Sonntag, 7. Juni 2015

#Reisebericht: Manta-Madness @ Revillagigedo Socorro! Und was noch so im Hochsee-Archipel?



Ziel:           Mexiko / Revillagigedo Socorro
Tauchregionen:  Socorro, San Benedicto, Roca Partida
Tour-Operator:  Tauchertraum 
Reisezeitraum:  14.02.-28.02.2015

--> Alle Fotos auf Facebook: Socorro 2015


Vorwort:
Darf man sich darüber freuen wenn man kurzfristig auf eine bereits seit über einem Jahr ausgebuchte Tour mitdarf, noch dazu an einen DER aktuellen Top Grossfisch-Spots auf der Welt mit einem der besten Boote im östlichen Pazifik, und das weil sich ein Ehepaar hat scheiden lassen und nun storniert hat? Da (vermutlich) alle gesundheitlich fit sind, muss ich gestehen: Ja, ich freue mich!

Es ist Buckelwalsaison. Zu dieser Zeit lassen sich die sanften Giganten rund um die Baja blicken. Manche treffen sich um zu paaren, manche legen einen Zwischenstopp ein auf Ihrem weiteren Weg gen Norden. Und auch um das Socorro-Archipel legen Sie immer wieder einen Zwischenstopp ein. Mit Glück erwischt man eine Mutter mit Kalb die dann einige Zeit mit ihrem Jungen an Ort und Stelle verharrt und man zu Ihnen ins Wasser zum schnorcheln kann. Ansonsten ziehen sie "lediglich" relativ zügig an einem vorbei und plätschern mit ihren Flossen oder springen sogar aus dem Wasser heraus. Doch sind Sie diesmal auch da? Ein Trip-Report der Solmar V lässt Böses erahnen. Orcas haben einer bekannten stationären Mutter das Kalb weggefressen. Ein tragisches Schauspiel der Natur. Es liegt nahe dass die anderen Buckelwale das Weite suchen und die Region vorerst meiden, doch der aktuellste Trip-Report der Solmar V kurz vor unserem Aufbruch vermeldete bereits wieder neue Buckelwalsichtungen.


Die Anreise:
Doch vorerst zurück zu meinem Trip. Platz ergattert, Flug mit KLM über Amsterdam und Mexiko City nach San José del Cabo für 950€ + 100€ Tauchgepäck geschossen.

Hafen Cabo San Lucas bei Tag
Glücklicherweise ging der Flug mal nicht morgens zur Unzeit sondern um 12:00 ab Frankfurt in Richtung Amsterdam. Trotzdem ist man insgesamt fast 24h unterwegs und erreicht Cabo planmäßig erst um 23:20 Ortszeit. Wo ich soviel über Fluglinien schimpfe mal hier ein Lob an KLM. In jedem Flug, und insbesondere im Langstreckenflug, ausreichend Beinfreiheit, gutes Entertainment-System, sehr freundliche Crew und hervorragendes Essen verdienen hervorgehoben zu werden. In Mexiko-City wird es kurz umständlich. Lange Wartezeit bei der Immigrierung, dann muss man sein Gepäck abholen, obwohl durchgecheckt, und weiterbringen zum Transfer-Förderband. Aber das Personal war soweit sehr freundlich und auch auf Englisch hilfsbereit. Denn man musste auch noch das Terminal wechseln. Es ist also ratsam genügend Zeit zwischen beide Flüge zu packen.

Soweit so gut. Landung in Cabo, und natürlich außerordentlich platt. In Deutschland ist es nun 7:00 morgens. Jetzt beginnt leider erstmal wieder der Ärger. Von zwei Gästen fehlt das Gepäck, das komplette. Und unser Hotel für die Nacht hat angeblich keine Reservierung obwohl DERTOUR-Voucher vorliegen. Folglich müssen wir bereits weiter zum Schiff, die uns glücklicherweise aufnehmen können. Naja, spart letztlich einmal hin und her. Und gab ganz am Ende der Tour sogar 100€ für die ausgefallene Übernachtung zurück seitens Tauchertraum ;-)


Unser Tauchschiff:

Die Rocio del Mar. Ganz schöner Klotz. Ein geräumiger und ein verwinkelter. Der erste Eindruck überzeugt mich. Das beste was ich bisher auf der amerikanischen Seite gesehen habe. Und eine sehr hilfsbereite und zuvorkommende Crew. Der Körper kann sich an den neuen Schlafrhytmus auch noch nicht so richtig gewöhnen. Um halb sechs bin ich bereits wieder hellwach. 



Für das zurückgebliebene Gepäck findet sich so schnell keine Lösung. Es muss für das Ehepaar mit Leihausrüstung und kurzfristig gekauften Kleidungsstücken gehen. Es bleibt jedoch hängen, dass die Crew und Inhaber der Rocio sich außergewöhnlich bemühen. Doch so schnell mahlt keine Mühle.

Gegen halb zehn stechen wir dann in See in Richtung San Benedicto. Und nur wenige Minuten auf dem offenen Meer lassen sich immer wieder vereinzelte Buckelwale erblicken. Endlich spielt auch mal wieder das Wetter mit. Sonne, wenig Wind und Welle, es geht voran. Es folgt das allgemeine Briefing. Um 16.00 Uhr das Tauchbriefing.


Auf der Rocio wird in drei Gruppen getaucht. Jede Gruppe startet mit einem Abstand von 15 Minuten. Nach einem köstlichen Abendessen verdrücke ich mich gen Koje. Ich bin immer noch massiv platt und schwächele ganz schön arg. Immer wieder unterbrochen von Schwitz- und Toilettenpausen schlafe ich bis in den Morgen. Dann bereite ich die restlichen Dinge für meine Kameras vor. Ladegerät für meine Lumix habe ich ja vergessen. Und auch eine Klammer fehlt mir leider. Gegen halb zwölf ist die geplante Ankunft. 


 


Tag 1: Las Cuevas

Vor dem Frühstück zeigen sich im Sonnenaufgang erneut ein paar Buckelwale. Ganz entfernt sieht man bereits San Benedicto. Und es rückt unaufhaltsam näher. Delfine werden am Morgen ebenfalls am Boot gesichtet.

Dann geht es um 11:30 zum ersten Tauchgang. Immer noch fühle ich mich ziemlich platt. Aber ich bin nunmal in Socorro. Und es lohnt sich. An einem flachen Check-Dive-Platz namens Las Cuevas gibt es zwei Caves in denen White tips liegen. Massig. Und mittendrin noch ein großer Stachelrochen. Für einen Check-Dive ziemlich viel los.

Insgesamt viele Rochen unterwegs, neben den normalen Stachelrochen auch zwei Torpedorochen. Dazu viele Kugel- & Igelfische. Gefällt mir gut, Socorro. Der zweite Tauchgang ist am gleichen Platz. Dummerweise lasse ich den anderen den Vortritt bei der ersten Cave, da ich beim letzten Tauchgang der erste war, und dann schwimmt aus der Höhle eine ziemlich große Schildkröte heraus, verzieht sich im Anschluss aber sofort. Mit zwei Tauchgängen soll es das auch erst einmal gewesen sein. Ein phantastisches Abendessen wird diniert. Spinat-Salat, Hähnchenbrust mit Champignons und Kartoffeln & Erdbeer-Vanille-Törtchen zum Dessert. Bereits gegen halb neun verziehe ich mich wieder in die nächtliche Koje. Ich schlafe etwas weniger verschwitzt nun durch. Um 6 stehe ich auf.




Tag 2: Punta Norte

1. Dive 07:15, Delfine über Wasser. Sicht evtl. max. 20m. Surge. Mehrmals nur ein sehr kurzer Anblick eines Mantas, alle bleiben aber oben an der Oberfläche und kommen nicht zu uns herunter. Dann fliegt ein Großer heran und passiert uns. An umkehren denkt er jedoch leider nicht. Wir schwimmen den Tauchplatz noch etwas ab, finden aber nichts weiteres mehr. Dann, am letzten Punkt, findet sich ein interagierendes Exemplar das uns mehrfach umkreist. Vom Zodiac aus sehen wir, dass es am Ende sogar zwei sind. In unmittelbarer Nähe zu uns passieren Buckelwale. Super Start in den Tag!


Schnell zum Frühstück und dann steht um 10:00 bereits der nächste Tauchgang an. Im großen und Ganzen werden alle vier Tauchgänge des Tages am identischen Tauchplatz oder besser Tauchareal durchgeführt. Wir springen nun etwas weiter westlich und treiben mit der Strömung über die Felsformationen in ca. 20m Tiefe. Was ist das? Musik in meinen Ohren... Es ist die Musik der Buckelwale. Nicht beschreibliche Töne, ins Mark gehend. Und tatsächlich erhasche ich einen kurzen Augenblick 3/4 eines Buckelwals. Unser Texas-Cowboy hat Sie alle drei drauf. Mutter+Kind+Escort.


Wir kehren um und wählen die entgegengesetzte Richtung. Und schwimmen mitten in Sie herein. 2 Mantas, große Exemplare, wunderschöne dazu. Das Licht steht nun optimal, wenn auch die Sicht nicht ganz mithält, 20m + einiges an Schwebeteilchen. Die zwei Mantas umkreisen uns regelmäßig bis auf 50 bar herunter. Dann lasse ich abreißen zum Sicherheitsstop und trudele direkt in den nächsten Manta hinein. Etwas kleiner. Dafür komplett schwarz. Und unter ihm hindurch nochmal ein Koloss. Es ist nun wirklich Zeit zu gehen, sonst zieht es beim nächsten Atemzug Wasser durch den Automaten. Einzigartige Show. Wow! 
Mittagessen, schlafen, um 14:00 geht es schon weiter. 

3. Versuch. Die Sonne steht schon etwas tiefer. Die Bedingungen sind schon nicht mehr ganz so gut. Aber trotzdem lassen sich wieder zwei Mantas zum Tanz bitten und drehen von allen Richtungen auf uns zu. Umwerfendes Spektakel, immer noch.

