So erkennt man die Gesteinsformation schlicht am besten.


4. Tag. Da es heute noch etwas windet und die See leicht rauh ist bleiben wir in der Landabdeckung. Es geht zu einem Felsblock in der Bucht von Maja den man auf einer Tiefe von 5-25m umrunden kann, genannt Aquarium. Ein kleiner Swim-Through bringt Abwechslung, gute Sicht und großer Fischreichtum bringen einen schönen und interessanten Tauchgang mit sich, begleitet von ein paar Schneckenerkundungen. 
 



Zum zweiten Tauchgang fahren wir nur einige hundert Meter weiter um ein Höhle zu erkunden, zum Tauchplatz Baixa da Maja. Man taucht in der Bucht ab und wagt sich dann langsam in die Höhle herein. Auch etwas für Höhlen-Neulinge, denn die Höhle ist ausreichend groß und man findet jederzeit recht einfach den Ausgang. 
Nach den ersten 50m in der Höhle lohnt sich in allen Fällen der Blick nach hinten: Ein dunkles und mystisches Blau lässt sich erblicken. Die Höhle bringt ein paar Durchgänge und Wege mit sich, zu erkunden gibt es unzählige Krebs-,Schnecken- und Garnelenarten. Dazu ein paar Gabeldorschnester und Muränen. In der Bucht vor der Höhle findet sich ebenfalls bei guten Sichtverhältnissen einiges zu entdecken wieder.  Ein wirklich super entspannter und schöner Tauchgang, jederzeit wieder :)



Heute reichen uns die beiden Tauchgänge nicht, ein Dritter muss her! Und so in dieser Art auch eigentlich nicht zu bekommen in Santa Maria, es sei denn man weiß wo und warum man einen Nachttauchgang machen will! Nach den beiden Tauchgängen beladen wir unseren Pick-Up mit weiteren Flaschen und unserem Equipment und brechen am frühen Abend gen Sao Lorenzo auf.
Wir essen in Sao Lorenzo direkt oberhalb der Strandmauer. Das Lokal und der Inhaber machen zwar äußerlich nicht viel her, dafür serviert er leckeren Tuna und gute Burger. Kurz vor Sonnenuntergang um 20:30 brechen wir auf ins Wasser. Der Einstieg über die Treppen ist etwas glitschig und holprig aber klappt schon irgendwie. 
 
Runter in die Dunkelheit der Bucht von Sao Lorenzo. Licht an, und los gehts. Der Schwell hält sich stark in Grenzen, haufenweise freilegende und jagende Muränen säumen den Weg. Von der Marmor-, über die Tiger-, bis hin zur gewöhnlichen Mittelmeermuräne. Nicht selten liegen auch Geschwisterchen beieinander. 
Der geübte Blick findet ebenfalls viele Arten von Krebsen (Einsiedler-, Bärenkrebse,...) und Garnelen. 
Auch Schwarmfisch ist viel unterwegs und fühlt sich geschützt in der Bucht. Das absolute Highlight bildet ein großer Stachelrochen der entspannt durch die komplette Gruppe kreist und sich prächtig filmen lässt. 1h später hat sich dieser außergewöhnliche Tauchgang wahrlich gelohnt. 


5. Tag: 
Im Anschluss an den Nachttauchgang geht es am folgenden Morgen früh los in Richtung Formigas/Dolla Bahrat. Leider muten uns die Vertreter von Robert auf dessen Geheiß eine 2 1/2-stündige Überfahrt zu, die man locker auch in 90 Min. hätte durchbringen können. Auch sonst gewohnte Zick-Zack-Fahrten um potenzielle Wale zu orten blieben aus. Endlich in Dolla Bahrat geht es schnell ins Wasser und ein paar zutrauliche Zackis Hängen im Riff. Gute Sicht, wenig Strömung und viel Fisch tun ihr übriges für einen schönen Tauchgang. Beim anschließenden Drift über das Riffdach begleitet uns eine Schule ziemlich fetter Schnapper und immer wieder mal traut sich ein großer Barrakuda in unsere Nähe. 
Der zweite geht an die Formigas im Norden. Mir bleiben 7 Mobulas verwehrt und es bleibt ein kleiner Einsiedlerkrebs, Muränen, Barracudas und Tunas. 
Zu unserem dritten Tauchgang ist auch der beste Tauchplatz an den Formigas, der Canyon, wieder frei und direkt mit dem abtauchen zieht ein enorm riesiger Stachelrochen seine Kreise und setzt sich gekonnt in Szene. Der daneben schwimmende Zacki wirkt nahezu mickrig. Nicht vergessen wollen wir zwei Adlerrochen die immer wieder im Canyon umherschwirrten. 

Letzter Tag, letzter Schuss. Ambrosia. See wieder spiegelglatt und die Sonne strahlt. Doch es bleibt verhext, von unten drückt Plankton nach oben und verriegelt die Sicht auf max. 15m! Kurzzeitig klart es mal komplett auf über 40m Sicht auf, trübt sich aber sofort wieder ein. Nach 40 min. hat keiner mehr Bock. Wir versuchen einen Drift über Ambrosia, bleiben in zwanzig Minuten aber ebenso erfolglos. Dann lässt sich mal einer an der Oberfläche blicken und zurück am Platz haben wir ihn zumindest für 20 min. bei weiterhin bescheidener Sicht. Zurück in den Hafen und ab an den Pool. Am Abend sind wir bei Wahoo Diving zum grillen und verleben einen geselligen Abend bei köstlichem Fisch & Salat. 

Fazit:
Leider etwas unglücklich mit Ambrosia. Wieder das schon häufiger und zuletzt in Südafrika aufgetretene Problem: Ich kenne es leider besser :) Zumal zusätzlich der bereits eine Woche vorher angereiste Kumpel drei sehr gute Tauchtage an Ambrosia hatte und ebenfalls unsere Gruppe danach bzw. die 2-Wöchler ebenfalls am letzten Tag an Ambrosia nochmal Glück hatten. So ist es eben bei einer Woche. Dafür haben mich die restlichen Tauchplätze weiterhin vollends überzeugen können und lohnen einer erneuten Rückkehr. Es bleibt spannend zu welcher Basis bzw. zu welchem Inhaber.