Montag, 24. März 2014

#Reisebericht: Crystal River und seine Manatees


Ziel:           Florida / USA
Tauchregionen:  Crystal River / West Palm Beach
Reisezeitraum:  15.02.-19.02.2014

--> Alle Fotos auf Facebook: Manatees am Crystal River
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Wieder rüber über den Teich. 28 Jahre nie. Dann zweimal binnen 6 Monaten. Malpelo und Guadalupe, Ziele des ersten Trips. Nun Florida/Bahamas. Ich starte am Crystal River mit Manatees (dt. Bez.: Rundschwanzseekühe). Die möchte jeder knuddeln. Dann geht es zu den Haien Bahamas. Da möchte schon nicht mehr jeder knuddeln.


Strandrestaurant beim Best Western Hotel


Anreise:


Ab Frankfurt, über Atlanta, geht es mit Delta Airlines in die Tampa Bay Region. Mit dem Auto  liegt nach knappen 90 Min. das Dörfchen Crystal River vor mir. Es ist Presidents Weekend. Die Amerikaner haben einschließlich Montag frei und die Kinder die ganze Woche Ferien. Es hätte ruhigere Wochenenden für einen Ausflug zu den Manatees geben können. Aber es sollen diese Saison viele sein. Über 500 in der Region, nur das Rekordjahr 2010 hatte mehr. Gleichwohl lässt sich hier der Erfolg des Tierschutzes und die Integration als touristische Attraktion erkennen. Kontinuierlich steigt seit den letzten Jahren die Anzahl der Boote und der Touristen in Crystal River, denn es werden auch immer mehr Manatees. Wissenschaft, Tourismus und Wirtschaft gehen Hand in Hand. Beispielhaft. Das möchte ich persönlich erleben.
Ich übernachte im Best Western. Es ist das nächst gelegene Hotel zur Birds Underwater-Basis  bei dem ich meine Manatee-Tour gebucht habe. Goldrichtige Entscheidung. Die Zimmer im Best Western haben alles was man braucht und man ist morgens um 6 in drei Minuten drüben an der Basis.

Birds Underwater Tauchbasis

Birds Underwater Tauchbasis


Die Manatees =)

Dort ist es heute am Sonntag morgen schon richtig voll. 6 Boote werden allein von BuW heute losfahren. Aber alles läuft gut gelaunt und geordnet ab. Kurz ein paar Sätze, Ausfüllen der Erklärung, evtl. Ausleihen von Equipment und man schaut ein kurzes Video zu den Manatees und den Verhaltensregeln. Wir sind zu elft auf unserem Boot.

Ich hasse nichts mehr als Massentauchen! Oder Massenschnorcheln. Arsch kalt ist es noch dazu. Nur knapp über dem Gefrierpunkt liegt die Lufttemperatur. Nur das Wasser ist deutlich wärmer. Und was gibt das?
Natürlich: Feinsten englischen Nebel. Man kommt sich vor wie im englischen Krimi. Wir fahren mit Schrittgeschwindigkeit (mehr ist im gesamten Manatee-Gebiet zu deren Schutz nicht erlaubt) an im Nebel liegenden Inselchen vorbei, auf denen Bäume stehen, auf deren Ästen wiederum alles voller schwarzer Vögel steht. Rabenschwarz wäre die Nacht, wenn nicht Vollmond wäre. Beides hätte zur Stimmung gepasst, Mystik pur.


Da es die Nacht sehr kalt war fahren wir zu den Springs. Dort entspringen ein paar Quellen und es ist erlaubt einen kleinen Flusslauf hinaufzuschwimmen. Hier liegt eines der Rückzugsgebiete der Manatees wenn es überall sonst zu kalt wird. Konstante 72 Grad Fahrenheit hat es hier oben in der Lagune. Das ist einfach: Draußen kalt --> ab zu den Quellen. Aber wie verdammt nochmal wissen die Tiere wenn es im Golf von Mexiko wieder wärmer ist? Letztes Jahr schlug das Wetter im Golf überraschend schlagartig um. Binnen zehn Tagen waren fast alle Manatees weg. Dass sie Kabelfernsehen oder Smartphones besitzen konnte man ihnen bisweilen ebenso wenig nachweisen wie eine andere Theorie. Es ist ungeklärt.