Zurück am Boot vom dritten Tauchgang sehe ich, auf meine Kamera wartend, ein kleines Buckelwalbaby in der Nähe der Felsen springen. Der Wunsch nach schnorcheln wird erhöhrt und wir fahren in die Bucht. Angekommen rührt sich minutenlang nichts. Wir drehen bereits wieder ab, da springt es wieder. Und auch Mama lässt sich blicken. Wir robben uns heran, gleiten ins Wasser und nehmen Kurs. Doch mit begrenzter Sichtweite reicht es wieder nur zu einer Momentaufnahme. Diesmal zumindest des kompletten Buckelwals und auf Video als Beweis festgehalten. Es geht zurück zur Rocio. Und direkt wieder ins Wasser zum 4. Tauchgang des Tages. Zugenommen wird hier sicherlich nicht. Abgenommen haben hingegen meine Akkus. Alles leer, also diesmal ohne Kamera ins Wasser. Wir springen am identischen Punkt wie die Tauchgänge zuvor. Direkt unter mir befindet sich eine kleine Arena in der sich bereits 4-5 Weißspitzen fertig zur nächtlichen Jagd machen. Den ganzen Tauchgang über findet sich immer wieder mal ein White tip zum vorbeischleichen ein. Die restliche Zeit bleibt dem üblichen Riffleben zur Verfügung, etwas großes findet sich nicht mehr ein während dieses Tauchgangs. Das die Sonnenuntergänge und das Abendessen phantastisch sind wissen wir ja bereits, konnte aber heute nochmals bestätigt werden:)



Tag 3: El Boiler

An Tag 3 wartet El Boiler auf uns. Das Riffdach des Tauchplatzes liegt gerade mal bei 3m und bei aufgewühlter See verbunden mit starkem Surge sieht es aus, als würde die Oberfläche kochen. Daher der Name "Boiler" zu deutsch Heizkessel. Für uns verzichtet er auf großes Tam-Tam, spiegelglatt gibt er sich. Der Rest San Benedictos ist fast wolkenlos, nahezu windstill und klar. Ein 6er im Lotto zu dieser Jahreszeit, hab ich mir ja auch verdient mal Glück zu haben, man siehe Malpelo oder erst der letzte Trip auf die Kap Verden. Also zurück zum Boiler. Ein Plateau mit 40m Durchmesser auf 3m, dann steil abfallend bis auf maximal 40m. Im Nordwesten mit einem weiteren Plateau auf ca. 20m. Und dies ist der Tauchplatz der Revilliagigedo berühmt gemacht hat.

Also dann rein ins kühle Nass und erst einmal orientieren. Die Sicht ist gleich etwas besser als in Las Cuevas, heute sind wir zusätzlich Gruppe 3 die als letztes ins Wasser springt. Und auch hier lassen sich die Mantas nicht lange bitten und fliegen von allen Seiten und Tiefen auf uns zu. Die wollen definitiv nur spielen!



Zum Ende ein weiters Highlight. Ein größerer Schwarm Bonitos etwas im Blau. Mehr als auf Nahdistanz komme ich jedoch nicht heran. An Tauchgang zwei und drei  "Same procedue as last dives, alles da!"

In San Benedicto sind aller guten Dinge vier und nicht drei. Also auf zum letzten Tauchgang des Tages. Gruppe A+B gehen zusammen, aber unser Silberrücken hängt noch weit hinterher. Glücklicherweise kann ich die beiden Schweizer bereits begleiten, denn wir dürfen auch ohne Guide bereits vorweg. Der Tauchplatz liegt direkt am Boot. 
Die erste halbe Stunde gelingt es mir die Mantas komplett zu ignorieren.Muräne, Kofferfisch, Igelfische, Kugelfische, Lobster, Hawkfische und was es sonst noch so alles gibt werden inspiziert und abgelichtet. Dann kann ich jedoch leider nicht weiter Stand halten. Wieder umkreisen uns 4 Mantas im Nordwesten am Plateau und kommen näher als jemals zuvor. 
 
Die Sonnenstrahlen der untergehenden Sonne skizzieren erneut eine surreale Welt aus der man nie wieder auftauchen möge. Die sich unaufhaltsam zurückneigende Nadel der Atemluft erzwingt dies unausweichlicherweise dann doch. Ein Tag im Wunderland.

Wie rundet man solch einen Tag idealerweise ab? Genau, mit einem mexikanischen Barbeque auf dem Deck des Schiffes. Phantastisches Erlebnis, hervorragende Küche, super Atmosphäre. Selten einen runderen Tag erlebt.




Das Video zu den Tagen 0-3:



Tag 4: El Boiler

Auf die große Ebbe an anderen Tauchschiffen am Roca Partida wartend verbringen wir einen weiteren Tag am Boiler. Wir rotieren wieder an Stelle eins und dürfen als erste ins Wasser. Delfine sind über Wasser bereits da, na hoffentlich zeigen sie sich auch unter Wasser. Zuerst nur kurz. Es überwältigt aber wieder das tiefe blau zerstückelt durch tausende von Fischen. Aller Art. Bestimmend sind Big-Eye-Jacks, Blaupunktmakrelen und eine Barschart. 

Fröhlich den BigEye-Jack-Schwarm filmend kommt plötzlich Bewegung ins Geschehen, Papa Delfin hat Hunger. Langsam durch den Schwarm gleitend pickt er sich ein Opfer heraus und schnappt blitzartig nach ihm. Einige Big-Eyes sind anschließend nicht mehr zu 100% komplett. Ein weiter gesellt sich dazu, dann ziehen Sie wieder von dannen. Mich zieht es wieder zur Nordwest-Ecke. Atlantis ist wieder in vollem Gange. Alle sind wach. Das ganze Fischbestimmungsbuch lässt sich finden und ist im aufgehenden Sonnenlicht fast unbeschreiblich schön. Garniert wird die Show mit 4 Mantas die ihren Weg immer wieder über das Riffdach finden und endlos ihre Kreise ziehen. Wer auch immer im Märchenwald gewesen ist war falsch, der wahre liegt hier. Bisher, wer weiß was Roca bringt. 


In Tauchgang zwei ist es etwas eng um die Mantas herum. Ich widme mich wieder mehr dem Riff und füge der Sammlung ein paar Muränen und einen schönen Oktopus hinzu. Den Felsblock mit den anderen wieder umkreisend deutet unser Divemaster Axel  ins Blaue. An Tag zwei zeigt er sicher keinen Manta mehr, also Vollgas. Es sind wieder die Bonitos, die sich zwischen Oberfläche und 15m Tiefe tummeln. Diesmal komme ich noch etwas besser heran. Und abschließend gibt es dann wieder 4-5 Mantas. Mein Liebling ist auch dabei, ein enorm großer (ca. 6-7m) Grauer.




 

Tauchgang drei verläuft ähnlich. Nennenswert ist ein schwarzer Manta der sich seitlich zu mir positioniert und dann mal schön einen kräftigen Nieser in die Umgebung ablässt.

Abschließend haben noch genau zwei Leute Bock auf Tauchgang Nr. 4. Ich und Randell. Der Rest versucht es mit Walbeobachtung oder relaxt. Tatsächlich lässt sich über den gesamten Tauchgang kein Manta blicken, Haie sowieso nicht. Einzelne aus anderen Gruppen haben wohl über die Tage mal kurz einen Hammerhai gesehen. Uns bleibt an diesem Tauchgang das auffüllen des Makro-Depots und der Genuss des Tauchplatzes mit seinen unglaublichen Biodiversifizität. Neue Errungenschaft: ein Bärenkrebs! Mein Gott würde ich dort gerne einen Nachttauchgang machen. 

Tag 5: Roca Partida




Wir erreichen Roca Partida um 06:30 morgens. Der erste Tauchgang ist auf 08:00 terminiert. Die Valentina taucht vor uns. Es gilt die Regel "first come, first served". Das Boot welches als erstes am Tauchplatz ist darf immer zuerst ins Wasser. Danach folgend die anderen Boote. Sinnvolle Sache, so hat jeder Platz und bei drei Tauchgängen am Tag ist es auch für alle planbar. Roca Partida ist wirklich nur ein kleines Stummelchen in den Weiten des Pazifiks. Voll geschissen von den Vögeln sieht es ein bisschen aus wie eine Nacktschnecke. Die Erwartungen sind bereits ins fasst unermessliche geschraubt. Haie, Delfine, Mantas & Buckelwale während den Tauchgängen. Es wäre das wahre Großfischmekka. Gruppe A betritt diesmal als zweites das Wasser. Von der Oberfläche sind wieder einige Delfine und auch Buckelwale zu sehen, fraglich ob Sie sich beim Tauchgang zeigen werden. 


Die ersten Minuten können das Versprechen noch halten, die bekannten Felsvorsprünge sind voll mit übereinandergepackten schlafenden White tips. Dann flacht es aber deutlich ab zu den Erwartungen. Die Sicht liegt mit gut 30-40m noch darüber, auch Makrelen gibt es wieder in unterschiedlichster Ausführung in massiger Anzahl, aber Haie sind rar. 1 Galapagos und 1 Silky lässt sich kurz blicken, das war es. Am Safety Stop 1 filmbarer Wahoo dann geht es zurück aufs Boot. Zwischen den Tauchgängen hat es regelmäßig Walaktivitäten um uns herum, aber eben nicht so nah dass man nur reinspringen müsste. Alle sind in Bewegung, keiner stationär. Immer wieder ziehen Sie auch nah genug am Tauchplatz vorbei, mit viel Glück kann es also klappen.

