Sonntag, 25. Februar 2018

#Reisebericht: Sardine Run Südafrika 2017 @ Coffee Bay mit African Dive Adventures

Ziel:           Südafrika
Tauchregionen:  Coffee Bay / Protea Banks
Hotel:          Ocean View / Diver Villa
Tauchbasis:     African Dive Adventures
Reisezeitraum:  07.06.2017 - 22.06.2017


Sardine Run. Wer kennt Sie nicht, die spektakulären Aufnahmen von BBC&Co?
Der Reiz das selbst mal zu sehen ist schon immer da, doch mitten in den wenigen hochsommerlichen Wochen Mitteleuropas in den Winter Südafrikas? Kaltes, grünes Wasser? Mit Glück über Wasser sonnig, aber meißt windig und schnell kühl. Doch die gegebenen Vorzeichen kommen so schnell nicht wieder. Die letzten Jahre lesen sich die Reporte des Sardine Runs, entgegen der vielen Jahre davor, wieder deutlich spektakulärer. Und wir wären insgesamt zu sechst. Da wäre es auch gesellig, wenn draußen die Welt untergeht.  Also packe ich die Gelegenheit beim Schopf und bin All-In!   

Die Anreise:
Unaufgeregt. Frankfurt via Johannesburg nach Durban, Mietwagen abgeholt und dann für eine Nacht in die Tauchervilla von Roland Mauz von den African Dive Adventures, dem Veranstalter der Tour. 

Am Folgemorgen geht es los auf die gut 400km lange Fahrt in die Coffee Bay. Nach knapp 6h erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein die Coffee Bay, die letzten Kilometer ist von geteerten Straßen nicht mehr viel zu sehen. Dafür liegt das Hotel um so netter in seiner Bucht. Die Startbucht der täglichen Ausflüge liegt nur etwa 10 Jeep-Minuten entfernt.


Rund um den Sardine Run:
Im folgenden Abschnitt gehe ich auf den Ablauf des Sardine Run etwas näher ein. Wen das nicht interessiert oder wer es schon kennt, der überspringt das Kapitel einfach. Beginnen wir mit der ersten, retroperspektiv sehr weisen, Entscheidung. Wir haben 9 Tage Sardine Run gebucht. Das übliche Package geht 4 Tage auf dem Wasser. Doppelte Chance also. Innerhalb der 9 Tage ist mit recht hoher Sicherheit ein Wetter-/Wind und auch Strömungswechsel dabei. Es geht von gut nach schlecht, oder von schlecht nach gut, auf jeden Fall anderst halt. Bedeutet mit recht hoher Wahrscheinlichkeit, dass man 1-2 der 9 Tage Poseidon, Neptun oder wem auch immer spendet. Es ist hingegen aber sehr unwahrscheinlich dass alles Grütze ist. 4 Tage sind da schon riskanter, auf unserer Tour selbst erlebt. Und im zweiten Teil hat man sich dann auch gänzlich eingewöhnt und weiß wie der Hase läuft. Aber das ganze Prozedere 9 Tage durchzuziehen war auch sehr hart, ich war froh nach den beiden früh abgebrochenen Tagen mich auszuruhen, ja der ganze Urlaub ist ein Aktivurlaub, ich war am Ende schlicht platt. (Auch einer der Hauptgründe warum ich keine 14 Tage später nach Komodo aufbreche, zum erholen!)
African Dive Adventures sind die einzigen die von der Coffee Bay aus operieren. Während des Runs managt Rolands Frau Beulah die Organisation rund um den Run. Je nach Gästeanzahl sind 2-3 Zodiacs auf dem Wasser. An Bord sind bis zu 10 Gäste, meißt weniger. Das Tauchequipment wird mitgenommen, für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich ein sagenhafter Baitball sehr stationär verhält. Lüften wir den zweiten heiligen Gral unserer gelungenen Tour. Als quasi zum Inventar gehörend durften wir über Michael Supp von Supp Diving Heilbronn Tragschalen & 3l-Flaschen organisieren. Der Sardine Run ist eigentlich auch prädestiniertes Apnoe-Gebiet. Die atemberaubenden Aufnahmen sind meißt auf einer Wassertiefe von 3-5m aufgenommen, Kamera im leichten Winkel nach oben. Für maximalen Lichteinfall. Wer nur an der Oberfläche schnorcheln kann, der verpasst schlicht einen Teil des Runs, man sollte sich dem zumindest bewusst sein. Da mir/uns auch die Qualität für mehrere Minuten unter Wasser fehlt, insbesondere im Stress, weichen wir auf 3l-Flaschen aus.