Man gleitet ins Wasser, friert zunächst noch mehr, dann wird es wärmer. Ein kleines Stück bis zum Flusslauf. Bei der Sicht soll man Manatees sehen? Aber doch, die ersten Tanker rollen auf mich zu. Ich bin sofort verliebt. Sie sind auf dem Weg in die Kanäle zum fressen. In der Lagune ist es bereits voller Schnorchler. Ich finde eine kleine Ecke mit recht klarer Sicht und die reinste Hügellandschaft eröffnet sich mir. Klein, groß, alles liegt aufeinander und pennt. Nur kurz unterbrochen vom aufsteigen und atmen. Dann wieder hinabgleitend.


Sie pennen in allen Lagen. Auf dem Boden, freischwebend, an der Oberfläche. Für Fotografen ist es ein Dilemma. Eigentlich müsste man der erste sein bevor aufwachende Manatees und Schnorchler den Boden aufwühlen. Die Sonne kommt aber erst recht spät. Wer es sich wirklich aussuchen kann der sollte an einem Di-Do mit BuW auf die 6Uhr morgens Tour gehen. Und keine Ferienwoche wählen. Dann braucht ihr nur noch Glück mit dem Wetter. Da ich nicht die Wahl hatte, genieße ich es einfach so. Und auch hier bleibt eigentlich gar nicht die Zeit zu frieren. Man ist schlicht weg beeindruckt von den Tieren. Und trotz großer Massen an Schnorchlern am Presidents Sunday ist doch genug Action, damit jeder sein eigenes Manatee hat.
Gerade in den großen Domeports lieben Sie es ihr eigenes Spiegelbild zu betrachten und gekrault zu werden. Ein Platz den man nicht verlassen möchte. Gegen 10 verlassen wir nach 2 1/2h Aufenthalt die Springs notgedrungen doch wieder.


Die Sonne hat sich längst ihre Bahnen durch den Nebel geschlagen und wärmt schnell den durchfrorenen Körper. Heiße Schokolade und Donuts tun ihr übriges. Birds Underwater sei euch wärmstens empfohlen. Es passt alles bist ins Detail, sie bieten die Touren aus Liebe zu den Tieren an. Auf der halbstündigen Hin-und Rückfahrt erhält man viele weitere Infos über die Manatees. Über Nacht kann ich dort mein Equipment trocknen lassen. Am nächsten Morgen war es sogar gewendet! 



2. Tag, zweiter Anlauf. Nicht ganz so kalt, nicht ganz so viel Nebel, weniger Leute am frühen Morgen. Aber auch auch weniger Manatees. Zusätzlich glasklare Sicht. Absolute Traumverhältnisse. Ich verdrücke mich in eine Randecke und habe 5-6 Manatees für mich allein. Ab und zu kommen ein paar Schnorchler dazu, dann schwimmen Sie wieder weg. Die Manatees bleiben. Und wieder sind einige zum Spielen aufgelegt. Es sind wirklich wie kleine Hunde.
Im Shop kann man sich dann noch allerlei Erinnerungen an die Lieben mitnehmen. Und wer schon da ist der sollte ein Stockwerk höher ein leckeres Eis genießen :)



Bye, Bye Manatee
UW-Landschaft Crystal River

Teil II: Diving West Palm Beach

Um 13 Uhr breche ich bei strahlendem Sonnenschein nach West Palm auf. Inkl. 1 stündiger Irrfahrt habe ich nach 5h dann West Palm und das Riviera Inn gefunden. Sehr schlichte Zimmer, aber ausreichend. Die Alternativen wären ziemlich teuer gewesen. Ein paar hundert Meter nördlich esse ich im Carving Station Buffet ganz ordentlich zu Abend. Dann schlafe ich während dem Tatort in der Mediathek ein.
Am heutigen Dienstag geht es mit Jim Aberneythes zu einem 3-Tank-Dive. Gestern Abend habe ich beim umherlaufen seinen Shop bereits gesehen, im gegenüberliegenden Hafen liegen seine Boote. Es ist schon wieder strahlender Sonnenschein und mein erster Sonnenbrand 2014 sollte auf dem Fuße folgen. Donuts zum Frühstück.