Durchgang Nr. 2, ich widme mich wieder zuerst den White tips. Dann kommen 2-3 Galapagos-Haie in Sichtweite und ein paar Silkys, aber ohne Weitwinkel-Format. Am Strömungseck krabbeln wir etwas am Fels entlang um das Schauspiel der Massen an Jacks betrachten zu können. Große Jäger sind ordentlich unterwegs, es fehlt der richtige Großfisch.

Bringt diese der dritte Tauchgang? Zunächst versuchen wir nochmal unser Glück mit den Humpies auf dem Rückweg vom zweiten Tauchgang. Wir erreichen Sie einmal auf gleicher Höhe, reinfallen lassen, kurzer Augenblick mit Ihnen, dann macht es "klong". Hat mich einer gerammt? Nein, ich bin unter das Panga geraten und habe den austrudelnden Propeller vollends mit dem Kopf gestoppt. Es bleibt bei einer Beule. Es nähert sich sofort ein Silky an der Oberfläche, der wohl auf eine etwas größere Verletzung meinerseits gehofft hatte, Pech gehabt!

Die Beule wird direkt mit Bacardi gekühlt, allerdings nur äußerlich. Die Schwellung hält sich in Grenzen, also die der Beule, und ich bin fit zum 3. TG.

Vom Panga aus sehen wir nicht all zu weit entfernt wieder Humpys. Abgetaucht hören wir sie auch wieder direkt als wären sie direkt neben uns. Also schießt alles gen Blau. Das ganze endet ziemlich erfolglos und nach 13min. sammelt uns das Panga wieder auf und bringt uns zurück zum Felsen. An der Nordwestseite befindet sich auf ca. 30m ein kleiner Vorsprung von dem aus man weiter hinab schauen kann. Dort zeigen sich massig viele Black Jacks inmitten der restlichen Fische und es Gesellen sich auch 5 Galapagos und 5 Silver Tips hinzu. Mehr oder minder nah, alles ohne Vollformattauglichkeit. Aber zumindest mal ein paar Haie. Pompanos verabschieden uns beim Safety Stop.

Das nachfolgende Whalewatching verläuft ohne jegliche Unterwasser-Aufnahmen. Darüber kommen wir durchaus nahe heran, doch keine Chance unter Wasser. Fast versöhnlich gemeint scheint das erneute Barbeque auf dem Deck der Rocio Del Mar. Die Crew macht einen hervorragenden Job. Im Scheinwerferlicht des Bootes finden dann eine Menge Silkys ihren Weg zu uns, warum nicht bereits früher?


Tag 6: Roca Partida 

Vielleicht bringt der zweite Tag Roca mehr Erfolg. Allerdings sind wir wieder lediglich Gruppe 3 und somit letzte im Wasser.

Tauchgang 1 wird erst zum Ende spannend. Die am gestrigen Morgen in großer Anzahl vorhandenen Delfine zeigen sich diesmal überhaupt nicht. Nahezu perfekte Sichtbedingungen und wenig Strömung sind keine guten Voraussetzungen für Haie. Was gibt es? Kurz einen Yellow fin, 2 Wahoos und weiterhin viel Fisch. Erst beim Safety-Stop ziehen dann zwei Mantas auf mind. 25-30m Tiefe an uns vorüber. Zu tief, zu spät, schade. Cool waren noch die White tips, die an einem Felsvorsprung immer wieder in die Kamera hineingezogen sind.

Bei Nummer zwei widme ich mich den Schmetterlingsfischen die arbeitslos nahe der Oberfläche umherdümpeln und das sagt alles über die restlichen Ereignisse.


 
Zum dritten Versuch wird jede mögliche Minute der Nullzeit auf Tiefen < 30m verbracht. Aber es bleibt komplett leer. Ein einziger Galapagos-Hai hat sich gezeigt, mehr nicht. Es hinterlässt ein ziemlich enttäuschendes Gefühl von Roca Partida. Das anschließende Whalewatching lasse ich sausen, ein Fehler wie sich letztlich herausstellt. Diesmal klappt es mit einigen näheren Begegnungen begünstigt durch Delfine an der Oberfläche die den Schnorchlern den Weg Richtung Wal zeigen.



         Das Video zu den Tagen 4-6:




Tag 7: Roca Partida



Zum Abendessen wurde entschieden einen weiteren Tag an Roca Partida zu verbringen. Der aufkommende Wind wird nun erst gegen Sonntagnachmittag erwartet, weitere Boote sind auch nicht zu erwarten und so probieren wir es halt nochmal. Wir dürfen sogar als erste ins Wasser. Delfine Gesellen sich auf dem Weg zu uns. Doch unter Wasser nimmt gähnende Leere wieder ihren Platz ein. Keine Delfine. Keine Strömung. Super Sicht. Da, es zieht ein Hammer unter uns vorbei. Ich bin mittlerweile bis zur Sichtkante im Blauen draußen. Wieder, ein Hammer nimmt auf meiner Höhe Kurs auf mich, bricht aber nicht mal nach der Hälfte des Weges seine Unternehmung wieder ab und enttrudelt ins Blau. Ein Silky lacht uns von oben aus. 


Ein großer Fischschwarm wiegt sich am Fels, ist aber bereits bekannt seit Tauchgang 1-6. Ja, es gibt noch einen Oktopus, den Rest des Tauchgangs baumelt meine Kamera so lustlos im Schwell wie der Rest meines Körpers. Dieser Tauchplatz kann wahrlich besser. Und Gruppe 3 zeigt er sich, eine große Schule Hammerhai gleitet unter ihnen hindurch, allerdings auf 50m+! Da bekommt man doch nen Vogel! Oder besser nen Hai!

Danach geht es heute mal etwas früher auf Whalewatching-Tour. Bringt auch nix, oben viel los, aber alle drehen sofort ab sofern wir auch nur in ihre Nähe kommen. Dafür sind viele Silky unterwegs. Naja, wissen wir wenigstens wo die sind, wenn nicht schon am Felsen. Also dann, Mittagessen und um 14:00 zum zweiten Durchgang.


 

Zunächst passiert wieder nicht viel. Viel Fisch im Wasser, mehr auch nicht. Ab welchem Punkt das ganze dreht, daran erinnere ich mich nicht mehr genau. Definitiver Wendepunkt ist der urplötzlich auftauchende Manta, der anschließend seelenruhig seine Kreise zieht. Dann passiert der für mich persönlich verhängnisvolle Fehler. Ich konzentriere mich auf zwei yellow fin tunas die zum Felsen hin an die Oberfläche abdrehen. Nur leider befinden sich in meinem Rücken ca. 20 Hammerhaie auf 20m Tiefe und darunter wohl der restliche Teppich, na herzlichen Dank. Durch die verlorene Zeit beim Whalewatching folgt Nr. 3 nur wenig später. Der Versuch den ganzen Tauchgang zu wiederholen. Und tatsächlich wird Roca langsam besser. 10-15 Galapagoshaie halten sich auf Sichtweite im Blauen auf, noch kommen Sie aber nicht näher heran. Die Gruppe rückt schon etwas weiter in Richtung Nordwestspitze vor. Ich suche noch etwas länger im Blauen und wieder kommt aus dem Blauen ein Manta auf mich zugeflogen. Nach einigen Drehungen ziehen wir gemeinsam gen Spitze weiter. Dort gesellt sich eine Schildkröte zum Manta hinzu, die Unmengen an Fisch wuseln weiter herum. Etwas weiter oben betritt ein stattlicher Galapagoshai die Szene, ich bin zu weit weg um ihn zu filmen. 
Austauchend an der Westwand kommt erst 1 Wahoo, dann ein weiterer und dann kommt wieder ein Manta. Es folgt eine Szene mit Erinnerungswert. Der Manta dreht sich auf den Rücken und verharrt eine gefühlte Ewigkeit in dieser Position, sich langsam fallen lassend. Ich muss aufgeben, zu wenig Luft und zu nah an der Deko, muss ich nach oben abdrehen. 
Das war Roca Partida, denn heute geht es definitiv weiter nach Socorro.

Roca folgte auf eine phänomenale Zeit in San Benedicto, nicht nur das machte es schwer. Aber auch insgesamt ließ Roca nur extrem selten sein Großfischpotenzial aufblitzen. Es gilt wiederzukommen, dann hoffentlich in einer besseren Verfassung.



 
Tag 8: Socorro


Nun also Socorro, es beginnt am Roca O'Neill. Socorro beeindruckt mit seinem saftigen grün. Wunderschöne Insel, die auch als Drehort für das Hobbitland hätte herhalten können. Zum tauchen: Wir tauchen ab und es lässt sich sofort ein Manta blicken. Zieht aber jedoch ohne größeres Interesse von dannen. Zwei der festen Zielpunkte sind Arches auf ca. 30m Tiefe. Schöne Bögen, die jedoch aufgrund des fehlenden Tageslichts nicht gänzlich zur Entfaltung kommen, vom filmen ganz zu schweigen. An den zweiten Bogen schließt sich direkt eine kleine Höhle an. Sehr flach, max. 1m tummelt sich ein kleiner White tip darin, sowie ein schlafender Stachelrochen. 


Ansprechender Tauchgang ohne nennenswerte Ereignisse wäre nicht kurz vor Ende der Oktopus aufgetaucht den ich auch sehr ansprechend zur Interaktion bewegen kann. Es sind ungemein viele Oktopusse unterwegs, wer die Augen offenhält der findet auch einen. Die erste Gruppe heute Morgen hatte übrigens mal wieder Delfine und auch ein paar Hammerhaie. Wir bleiben auch den zweiten Tauchgang dort, finden zwei Stachelrochen. Der eine wunderschön gebettet innerhalb von Weichkorallen, den zweiten erwische ich just vor einem Felsvorsprung hervorschwebend. Abschließend  versteckt sich noch eine Flunder auf den Steinen, das war es dann auch schon. 