Der Run:
Der erste Tag ist uns freundlich gesinnt. Die drei Gruppen starten jeweils um 30 Min. Zeit versetzt. Wir, als Frischlinge, um 07:30 nach ausgiebigem Frühstück. Strahlender Sonnenschein lässt das Thermometer knapp an die 20 Grad steigen. 


Wenig Wind, und so kann auch das Ultraleichtflugzeug in die Luft aufsteigen. Trotz guten Wetters sind wir dick eingepackt. Mindestens 7mm, Unter-/Überzieher, Socken, Windjacke und Sonnenschutz. Der Sardine Run ist der ideale Platz um frierend einen Sonnenbrand zu bekommen. 
Die erste Action ist ein Glattwal („Southern Rights“) mit Baby, wir bleiben aber auf dem Zodiac. Dann mehrere Delfinschulen, noch sind wir nicht im Wasser gewesen. Das sollte sich kurze Zeit später ändern. 
Diesmal sind Sardinen mit dabei. Ein paar Hundert vielleicht. Durch jagende Delfine bereits an die Oberfläche gedrückt. Der Bait Ball verhält sich sogar relativ stationär, dennoch ist es permanente Arbeit als Gruppe gemeinsam vor dem Ball zu bleiben. Die Sardinen suchen immer wieder Schutz unter und um uns Schnorchler, um geschützt vor den Delfinen zu sein. Ebenfalls nehmen die Delfine reißaus, sobald man den Ring um die Sardinen geschlossen hat. Wir sind bestimmt 90 Min. mit ihnen im Wasser, allerdings heute noch ohne unsere 3l-Flaschen.
In der Rückbetrachtung ist dies bereits ein sehr guter Bait-Ball Tag gewesen. Mittendrin hatte man noch das Gefühl á la netter Anfang. Denn am nächsten Tag ist es stark bewölkt gewesen, Wind zog auf und die Action im Wasser nahm deutlich ab. 


Zwar finden wir bereits früh morgens den Anblick Hunderter jagender Vögel vor, doch der Versuch mit einem Bait zu schwimmen scheitert kläglich. Viel zu schnell bewegt er sich fort. Kaum ist man im Wasser fallen die Vögel schon wieder zig Meter weiter vom Himmel. Sehr schön, also direkt durchnässt und frierend auf dem Wasser. Da entschädigt auch nicht der erste gesichtete Brydus-Wal. Dafür lassen sich an diesem Tag viele Buckelwale beobachten, manche schlafend, manche springend, manche permanent in Bewegung. Gemeinsam war ihnen allen, dass Sie uns nicht wirklich nahe heranließen. Von einer Begegnung unter Wasser ganz zu schweigen. Mit jeder Stunde auf dem Wasser nahm der Wellengang weiter zu und gegen 14 Uhr beenden wir unseren Ausflug. Schnell in eine warme Dusche und einen heißen Kaffee. Tag 3 brechen wir bereits um 12 ab. Die Erkenntnis setzt sich durch, dass Tag 1 gut gewesen ist. 
Tag 4 bringt 6 Buckelwale auf einem Fleck, ein geselliges Miteinander und zumindest sind wir bis 14:30 im Wasser. Wir versuchen bis zuletzt alles um unter Wasser einem Buckelwal zu begegnen. Zwei springen direkt über einem, sehen aber: Nichts. Die Sicht ist viel zu schlecht und beträgt lediglich noch wenige Meter.