Insgesamt 150$ für 3 TGs sind ok. Auf gehts zum Ersten. Called Secret Spot. Bei überraschend guter Sicht von 20-30m sehen wir bereits schnell die ersten karibischen Riffhaie aus der Entfernung. Viel tropischer Fisch und Schwarmfisch gesellt sich hinzu. Ebenso eine schlafende Schildkröte. Und insgesamt finden sich 4 große Brocken Ammenhaie über den TG verteilt. Häufig pennen Sie unter oder hinter den Felsen. Ein Schwarm Fledermausfische dümpelt ebenso vor sich dahin.




Dann geht es zum Hauptplatz des heutigen Tages: Shark Canyon. Viele karibische Riffhaie. Den gesamten Tauchgang begleitet uns ein ortsansäßiger Zackenbarsch von knapp 1,5m und lässt sich beliebig ablichten. Auch eine Schildkröte flappt wieder vorbei. Alle Tauchgänge sind Drift Dives. Der Dive Guide ist mit Oberflächenboje unterwegs, was bedeutet, dass er ohne zu strampeln bereits schnell ist als der Rest der Taucher. So bleibt für ausgiebiges fotografieren oder stöbern im Riff keine Zeit. Sonst hat man den Kontakt zur Gruppe verloren. Buddy-Pflicht gab es nicht. Man sollte in der ganzen Gruppe bleiben und im Falle des Falles mit der verpflichtenden eigenen Boje aufsteigen. Das mag jeder sehen wie er will, für Interessiere nur zur Info. Über die Oberflächenpause wird für das leibliche Wohl ebenfalls bestens gesorgt und Platz ist ebenso genug.






Zu guter letzt an der Toybox. Der Platz beginnt mit einem kleinen Wrack. Es ist komplett bewachsen und schön zu betrachten. Wieder ist viel Fisch unterwegs nebst Zackenbarsch, großer Muräne, Kuhifschen und vielen Arten von Trompetenfischen. Der weitere Verlauf des Tauchgangs führt zu einer Ansammlung großer Betonpfeiler im Wasser die dort kreuz und quer herumliegen und ebenfalls bereits schön bewachsen sind. So kann man sich seinen Weg hindurchschlängeln und wieder findet sich auch ein großer Ammenhai.
Selbst ein großer Schwarm Barracudas lässt sich erblicken, bleibt aber auf Abstand. 





Der zweite Tag hält einen Two-Tank-Dive bereit. Batheners und Die Sichtweiten waren etwas geringer, dennoch findet sich auf den beiden Tauchgängen fürs aufmerksame Auge wieder einiges. Wieder sind Ammenhaie, ein Bullenhai und ein Zitronenhai unterwegs. Aber mit bedächtig Abstand. In intensiver Erinnerung bleibt ein Lion Fish ( die dort verhasst sind und auch professionell gejagt werden) der von einem Speerfischer gefangen wurde und dann an eine Muräne verfüttert. Da hast ordentlich gescheppert im Riff. Und eine flying gurnard finde ich :) auch noch nicht gesehen bis dato!


Fazit: Wer in der Region ist für den sind die Manatees ein MUSS! In der Nachbetrachtung waren die Tauchgänge bei Jim im Riff ein super Einstand und insbesondere am Dienstag hatte ich viel Glück. Organisation und drum herum war alles super gemacht! Macht man es nach einem Trip zum Tiger Beach dürfte die Chance hoch sein sich die Erwartungen versaut zu haben :) 


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