 

Vor dem Mittagessen versuche ich mit "Ever" nochmal mein Glück mit einem Humpback, bleibe aber erfolglos. Direkt nach dem Mittagessen muss das Boot zum nächsten Tauchplatz umsetzen, die Zodiacs fahren. Ich wieder dabei, wieder ohne Erfolg. Es nervt wahrlich. Kaum ist man Weg oder auf dem Boot springt, flappt und breacht es überall neben uns, aber wehe man nimmt Kurs auf Sie.

 
Nr. 3? Punta Tosca. Ich verlasse die Gruppe kurz um auf dem Grund einen großen Stachelrochen abzulichten. Kurz flappt er auf, da erblicke ich direkt neben ihm einen Tigerschlangenaal. Auch dieser kommt in den Kasten. Im weiteren Verlauf versuche ich mein Glück mit einem Baby-Silky. Und tatsächlich ist dieser interessiert und schaut immer wieder nah zu mir vorbei. Noch ein Drachenkopf, noch ein Oktopus, dann sollte es nochmals klingeln in der Manege. Ein Manta fliegt herein, wird aber durch einen ihn antatschenden Taucher verscheucht. Dann sind die meisten aber schon zum Safety Stop weg und ein zweiter Betritt die Arena. Volle Kanne gegen die Strömung erreiche ich ihn auf gleiche Höhe und gelange unter ihn, genüßlich verharrt er in dieser Position ehe wir noch weitere Minuten umeinanderhergleiten. Letztlich zwingt mich mein Computer zum Abbruch. Er lässt keine weitere Minuten unterhalb von 10m ohne Deko zu und auch die Luft ist bereits unter 20 bar abgefrühstückt. 

Das war es dann für heute mit tauchen. Wir müssen zum Navy-Point Check-In. Nicht aber ohne es vorher doch nochmal versucht zu haben mit den Buckelwalen. Aber kaum sind wir da ist wieder Totenstille auf dem Meer. Wir kehren um. Oder doch nicht? Da treibt etwas auf dem Meer, ziemlich ruhig. Und diesmal lässt sie uns tatsächlich ran. Aus sicherer Entfernung gleiten wir ins Wasser und schwimmen auf Sie zu. Regungslos, langsam nach vorne gleitend treibt sie. Bis auf 2m kommen wir heran. Doch dann taucht auch leider schon ihre männliche Begleitung aus der Tiefe auf und beide gleiten wieder von dannen. Dennoch, der beste Moment bisher mit den beiden. 

Tag 9: Socorro




Wir bleiben einen weiteren Tag in der Umgebung von Socorro. Nun im Nordosten, an einem Tauchplatz Cabo Pears genannt. Heute ereilt uns wieder das Schicksal die dritte Gruppe zu sein, und dennoch gelingt es uns einen meiner besten Tauchgänge aufs Parkett zu legen. Durch landabgängige Strömung ist die Sicht recht gut, und man beginnt an einer Steilwand die in ein landläufiges Plateau übergeht. Recht schnell teilt sich unsere Gruppe erzwungen durch einen aufkreuzenden Manta in zwei Teile. Wir sind fortan nur noch zu dritt, glücklicherweise die richtigen drei, alles Filmer. Schluss also für heute mit GoPro-Sticks und Blitzen im Bild. Den gesamten Rest des Tauchgangs sind wir umzingelt von drei schraffierten Mantas und zwei schwarzen. Und sie bieten die bis dahin beste Show. In engen Kreisen überfliegen sie mich immer wieder und animieren zum mitsegeln. Ich wusste teilweise wirklich nicht mehr wo oben und unten war. 
Das Sahnehäubchen? Kam dann auch noch: Plötzlich betreten Delfine den Spielplatz und  heften sich für kurze Zeit an die Mantas ran. Unfassbar geile Eindrücke. Der bisher beste Tauchgang. Nach dem Frühstück gibt es einen schnellen Ausflug mit dem Panga, und wir erhaschen glücklicherweise wieder kurz einem Blick auf einen Wal.

Tauchgang zwei bot die identische Manta-Show wie Tauchgang 1. Begleitetet von ständigen Walgeräuschen, die extrem nah erschienen. Und Gruppe 1 taucht tatsächlich 50m neben dem Wal auf und kann mit ihm schnorcheln. Unsere Zeit sollte noch kommen. An Tauchgang Nr. 3! An der Show der Mantas hat sich nicht viel geändert, die Strömung zog nun etwas stärker über den Lavafinger und erschwerte die Bedingungen etwas. 
Ausnahmsweise bin ich mal der erste der auftaucht und in mittelbarer Nähe prustet eine Walfontäne. Nichts wie ab in diese Richtung! GoPro an, Lumix an und beten dass die Richtung passt. Sie tut es, 100%! Frontal kommen Mutter und Kalb auf mich zu, passieren mich, und entschwinden ins Blau. Das war DER Moment!

Der abschließende Tauchgang Nr. 4 hielt viel Zeit für das übliche Riffleben bereit, keinerlei Mantaaktivität. Nur damit dann urplötzlich doch nochmal ein Delfin aufkreuzt und den Tauchgang wieder zu etwas Besonderem macht. Allerdings war auch der Rest durchaus bereits sehr gelungen mit schönen Aufnahmen des täglichen Rifflebens (Drachenkopf, Flunder, Falterfische, Muräne).


Tag 10: San Benedicto
10. und letzter Tauchtag. Nach ca. 5h Fahrt sind wir in San Benedicto angekommen. Der Wind frischt nun deutlicher auf. Der Canyon steht auf dem Plan. Aneinanderliegende Felsbrocken bilden einen Rücken der ins Blaue hineinläuft. Die Plateaus jeweils langsam absinkend von 10m auf ca. 20m, endend an einem Dropoff der langsam in die Tiefe absinkt. Bis dahin war tote Hose. Dann bildet sich etwas Action an einem kleinen Fels. Barsche, Makrelen & Jacks balgen umeinander. Etwas weiter draußen noch mehr Jacks. Hier ist Action, hier bleibe ich. Und es finden sich tatsächlich insgesamt fünf Hammerhaie ein die aber sehr scheu bleiben, auch wenn ich letztlich einen von ihnen recht nah vor die Linse bekomme. Da liege ich aber auch bereits 4 Min. in der Deko. Während des Aufstiegs findet sich erneut einer auf 15m ein, bleibt aber auf Sicherheitsabstand. Ein Silky zum Abschluss. Das war's. 24 Grad Wassertemperatur sind das bis dato kälteste auf dem Tacho. Kalter Wind kommt hinzu, all das verhindert den direkten Wechsel zum Boiler, dieser liegt etwas außerhalb und ist so nicht betauchbar. 

Also findet auch der zweite Tauchgang hier statt.

Und in diesem dreht die Strömung um 180 Grad. Der Großfisch wechselt komplett die Seite und vor dem Felsrücken liegt eine Schicht Plankton. Genau in dieser Schicht verstecken sich mind. 30 Hammerhaie und patrouillieren auf und ab. Richtig nah herein kommen Sie allerdings nicht. Immer wieder werden wir von drei Mantas unterbrochen die ihren Weg über die Felsrücken finden und dort verbleiben. Dann heißt es auch schon wieder aufsteigen und abrücken zum Club Sandwich am Mittagstisch. 

Die Tauchgänge drei und vier bringen jeweils einzelne Hammerhaie sehr nah und nur im vierten kreuzt erneut ein Manta aus der Ferne auf. Auf dem Zodiac springt in der Ferne ein Buckelwal aus dem Wasser und winkt uns zum Abschied! Der glücklichste Taucher war ich an diesem letzten Tag übrigens wieder nicht, es gab durchaus Sichtungen und Aufnahmen von weitaus mehr als 100 Hammerhaien.





Das war nun Socorro. Wir hatten unglaublich gutes Wetter, eine hervorragende Crew, einen Kapitän der uns immer um die anderen Boote herumgelotst hat, ein super Boot und immer hervorragendes Essen. Wir wurden überschüttet mit Mantas, Delfine waren auch häufiger zu sehen, auch wenn ich selbst leider keine richtig mit mir spielenden Exemplare zu Gesicht bekam. Viele andere hatten das Glück. Leider kein stationärer Buckelwal mit Kalb, so wurde es ein hartes Stück Arbeit überhaupt ein paar Momente zusammen mit Buckelwalen unter Wasser zu bekommen. Was aber auch gelang. Überwasser gab es Buckelwale en masse. So zeigten sich die Plätze von Socorro und San Benedicto in hervorragender Verfassung, in außergewöhnlich guter, traut man den Geschichten der Wiederholer. Im Gegensatz dazu enttäuschte bei uns Roca Partida. Wenig Hai unterwegs, nur vereinzelt Großfisch um uns herum, vermutlich verursacht durch relativ warme Wassertemperaturen (ca. 25/26 Grad statt < 24 Grad, dadurch einige Haiarten ziemlich tief) und fast strömungsfreien Verhältnissen (dadurch vermutlich Silkys, Silver Tips und Galapagoshaie stark verstreut im Blauwasser). 

Aber eines ist sicher: Diese Reise verlangt nach einer Wiederholung!
 
Das Video zu den Tagen 7-10:



 




Sonntag, 12. April 2015

#Testbericht: Die GoPro Hero 4 Black im Praxistest inkl. Rotfilter & Makrolinse von Magic-Filter & Actionpro X7 Vergleich

Während meines 2-monatigen Ägyptenaufenthaltes habe ich einen persönlichen schwarzer Freitag erlebt. Binnen 3 Tauchgängen an Rocky Island sind mir zwei Actioncams abgesoffen. Meine Hero 3 Black beim Early Morning aufgrund eines langen Haares in der Dichtung und beim Sunset Dive meine Rolei S-50, hier ist der Grund ungeklärt geblieben, das Gehäuse blieb undicht. Da aber noch 4 weitere Wochen bevorstanden, musste Ersatz her. Die Wahl fiel auf die schon länger auf meiner Liste stehende Actionpro X7 (Testbericht hier) und die brandneue GoPro Hero 4 black.