Im Minimum-Package wäre es das bereits gewesen. Für uns folgen zum Glück noch 5 weitere Tage :)

Tag 5 ist eigentlich gut prognostiziert gewesen. Aber die Coffee Bay wird bereits am Morgen in eine dicke Wolkendecke gehüllt und die See ist rauh. Dennoch versuchen wir unseren Weg nach draußen. Der wird aber jäh gestoppt. Eine Welle schüttelt unser Zodiac durch, einer unserer Mitstreiter ist nicht 100% achtsam, und sein Kopf wird vom Führerstand des Zodiacs gestoppt. Kleine Platzwunde und zurück geht es an Land. Während der Verletzte sich auf eine kleine Abenteuerfahrt ins Krankenhaus aufmacht, spannen wir den restlichen Tag aus. Und hoffen auf Tag 6. 


Mannschaftlich komplett geschlossen gehen wir in den 6. Tag. Auch der Unglücksrabe von gestern ist wieder an Bord, bleibt heute aber noch aus dem Wasser. Etwas zu seinem Leidwesen, denn es entwickelt sich der absolute beste Tag des Runs. Zwar auch über Wasser, aber eben hauptsächlich im Wasser. Am Morgen verziehen sich recht schnell die letzten Schleiherwolken und die Sonne bricht durch.

Am Horizont kreisen sicherlich Hunderte, wenn nicht Tausende Vögel. Sie schießen hinab und ploppen zurück an die Oberfläche. Die Mäuler vollgestopft mit Sardinen. Heute ist auch der erste richtige Tag für die 3l-Flaschen. Die ersten Bait Balls sind noch zu schnell, dann erwischen wir einen. 
Ab auf ein paar Meter Tiefe, die Sonne im Rücken, die Sicht halbwegs annehmbar mit 5 bis maximal 10m. Ein paar Hundert Sardinen werden sowohl von Delfinen als auch von Haien bejagt. Allerdings beginnen die Haie sehr schnelle größere Kreise zu ziehen und sind rasch ganz weg.




Der folgende Tag knüpft glücklichweise für unseren verunglückten Kumpel an den Vortag an. Die Action ist wieder etwas schwieriger zu finden aber es gibt genügend zu sehen unter Wasser. Dafür ist der nächste Tag wieder einer für die Tonne.  Wir fahren erst gar nicht raus. 
Zumindest zu unserem letzten Tag reißen sich die Götter nochmal zusammen. Es gibt ein bisschen Wal, ein bisschen Bait, ein bisschen Delfin, Vögel, nen Hai, also von allem etwas =) Und Sonne war auch da. 
In den letzten Sätzen kann man übrigens auch die kulinarische Verpflegung im Ocean View loben, ich persönlich habe täglich exzellent gegessen. 
Alles gut verpackt und verstaut geht es am nächsten Morgen zurück an die Protea Banks. 
 




Protea Banks:

An die 9 Tage Sardine Run hängen wir nochmal 3 Tage tauchen an den Protea Banks. Vielleicht klappt es ja diesmal mit den Raggies.(--> Raggie Tour 2013 )

Wir ziehen wieder im Taucherhaus ein nach einer zügigen Rückfahrt von gerade einmal 6,5h. 


Der nächste Tag beginnt vielversprechend sonnig und windstill. Wir machen uns auf zu einem Two-Tank-Dive am Morgen, naja, eher später Vormittag da es noch etwas Chaos ist aufgrund dessen, dass ADA gerade auch erst vom Sardine Run mit uns zurückgekommen ist. Aber wir fahren dann raus. 
Natürlich mit dem Ziel Northern Caves. Die unser Guide aber dann gleich mal verfehlt. Zügig sind mit dem Abtauchen mehrere Black-Tips um uns herum, auch ein Raggie hat sich wohl von den Höhlen zu uns verirrt. Nun wissen wir zumindest mal wie die Strömung auf dem Grund ist und wagen einen zweiten Versuch. 
Wieder treffen wir die Höhlen nicht richtig, ist aber auch nicht weiter tragisch, da auf einem größeren Plateau, nahezu strömungsfrei, bei ca. 20m Sicht, ein Knäuel von 30-50 Raggies sein Dasein fristet. Da sind Sie nun. 7 Jahre Jagd münden in diesen Moment. Geil! 



Zu dritt stürzen wir uns nachmittags noch in einen dritten Tauchgang, der uns nochmal den ein und anderen Raggie nah bringt, aber die Welt in ihren Angeln belässt.