Im Fokus steht heute die GoPro Hero 4 Black. 
Es ist mittlerweile weitläufig bekannt, dass man bei GoPro noch eine gehörige Portion Marketing und Namen mitbezahlt und zeitgleich der Lieferumfang sehr bescheiden ausfällt. Dafür setzt Sie immer wieder neue Maßstäbe mit ihren Neuerscheinungen! Klar, nachmachen ist dann billiger...

Der Lieferumfang:

Lieferumfang GoPro Hero 4
Ist bekannt mau und gibt natürlich viel Anlass zu meckern. Nur noch bis 40m Tauchtiefe wasserdicht, dazu nicht gerade vertrauenswürdig was den Schließmechanismus angeht. Rückseite für Skeleton, ein Akku, flache und gebogene Halterung und ein bisschen Adaptionspotenzial für die Ausrichtung, das war es dann auch schon. 

Tauchgehäuse GoPro (60m wasserdicht)
Wer Glück hat war bereits in Besitz einer GoPro Hero 3 und behält das ursprüngliche und bis 60m wasserdichte Tauchgehäuse und den Monitor. Die sind nämlich zur neuen GoPro Hero 4 kompatibel. Mein Gehäuse war nach Entfernung des Haars wieder dicht und auch der Monitor hat es überlebt. 
Die Akkus sind leider nicht mehr kompatibel.


Beim Einschalten der Kamera ein zeigt sich  die neueste Software-Version deutlich übersichtlicher als bei Ihren Vorgängern. Über die ehemalige WLAN-Taste gelangt man jetzt bequem und schnell zu den "Einstellungen". Der kleine Bildschirm wird  besser ausgenutzt, die Bedienung ist intuitiver und logischer, folglich gelingt die Umgewöhnung recht schnell.

Zum Einstimmen ein Film von meinem Trip nach Socorro aufgenommen mit der GoPro Hero 4 Black und zusätzlich einem Rotfilter von Magic-Filter und der Videoleuchte Luna 4 von Keldan:


Ab gehts unter Wasser:


Welche Einstellungen beim Filmen?
Die Hero 4 Black will neue Maßstäbe beim filmen setzen. Dazu muss ein doppelt so schneller Prozessor her. Erstmals ist es gelungen die so entstehende Wärme auch abzuleiten und die Power in solch einer kleinen Cam nutzen zu können. 
Flüssige 30 Bilder pro Sekunde in 3840 x 2160 Pixeln (4K) & tolle Zeitlupen mit 120 Bildern/s in FullHD kommen dabei heraus. 
Zusätzlich gibt es stark erweiterte Einstellungsmöglichkeiten wie z.B. das filmen mit "Protune". Das würde diesen Artikel aber sprengen und es gibt im Netz bereits einen sehr guten Artikel, welcher den Zusammenhang sehr gut erklärt:

http://beyond.bluewavefilms.de/gopro-protune-camera-raw-2/


Ich persönlich habe immer in 4K oder in 2,7K gefilmt mit maximalem Weitwinkel. Alternativ wäre noch auf HD umzuschwenken und mit 60 fps zu filmen für spätere Zeitlupeneffekte. Ich bin kein Vollprofi, aber das mit Adobe Premiere Elements 10 geschnittene Video heruntergerechnet auf HD auf einem 55"-TV kommt schon extrem gut :)
Da wird mancher staunen, dessen Videosystem gut und gerne das 10-fache kostet. 

Ein Problem ist etwas die Farbdarstellung des Blaus bei schlechten Lichtverhältnissen, z.B. beim Early Morning Dive. 
Durch den deutlich stärkeren Sensor ist die Lichtempfindlichkeit wesentlich verbessert worden, rauschen nimmt sichtbar ab. Aber die Farbregelung, die über Wasser z.B. Weiß gerne mal als Beige darstellt, gibt einem tiefen Blau schnell mal einen Lila-Stich mit. Das variiert dann auch nochmal sehr stark mit dem Medium auf dem man sich die Szene anschaut.
Da ist leichtes aber machbares nachjustieren mit der Schnittsoftware gefragt.
In Sachen Farbechtheit finde ich weiterhin, dass die Actionpro die bessere Figur macht, aber mit dem nagelneuen Sensor kann Sie in Sachen Schärfe leider nicht ganz mithalten.





Der Akku:
Immer wieder das viel gescholtene Problem der Hero-Serie. Ich finde den zusätzlichen Monitor im Tauchgehäuse unverzichtbar. Ich muss sehen was ich filme und ob Licht und Objekt richtig positioniert sind. 
Doppelte Leistung + Monitor zehrt natürlich am Akku, da helfen auch 10% Steigerung der Akkuleistung nichts. Hier haben Taucher aber nun endlich mal einen Vorteil, üblicherweise sind wir nicht mehrere Stunden Non-Stop unterwegs sondern haben immer eine Oberflächenpause zwischen unseren Tauchgängen. Innerhalb dieser habe ich meinen Akku immer wieder geladen, für Situationen an denen man nicht laden kann könnte man über  einen Zweit-Akku nachdenken. Ununterbrochenes filmen macht nicht nur das anschließende schneiden fast unmöglich sondern geht auch auf den Akku. Gibt es doch mal einen spektakulären Tauchgang dann reicht eine Laufzeit von >60 Min. in 4K soweit aus. Wer vorher bereits weiß, dass es ein langer Tag wird dem sei empfohlen "lediglich" in Full-HD zu filmen, das spart Akku. 
Die SD-Karte:
Vorsicht beim SD-Karten-Kauf! Ich wusste es in Ägypten nicht besser und habe meine schon teure Class-10-SD-Karte weiterbenutzt. Die Lese-/Schreibgeschwindigkeit kann da aber noch stark variieren und für Aufnahmen in 4K war Sie schlicht zu langsam (ca. 60MB/sec). Das hat häufige Abstürze und Aufhänger produziert.
Angehängt die offizielle Empfehlungsliste von GoPro, ich empfehle eine Größe von 32 GB als ausreichend:


https://de.gopro.com/support/articles/software-update-release



Der nächste Super-Gau:

Eingangs bereits erwähnt, hatte mein Gehäuse bereits eine Hero auf dem Gewissen. Nach ca. 60 weiteren Tauchgängen, zwischen denen das Gehäuse jedesmal geöffnet und wieder geschlossen wurde, kam es erneut zu Wassereintritt. Glücklicherweise war die Gummiabdeckung auf dem SD-Karteneingang gesteckt. Darauf sollte man penibelst achten!!! Es waren nur wenige Tropfen und die gesamte Cam hat das Szenario überlebt. Das Gehäuse ist nun mittlerweile 2 Jahre alt und hat einiges mitgemacht. Ist zwar kein Zeichen von richtiger Wertarbeit aber auch kein grober Qualitätsmangel. Letztlich ist die untere Halterung einfach langsam ausgeleiert und hat sich im 1/10-Bereich verschoben. Jetzt muss ich es ersetzen. 
Die Lehre: Immer alle Abdeckungen auf die Hero, dann überlebt Sie auch solch kleinere Unfälle.


Abtauchen mit der GoPro Hero 4 Black:


Aufnahmen mit Rotfilter:

Nachfolgend nochmal ein Video mit 3 Szenen welche die Actionpro X7 mit der GoPro Hero 4 Black vergleichen. Die GoPro Videos sind mit 4K-Auflösung aufgenommen, die der X7 mit 1920x1080, also das jeweils bestmögliche.     
     
Die Hero 4 Black mit AutoMagic-Rotfilter:
Ich war ebenfalls mit der GoPro Hero 4 und einem Rotfilteradapter von magic-filter.de unter Wasser. Wer die zusätzliche Investition noch angehen möchte der erhält im Flachwasser bis zu mittleren Tiefen klasse Aufnahmen.   Ägypten I: 
Ägypten II:
     
Malediven:


Aufnahmen mit Videolicht Luna 4 von Keldan:  
In unzähligen Berichten und auch in diesem haben wir jetzt haarspalterig die Unterschiede zwischen GoPro und Actionpro erörtert. Und lassen dabei das Gesamtpaket außer acht. Für Nahaufnahmen ist eigentlich nicht die Kamera das entscheidende sondern das Videolicht. Für den Nahbereich kann man getrost zu einer Cam des mittleren oder sogar niedrigen Preissegments greifen und investiert das gesparte Geld in eine gescheite Videolampe. Diese sollte zumindest einen breiten Abstrahlwinkel von >100° haben. Darüber hinaus wird es natürlich leider auch wieder sofort sehr teuer. Aber die Ergebnissteigerung steht eher im Verhältnis zueinander als die höherpreisige Actioncam. Ich war mit der Luna 4 von Keldan unter Wasser und habe dies nicht bereut. Knappe 6000 Lumen Lichtstärke und echte 5.000° Farbtemperatur (nahe des natürlichen Lichts) sprechen Bände. Aber mit 1.000€ auch weit entfernt vom Hobby-Segment. Unten Aufnahmen mit der GoPro Her 3 & 4 sowie der Actionpro X7:  


Aufnahmen mit Makrolinse +10/+20dpt.:   
Bezüglich Makro-Filmen sie auf meinen gesonderten Bericht diesbezüglich hingewiesen:
http://divecookys-tauchblog.blogspot.de/2015/04/technik-testbericht-makrolinse-10dpt.html    

 +10dpt. Makrolinse von Magic-Filter:
   
+20dpt. Makrolinse von Magic-Filter:
   
Fazit:   Die Hero 4 Black verlangt dem Käufer einiges ab. Weniger Ausstattung, schlechteres Gehäuse, stolzer Preis. Dafür bekommt man "nur" den bisher besten Chip auf dem Markt.  Klar, wer 1-2 pro Jahr abtaucht und ein paar schöne Erinnerungen mitnehmen möchte und auch daheim nicht viel nachschneidet für den reicht eine Actionpro X7 oder die Hero 3 Black vollkommen aus.  Aber der beste Chip auf dem Markt ist nun mal auch der lichtempfindlichste und schärfste. Wer darauf achtet der bekommt eben die besseren Aufnahmen bei schwierigen Lichtverhältnissen.

   
<7p>  

Montag, 6. April 2015

#Technik: Shooting Macro: Makrolinse +10dpt. mit GoPro Hero 4 Black & Actionpro X7 von Magic-Filter

Fotoexport aus Video mit GoPro Hero 4 Black (unscharf)





Fotoexport aus Video mit GoPro Hero 4 Black & Magic-Filter Makrolinse +10 dpt. (scharf)

Kurz nach Ostern soll ein weiterer Artikel zum Thema Technik meinen Blog füllen. Kurz vor Weihnachten habe ich über die Makrolinse von PolarPro berichtet, diese ist speziell für die GoPro Hero Reihe. Nun gibt es eine Makrolinse die auch für die restlichen Actioncams auf dem Markt nutzbar ist, wie z.B. Actionpro, Rollei, BeastVision, AEE, etc...

Doch nun vorerst zurück zum Sinn und Zweck einer Makrolinse:
Es klingt zunächst erst einmal suspekt. Ich kaufe mir eine Actioncam mit extra großem Weitwinkel und klipse dann eine Makrolinse davor. Bekloppt?

Mitnichten. Auch die Actioncam-Szene entwickelt immer mehr Extras wie im Fotografie-Bereich um für jedes Objekt die perfekte Ausrüstung zum Ablichten zu erschaffen (und gleichzeitig damit etwas Geld zu verdienen). Zwar ist das Einsatzgebiet gegenüber beispielsweise einem Rotfilter etwas stärker eingegrenzt doch beim tauchen hat Sie definitiv ihre Daseinsberechtigung, für Taucher die für alle Motive gewappnet sein möchten. Den Manta bekommt jeder scharf. Aber die Nacktschnecke oder den Shrimp?

Folgende Aufnahmen sind mit der GoPro Hero 4 Black, einer Keldan Luna 4 Videoleuchte und einer Makrolinse +10 dpt. von http://www.magic-filter.de gedreht worden:


Actioncams haben wenn überhaupt lediglich einen digitalen Zoom. Der Bereich in dem Sie scharfstellen ist von Werk ab fix eingestellt. Das führt mitunter dazu, dass je nach Modell die Cam erst ab ca. 30cm Entfernung ein Objekt scharf fokussiert. 

Auch ich habe beim tauchen nun schon einige Szenen erlebt, bei denen ich mir gewünscht hätte, auch sehr nahe Objekte scharf ablichten zu können. Beispielsweise ein Seepferdchen im Seegras oder eine Muräne die sehr, sehr interessiert an meinem Kameraobjektiv war. 


Nachfolgend ein paar Aufnahmen mit/ohne Makrolinse aus meinem "Trockendock": 

GoPro Hero 4 Black Foto ohne Makrolinse im Abstand von 10cm

GoPro Hero 4 Black Foto mit Makrolinse +10 dpt. im Abstand von 10cm

GoPro Hero 4 Black Foto ohne Makrolinse im Abstand von 12cm
GoPro Hero 4 Black Foto mit Makrolinse +10 dpt. im Abstand von 12cm


Aus den obigen Aufnahmen geht eine deutliche Verschärfung des Bildes im Abstand von 10 und 12 cm hervor. Nachfolgend ein Bild mit Abstand von 4cm, bei der ebenfalls eine deutliche Schärfung der Buchstaben hervorgeht:

GoPro Hero 4 Black Foto ohne Makrolinse im Abstand von 4cm

GoPro Hero 4 Black Foto mit Makrolinse +10 dpt. im Abstand von 10cm

Zusammen mit der Actionpro X7 habe ich die Makrolinse einem weiteren Praxistest in den Gewässern der Malediven unterzogen:
Die Ergebnisse können sich wahrlich sehen lassen und machen jede Makro-Szene zum Hingucker:


 
Nah, Näher, am Nähesten...! 
Wer erst einmal nah an einem Objekt gewesen ist, der will dann auch gleich noch näher ran. Unzähliges Makroleben auf den Malediven schreit geradezu danach. Der Magic-Filter-Adapter mit Makrolinse beinhaltet den Vorteil z.B. eine weitere Makrolinse mit +10 dpt. auf die bereits vorhandene aufzuschrauben. Nachfolgendes Video ist mit diesem "Doppelpack" gedreht worden:



Fazit: 
Sinnvolles Equipment, insbesondere wenn die Tauchreise in die Welt der Makros geht. Und zu einem Preis von ca. 40€ im Vergleich zu Makrolinsen aus der Fotografie auch noch durchaus vertretbar und erschwinglich. 
Allerdings kann man die Makrolinse nicht gleichzeitig mit einem Rot- oder Magentafilter benutzen. Dazu gibt es bei Magic Filter einen weiteren Adapter. Bei Makroaufnahmen im Nahbereich sollte aber sowieso eine Videoleuchte eingesetzt werden statt eines Filters. Dieser hat seine Daseinsberechtigung bei Landschafts- und Objektaufnahmen in weiterer Entfernung. 
Vorteil des Magic-Filter-Makroadapters ist es, dass man durch aufschrauben einer zweiten Linse einen Effekt von +20dpt. erreichen kann. Oder jeden anderen beliebigen  Näherungseffekt.
Der Adapter inkl. Linse ist erhältlich unter:
http://www.magic-filter.de 

Freitag, 2. Januar 2015

#Reisebericht: 8 Wochen Tauchsafaris in Ägypten Okt-Dez. 2014 - Ein Erfahrungsbericht

Ziel:           Ägypten
Tauchregionen:  Rotes Meer
Safarischiff:   MY Independence II / MY Quick Shadow 
Tour-Operator:  Bluewater Safaris 
Zeitraum:       16.10.-11.12.2014

Der Hintergrund:


Schon länger mit dem Gedanken spielend mich auf der Pay-Another-Dollar-In-Leiter eine Sprosse weiter emporzuschwingen, öffnete sich im vergangenen Sommer ein Türchen, die sofort durchschritten werden musste. 2 Monate guiden in Ägypten für Bluewater Safaris unter Führung von Judith und Bernard Wächter auf einem ihrer beiden Safarischiffe Independence II oder Quick Shadow. Die Ausbildung zum Divemaster war abgeschlossen, erste Erfahrung gesammelt, also Los! 

Vorwort:

Dieser Bericht soll euch einen Einblick geben in die Tauchbedingungen an den verschiedenen Tauchplätzen vom Norden der Wracks bis in den Süden zu den Rocky Islands. Wie war der Wind? Welcher Großfisch war wann, wo und mit wie vielen Kumpanen unterwegs? Wie viele anderen Taucher waren da? u.s.w.
Letztlich entsteht ein Bild des Tauchgebietes über einen Zeitraum von ca. 2 Monaten zum Jahresende. 
Wer sich hier Geschichten aus dem Nähkästchen erhofft wer mit wem, wann und wie oft, welche Herzen neu zusammengefügt, welche gebrochen wurden oder wer nett und wer doof war, den muss ich leider enttäuschen. Auch gibt es von mir keine Home-Story über das Leben als Diveguide. Das bleibt alles da wo es ist :) 
Für interessierte ist es ein Puzzleteil im großen Puzzle den nächsten Tauchurlaub bestmöglichst auszuwählen, natürlich immer noch abhängig von den Launen des Schicksals.

Die Wracks im Norden:
Ende November/Anfang Dezember gingen zwei Touren zu den Wracks nördlich von Hurghada in Verbindung mit den Brothers. Ob jemand Wracks mag oder nicht das muss er selbst entscheiden. Recht frisch waren die Temperaturen jedenfalls von ca. 22°-24° unter Wasser. Gepaart mit viel Wind über Wasser fängt man dann schnell das frieren an. Das muss zum Winter hin generell akzeptiert werden. Der ägyptische Schnee heißt Wind :) 
Insgesamt hatten wir super Sichtverhältnisse an den Wracks und für alles weitere hier ein Video mit einigen ausgewählten Wracks:


Doch auch die Riffe haben dort oben noch einiges zu bieten, z.B. der Bluff Point:

Brothers:
Insgesamt 5x durfte ich während meiner Zeit dort sein. Und es wurde von mal zu mal besser! Generell war auch das gesamte Jahr 2014 gut an den Brothers mit einer kleinen Unterbrechung im Sommer. Normal beginnt die Saison in etwa Mitte Oktober. Wir hatten hier bereits enige Longimani am großen und am kleinen Bruder sowie den ein oder anderen Fuchshai. Und auch die Anzahl der Boote war mit jeweils 4 Stck. an jedem Bruder erträglich. Je später die Saison desto mehr Boote starten ihre Touren aus Hurghada und wechseln zu Wracks/Brothers-Touren statt BDE-Touren. Je nach Wetterverhältnissen beginnen die Hurghada-Touren erst bei den Wracks und fahren dann zu den Brothers. Bedeutet Sie sind Mo/Di an den Brothers. Highlight-Touren sind klassischerweise Sa/So an den Brothers. So waren wir im Dezember fast alleine dort. Hingegen eine Woche früher bei einer Wrack-/Brothers-Tour wieder mit 4-5 Booten zusammen. Wo Schatten da ist jedoch auch jede Menge Licht. Denn je mehr Boot, desto mehr Krach und desto mehr Longimani finden sich neugierig ein.
Jedoch sind auch Sie deutlich weniger neugierig und aufdringlich als in früheren, angefütterten Zeiten. Es Bedarf etwas Ortskenntnis und Geduld um Sie zu finden. Nahezu sicher waren Begegnungen wenn man über die Boote hinaus ins Blauwasser tauchte. Bis zu 4 Longimani gleichzeitig konnte ich erblicken. Für Ausflüge ins Blau muss jedoch immer auch die Strömung passen. Letztes Jahr war ich ebenfalls 2 Wochen im November und es war gerade mal 1 Longimanus sehr kurz dort den ich auch nicht einmal gesehen habe. Ich hoffe also, dass dieses Jahr der Beginn einer längeren Episode von guten Longimanus-Jahren sein wird :) 