Das lässt sich am Folgetag doch nochmal wiederholen, oder? Die Wetterprognose ist schon denkbar schlecht, für einen dritten werden wir sicher nicht mehr raus dürfen. Die beiden ersten halten wir schon durch. Zum ersten treffen wir wieder den Platz nicht richtig bzw. zur Ehrerettung des Guides sei gesagt, dass die Strömung über Nacht gedreht hat. Das wissen wir für den zweiten nun besser. 
Und trotzdem erreichen wir fast erst ganz am Schluss die 1. Cave, die dafür aber proppevoll mit Raggies ist. Und nochmal ein schier endlos geiler Moment. 
Wir schließen die Anschlusstage Protea Banks mit einem angefütterten Tauchgang, sowie einem allerletzten Rifftauchgang ab. Die Sicht ist mit gut 20m ganz in Ordnung und ähnelt mit der Sonne im Rücken sogar eher blau als grün. Zu dieser Jahreszeit lassen sich üblicherweise aber auch keine Tigerhaie mehr am Bait blicken. So auch bei uns. Etwa 5-10 Black Tips flippern um uns herum. Ein Bullenhai und ein Raggie lassen sich nur ganz kurz blicken.


Zum abschließenden Rifftauchgang gibt es nochmals Raggies satt in den Höhlen, also das hat sich mal richtig gelohnt in den drei Tagen =) 





Und sogar Delfine streifen unseren Werdegang. 
Na wenn es sich dafür nicht lohnt dem deutschen Sommmer zu entsagen und sich dem afrikanischen Winter auszusetzen, wofür dann? 





Donnerstag, 7. September 2017

#Reisebericht: M&M's - Manta & Mola Mola auf der Insel der Götter - Bali

Ziel:           Indonesien - Bali - Lembongan
Tauchregionen:  Lembongan - Nusa Penida
Hotel:          Hai Tide Beach Resort
Tauchbasis:     Bali Hai Diving - Lembongan
Reisezeitraum:  19.08.2017 - 26.08.2017




Den zweichwöchigen Komodo-Trip lassen wir noch mit einer Anschlusswoche in Bali, genauer auf Lembongang, ausklingen. Von Labuan Bajo nach Singapur geht es sowieso über Denpasar, warum also nicht die Gelegenheit nutzen für die Chance auf einen Mola Mola. Es ist die beste Reisezeit dafür und direkt um die Ecke liegen auch zwei weitere Manta-Plätze. 

Die Anreise:
Um die täglichen, langen Ausfahrten zu Nusa Penida, die deutlich größte der drei vorgelagerten Inseln vor Denpasar, zu vermeiden, wählen wir die einmalig anstrengendere Anreise via Speedboot nach Lembongan. Von hier sind es nur noch wenige Minuten zu den besten Plätzen mit Mondfischen und Mantas, keine Stunden mehr im Vergleich zu den Anreisen vom Festland. Im Idealfall muss man von der Ostküste nur noch mit dem Zodiac anfahren, bei den Resorts aus dem Norden Balis kommt sogar noch eine mehrstündige Busfahrt hinzu. 