Daedalus:
Das Top-Riff des Jahres 2014. Das ganze Jahr über stationär mehrere Mantas beherbergt und natürlich ist auch weiterhin die Schule Hammerhaie zugegen. Das wissen natürlich auch die anderen Boote. Daedalus war dieses Jahr der Garant für eine gelungene Tauchsafari. Und auch Ende Oktober/Anfang November konnten wir bei zwei Touren davon profitieren. Allerdings immer umzingelt von ca. 10-12 anderen Booten. Aufgeräumt werden soll hier auch mit dem super Spruch: "Der frühe Vogel fängt den Wurm", bringt nix. Bei zwölf weiteren Booten braucht es einfach das bisschen Glück und etwas Erfahrung mit so wenigen anderen Tauchern wie möglich im Wasser zu sein. Es braucht ebenfalls keine 40m Tiefe. Wenn die Schule will, kommt Sie zu euch. Eines aber hilft definitiv und das ist Disziplin. Wenn Sie kommen sollte man weder in die Tiefe noch in die Breite auseinanderstreuen. Das teilt auch die Hammerhaie auf. Idealerweise hat man auch keinen Fotografen mit Blitzen dabei, auch das erhöht das Risiko, dass man sie verscheucht. Bei meinem besten Tauchgang mit den Hammerhaien haben Sie uns mehr als 10 Min. permanent umzingelt und umschwommen. Bis dann leider doch andere Taucher hinzugestoßen sind. Die höchste Wahrscheinlichkeit hat man auf die Schule oben im Norden im Bereich von den beiden Caves im Osten bis hin zu Nemo City im Westen. Die Caves bieten sich für den Early Morning an, Start oder Ende Nemo City für den Afternoon-Dive. Und immer viel Geduld mitbringen, man schaut schon gerne mal 20 Min. ins blaue bevor sich etwas tut!
Bereits in der ersten Novemberwoche hat man gemerkt, dass das Wasser sich anfängt zu durchmischen und es auch häufiger Südströmung gab. Das hat einige Tauchgänge teilweise bereits schwierig gemacht und recht ereignisarm an Großfisch, wenn dann nicht doch der große Manta vorbeigeschwommen ist. Bei unserer letzten Tour Anfang Dezember zeigte sich Daedalus dann in Nebensaison-Bedingungen. Südwind, Südströmung. Nur zwei Boote, ein drittes konnte aufgrund der Bedinungen nicht anlegen. Für Hochseeriffe verhaltenene Sicht von ca. 20m ließen sich nur sehr vereinzelt mal ein einziger Hammerhai in Tiefen von unter 30m blicken. Mantas wurden nicht mehr gesichtet. Dafür haben sich durch die Ruhe Fuchshaie ans Riff getraut und sorgten für ein schönes Erlebnis. Für Hammerhaischulen ist der Dezember sicherlich zu spät, November bereits riskant, aber es gibt auch sonst viel zu entdecken dort und man kann Daedalus einfach mal anders betauchen als sonst. So konnten wir einen vollen Tag im Norden ankern und direkt dort abtauchen :)

Fury Shoals:
Eine absolut phantastische Ansammlung flacher Riffe. Natürlich, für Großfisch braucht es hier viel Glück und dann erhascht man meißt auch nur einen Blick aus der Ferne. Meine absoluten Lieblingsriffe dort sind Malahi, Abu Galawa Soghayr, Shaab Claudia und natürlich auch Satayah mit seinen Delfinen, die allerdings bei Südwind lieber Urlaub machen und man sich auch sonst nur sehr kurz dort aufhalten sollte, die Delfine müssen bereits einiges an Schnorchlern ertragen. Häufig bleiben Sie aber auch um die Schnorchler herum und sorgen so für eine absolut hervorragende Zeit.

Rocky Island:  
Ich hatte noch nie richtig Glück am Rocky. Zwar waren wir immer entweder alleine oder maximal zu zweit (wie die beiden Male dieses Jahr auch), aber auch ohne Großfisch. Das war auch diesesmal Anfang November so. Rocky bietet ebenfalls einen phantastischen Riffbewuchs, aber für Großfisch ist es der falsche Zeitraum. Der beste Zeitraum ist von Ende April bis in den Juni hinein. Dann sollen sich dort Hammer-, Seidenhaie und Schildkröten blicken lassen. Selbst überprüft habe ich es jedoch noch nicht. Zum Thema fehlender Großfisch gab es übrigens für die Independence II ca. zwei Wochen später eine denkwürdige Begegnung. Ein Tigerhai hat unter dem Boot eine Delfinfamilie angegriffen und Papa Delfin hat mit einem beherzten Stoß den Tigerhai vertrieben. Selbst beim späteren Tauchgang ließ sich der Tigerhai blicken. Soviel zum fehlenden Großfisch zum Ende des Jahres, so ist halt die Unterwasserwelt :)

Zabargad:
Hier ist kein Grofisch zu erwarten. Hier gilt es sämtliche Zeit dem wunderschönen Riff zu widmen, wenn es gelingt, inkl. Nachttauchgang. Es gibt auch einen Weg in die Lagune herein, wobei der Weg wesentlich interessanter ist, als die Zeit in der Lagune selbst.  
Auf der Wetterseite gibt es noch ein relativ flach liegendes Wrack, das jedoch nur selten zu betauchen ist. Wer auch nur einen Tag in Zabargad verbringt kann sich dieses getrost schenken. Nur Hardcore-Wrackfans können darauf dringen. Es ist nicht schlecht, hat auch einige Möglichkeiten zum ein- und hindurchtauchen doch würde ich vor die Wahl gestellt den Tag an den Korallengärten vorziehen. Wer dennoch gerne ein Wrack betauchen würde dem sei die Kamash II an den Sernaka Islands empfohlen. 

Sernaka Islands: 
Bereits auf dem Rückweg von Zabargad in Richtung Fury Shoals liegen die Sernaka Islands. Das Wrack der Kamash II liegt zwischen 30 und 50 Meter tief. Man lässt den Tauchgang dann am nahe gelegenen Riff ausklingen, wobei sowohl der early morning viel Fisch geboten hat, als auch die Option eines Sunset-Dives eine gute Alternative bietet.

Ich hoffe ich konnte euch etwas mit meinen Erfahrungen bei eurem nächsten Ägypten-Urlaub helfen. Auf jeden Fall immer Gut Luft!

Dienstag, 23. Dezember 2014

Testbericht Actionpro X7 inkl. Rotfiltervergleich und Vergleich X7 vs. Hero 4 Black

Etwas über ein Jahr ist der letzte Testbericht über eine Actioncam her. Die Rollei S-50. Qualitativ durchaus gut, wies sie jedoch in der Verarbeitung größere Mängel auf wie sich später herausstellte. Rollei hat den Verkauf der S-50 mittlerweile auch auslaufen lassen. Aber um diese soll es heute nicht gehen. 

Im Fokus steht die Actionpro X7. Schon etwas in die Jahre gekommen in der schnelllebigen Elektroindustrie, ihr Erscheinungsdatum liegt bereits 18 Monate zurück. Daher will ich mich auch nicht mit allen möglichen technischen Details aufhalten. Die hat der Testbericht von taucher.net bereits sehr ausführlich beschrieben. Warum ich Sie jetzt teste? Nun ja, während meines 2-monatigen Ägyptenaufenthaltes habe ich einen persönlichen schwarzer Freitag erlebt. Binnen 3 Tauchgängen an Rocky Island sind mir zwei Actioncams abgesoffen. Meine Hero 3 Black beim early morning aufgrund eines langen Haares in der Dichtung und beim sunset meine Rolei S-50, hier ist der Grund ungeklärt geblieben, das Gehäuse blieb undicht. Da aber noch 4 weitere Wochen bevorstehen sollten musste Ersatz her. Die Wahl fiel auf die schon länger auf meiner Liste stehende Actionpro X7 und die GoPro Hero 4 black (Testbericht folgt ebenfalls).  



Die ersten Schritte: 


Bereits die Verpackung macht einiges her. Man will ja irgendwie immer das Gefühl haben sich gerade etwas besonderes gekauft zu haben. Das gelingt Acionpro mit einer etwas anderen Verpackung in der innen alles sauber angeordnet ist und nichts eng aufeinander gestaucht.
 
Der Lieferumfang ist ähnlich zur Konkurrenz. Die Befestigungspads und stecker sind alle mit der GoPro kompatibel wenn auch nicht bis ins letzte Detail, aber sie halten sicher. So habe ich erstmal mein Zubehör der GoPro weitergenutzt, zum Beispiel auch das Klebepad. Da eigentlich alle Klebepads von 3M kommen gibt es da auch keine Unterschiede. Auch das weitere Zubehör ist ausreichend mit weiterem Gehäuse für Tonaufnahmen und Ladekabel. HD-Ausgang ist einfach zugänglich angebracht wie der USB-Anschluss zum verbinden mit dem PC oder laden des Akkus. Dieser muss dazu praktischerweise nicht herausgenommen werden.

Klar, WLAN-Fernbedienung fehlt, aber ich persönlich brauche die beim tauchen nicht. Wer Wifi doch nutzen möchte kann dies auch unkompliziert per App tun.  Einschub für SD-Karte und Akku ist einfach zugänglich und funktional. Bildschirm ist integriert und kann wahlweise nach festen Vorgaben abgeschaltet werden um Strom zu sparen.




Lieferumfang der Actionpro X7









Ab gehts unter Wasser:

Welche Einstellungen beim Filmen?
Ich persönlich habe immer in 1920x1080 mit 30 FPS gefilmt (So wie es auch im nachfolgenden Testbericht von Taucher.Net verglichen wurde.) Höchst mögliche Qualitätsstufe und maximaler Weitwinkel. Nachfolgend sei hier nun der Testbericht von taucher.net verlinkt, den ich hier nur kurz kommentiere. Zum Beispiel das beschriebene Problem bei der Hero-Serie, dass Sie bei schwachen Lichtverhältnissen einen Lila-Stich entwickelt. Und das hatte ich leider oft, kann man aber mit etwas Aufwand über GoPro-Studio wieder wegbekommen. Vom dort gelobten Unterwassermodus halte ich persönlich nichts, dann lieber das optische Licht filtern.




Der Rest:
Das Fazit zu den Akkulaufzeiten kann ich nur teilen. Bei 3 Tauchgängen pro Tag habe ich die Actionpro X7 nie leer bekommen. Habe aber natürlich auch nicht 3x 60Min. durchgefilmt. Und das ist entscheidend. Beim tauchen habe ich jeden Abend die Möglichkeit zum nachladen. Meine Hero 3 Black inkl. Display musste man schon sehr vorsichtig behandeln damit Sie 3 Tauchgänge packt. Das ist bei der neuen Hero 4 Black deutlich besser, reicht aber dennoch nicht an die Werte der Actionpro X7 heran. Das liegt sicherlich am integrierten Display der X7. Natürlich ist die direkte Wiedergabe auf dem Display der Hero wesentlich besser, aber unter Wasser will ich nur sehen ob mein Objekt richtig positioniert ist.
Ein Argument für die Hero 4 wäre die Verfügbarkeit von optionalen Makrolinsen. Die auch sehr nahe Aufnahmen ermöglichen. Auch verlieren Aufnahmen bereits bei etwas weiterem Abstand im Vergleich zur GoPro an Schärfe, so mein subjektiver Eindruck ohne es genau ausgemessen zu haben.


Abtauchen mit der Actionpro X7:


Aufnahmen mit der Actionpro X7:

Entscheidend ist ja immer auf dem Platz! Nachfolgend Best-Of-Szenen aus 5x Brothers aufgenommen sowohl mit der GoPro Hero 4 Black und der Actionpro X7. Man erkennt die Aufnahmen der Hero 4 am vorher beschriebenen leichten lila-Stich im Hintergrund. Die Aufnahmen der Actionpro hingegen bleiben blau.


 
Nachfolgend nochmal ein Video mit 3 Szenen welche die Actionpro X7 mit der GoPro Hero 4 Black vergleichen. Die GoPro Videos sind mit 4K-Auflösung aufgenommen, die der X7 mit 1920x1080, also das jeweils bestmögliche.     
Der Tauchmodus:
Ist bei mir gleich rausgeflogen. Da nichts optisch passiert sondern nur gerechnet wird kann ich das auch nachträglich machen. Noch dazu hat er mir nicht wirklich gefallen. Ich gehe lieber mit Rotfilter unter Wasser.     
Die Actionpro X7 mit AutoMagic-Rotfilter:
Ich war ebenfalls mit der Acionpro X7 und einem Rotfilteradapter von magic-filter.de unter Wasser. Wer die zusätzliche Investition noch angehen möchte der erhält im Flachwasser bis zu mittleren Tiefen klasse Aufnahmen.      
Die Actionpro X7 mit Videolicht Luna 4 von Keldan:   In unzähligen Berichten und auch in diesem haben wir jetzt haarspalterig die Unterschiede zwischen GoPro und Actionpro erörtert. Und lassen dabei das Gesamtpaket außer acht. Für Nahaufnahmen ist eigentlich nicht die Kamera das entscheidende sondern das Videolicht. Für den Nahbereich kann man getrost zu einer Cam des mittleren oder sogar niedrigen Preissegments greifen und investiert das gesparte Geld in eine gescheite Videolampe. Diese sollte zumindest einen breiten Abstrahlwinkel von >100° haben. Darüber hinaus wird es natürlich leider auch wieder sofort sehr teuer. Aber die Ergebnissteigerung steht eher im Verhältnis zueinander als die höherpreisige Actioncam. Ich war mit der Luna 4 von Keldan unter Wasser und habe dies nicht bereut. Knappe 6000 Lumen Lichtstärke und echte 5.000° Farbtemperatur (nahe des natürlichen Lichts) sprechen Bände. Aber mit 1.000€ auch weit entfernt vom Hobby-Segment. Unten Aufnahmen mit der X7 und der Luna 4 am Daedalus-Riff in Ägypten bei Nemo City und eine Longimanus-Szene von den Brothers:     
Fazit: 
Ich halte die X7 für den ungeschlagenen Preis-Leistungssieger auf dem derzeitigen Markt. Optimal abgestimmt auf die Bedürfnisse für Taucher hat sie mich bei keinem einzigen Tauchgang im Stich gelassen. Das Gehäuse ist robust, der Verschluss funktional. Zwar ist ein Großteil des Zubehörs für die X7 nutzbar, jedoch nichts was auf die Linse aufgesteckt werden muss, z.B. Filteradapter. Das ist ein kleiner Wehrmutstropfen.  Wer noch etwas Zeit hat mit der Kaufwahl könnte darauf setzen, dass Actionpro auch mit einem neuen Modell nachzieht, dessen Chip der Hero 4 Black ebenbürtig ist. Doch der Preis wird sicherlich dann auch wieder nahe der 400€ liegen.   Actionpro X7 inkl. Rot- und Magentafilter z.B. hier erhältlich:(279,00€)  http://www.magic-filter.de/artikeldetails/kategorie/actionpro-x7-gopro-filter/artikel/tauch-set-actionpro-x7.html
Alternativen:  http://www.camxpert.com/actionpro-x7    http://www.helmkamera-onlineshop.de/actionpro/actionpro-x7-actioncam-hd.html

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Technikbericht: Subtronic auf dem Weg zu alter Größe?

Bild von Marc Henaue, Quelle: Subtronic GmbH, Facebook

Wolfgang Tick bei der Arbeit, Quelle: Subtronic GmbH
Seit etwas über einem Jahr nun ist die Subtronic GmbH aus Weilheim an der Teck unter der Führung von Wolfgang Tick. Im vergangenen Juni hatte der bereits seit 15 Jahren im Unternehmen tätige Technikspezialist alle Anteile seines Vorgängers und somit auch das Ruder im Hause Subtronic übernommen. Das 1982 als Einzelunternehmen  von Hr. Witzig und Herr Thierer gegründete und mit zu den besten Herstellern von Blitzen gehörende Unternehmen geriet in den letzten Jahren immer mehr in die Enge und die Zahl unzufriedener Kunden stieg.


Quelle: Subtronic GmbH
Es fehlte eine Antwort auf den schnell wachsenden und immer wichtiger werdenden Markt der Standardblitze die von der Stange verkauft werden können. Fast jeder Blitz wurde bei Subtronic auftragsspezifisch gefertigt. Das bedeutete hohe Kosten und lange Lieferzeiten. Die große Masse kauft sich sein Zubehör jedoch erst kurz vor dem Urlaub und möchte nicht bis zum Abreisetag zittern ob das gekaufte Gerät auch tatsächlich für den Jahresurlaub eintrifft. Gleichzeitig ist der Markt für Profis immer härter umkämpft. Standardprodukte nehmen stetig an Qualität zu.
Zusätzlich stieg die Anzahl der Kunden die mit der gelieferten Qualität nicht zufrieden waren. Die Serviceanfragen häuften sich und wurden nur schleppend abgearbeitet. Ein befreundeter Taucher musste sich beispielsweise letztlich einen Blitz leihen da sein eigener Blitz nicht rechtzeitig aus der Reparatur kam. Allerdings war er dort bereits seit 2 Monaten.
Das war vor ca. 15 Monaten. Zu diesem Zeitpunkt war Wolfgang Tick noch "Mann für alle Fälle", egal ob Entwicklung, Fertigung oder bei anderen Problemen. Es agierte ein Geschäftsführer, der das Unternehmen von den beiden Gründern übernommen hat.

Diese Klippen zu umschiffen und die Subtronic GmbH wieder in ruhigere Gewässer zu manövrieren obliegt nun seit etwas über einem Jahr Wolfgang Tick selbst. Er ist der neue Geschäftsführer. Unterstützt von einem der Gründer wurde die Standardisierung des Produktsortiments angepackt und weiter vorangetrieben. Bei gleichbleibender Individualität und der Sicherstellung der Flexibilität gegenüber den Kundenwünschen wurde beispielsweise die Elektronik,z.B. der Konverter, aus dem Blitz herausgeführt. So können sowohl Blitze als auch die diverse Elektronik separat vorgefertigt und dann nach Bestellung zusammengesetzt werden.
Ebenso wurden zwei verschiedene Videoleuchten, die NG 3000 (3.000 Kelvin, ca. 56 W, ca.5100 Lumen, Strahlwinkel 100°) & NG 5000 (5.000 Kelvin, ca. 56W, ca. 4100 Lumen) weiterentwickelt und befinden sich bereits auf dem Markt.
Die Änderungen zeigen Wirkung, sinkende Reparatur- und wieder steigende Verkaufszahlen belegen dies.

Denn auch weiterhin werden mit Subtronic-Blitzen Preise gewonnen. Die jüngsten gingen an Rui Bernardo beim 1st CMAS European Championship of Underwater Photography. 
Nachzulesen hier: 1st CMAS European Championship of Underwater Photography


Darüber hinaus gibt es weitere Neuentwicklungen die auf der kommenden BOOT in Düsseldorf vorgestellt werden. Vorbeischauen lohnt sich :)

Anfang nächsten Jahres folgt ein Testbericht über die Videolampe NG3000! Stay connected!