Wir landen nach dem 90-minütigen Flug von Labuan Bajo in Denpasar. Unser Pick-Up von Rocky Fast Cruises hat mal gleich im International statt im Domestic Terminal gewartet. Ihn endlich gefunden, warten wir noch kurz auf zwei weitere Gäste und werden dann in einer etwa 20-minütigen Fahrt in absolut vorbildlichster Wild-West-Manier durch den Verkehr Denpasars zum Hafen bugsiert. Ich frage mich ernsthaft ob Mercedes in diesen Regionen in ihren Autos überhaupt den Abstands-Warner aktiviert hat. Wo ein Mercedes auf deutschen Autobahnen schon bremst wird hier nochmal Gas gegeben. Im Gewühl der Hafenstraße kaufen wir in einem kleinen Shop unsere Tickets für die Fähre. Wir bekommen Anhänger mit "Hai Tide" in die Hände gedrückt und dürfen unser Gepäck dann selbst ca. 400m zum Einstiegspunkt schleppen. Wer Schweizer Uhrwerke gewohnt ist wird aufgehen im herrlichen balinesischen Chaos. Der Hafen ist auch nur ein Strand an dem die großen Speedboote so nah wie möglich an den Strand fahren, und man dann aus-oder einstiegen darf. Manche Ankömmlinge sind bis zum Bauch klatschnass. Unser Gepäck wird gesammelt und später von der Bootscrew an Bord gebracht. Wo wir uns jämmerlich an einem Gepäckstück abplagen, werden hier gleich 3 Stücke mit Leichtigkeit geschultert. Dann geht es zur 30-minütigen Überfahrt gegen halbe Welle bei recht starkem Südwind gen Osten nach Lembongan. Die Landung ist identisch wie der Start. Dann ruft ein Mitarbeiter nach "Hai Tide", wir schleppen unser Gepäck wieder den Strand hoch, es geht durch ein paar verwinkelte Gassen und mit einem offenen Transport dann nochmal ca. 10 Minuten in Richtung Hai Tide Beach Resort. Na hoffentlich lohnt sich der Anreisestress. Aber wir sind nun zumindestens da. 

Das Resort & die Tauchbasis: 

Nettes Resort, wenn auch größer als gedacht. Unser Bungalow liegt direkt am Strand auf hohen Holzstelzen. Darunter eine gemütliche Chill-Zone mit großem Liegebett und Sitzecke. Oben dann das Zimmer. Außen noch kleine Sitzecke, drinnen großes King-Size-Bett und das war es dann auch schon mit Platz. Gerade genug um alles zu verstauen. Dafür hat es beispielsweise Klimaanlage und einen phantastischen Blick auf das Meer. Dusche und Badbereich sind wiederum nach hinten weggehend nach oben offen. 

 
Hai Tide Bar & Grill, Quelle: Hai Tide Beach Resor
Mittlerweile ist es auch bereits nach acht, wir gehen somit recht zügig  gen Hai Tide Beach&Grill zum Abendessen. Auch das angeschlossene Restaurant ist schön, mit nettem Ausblick auf das Meer, die Bucht und das gegenüberliegende Bali. 
Steinofenpizza Hai Tide Bar & Grill, Quelle: Tripadvisor
Essen ist exzellent mit einer krossen, leckeren Steinofenpizza. Wir schlummern im sanften Meeresrauschen ein. Und werden von einer Dampfwalze geweckt. Um ungelogen 5:45 geht ein Gekreische sondergleichen los. Überall am Strand spielende und tobende Kinder. Zu gerne hätte ich zurückgeschossen, haha. Naja, glücklicherweise bin ich eher auch Frühaufsteher. Dann halt heute noch früher wach und Kamera und Tauchzeug für die Unterwasserabenteuer Balis werden vorbereitet. 


Tauchtag 1:

Um 7:30 zum Frühstück, à la carte. Nichts besonderes. Um kurz nach acht geht es zur angeschlossenen Tauchbasis. Wir werden super freundlich empfangen, vorab kann man sich bereits etwas auf der Website informieren. Der heutige Tag ist leider bereits mit Tauchern voll und so müssen wir uns auf den nächsten Tag freuen, dafür geht es dann aber direkt am Morgen zur Crystal Bay (Mola Mola Chance), dann Manta Bay (Manta Fressplatz) und SD-Point. Drift Dive entlang der Westseite von Nusa Penida, mit der Chance auf alles was das Taucherherz begehrt, ha, werden wir ja sehen.  

Es wird uns empfohlen am Abend bereits das Frühstück für den nächsten Tag vorzubestellen da es Frühstück ab 7 gibt und Treffpunkt um 07:15 ist. Vorbestellt werden können nur Croissants oder Müsli mit Obst. Die Gourmet-Frühstücker regt es sicherlich auf, mir soll es langen. Mit 07:15 Treffpunkt ist auch gleich einkalkuliert, dass Leute zu spät kommen. Um 07:45 legt das Tauchboot erst wirklich vom Strand ab. Direkt vor unserem Bungalow. Zukünftig reichen uns also 5 Minuten Vorlauf. 
 
Tauchtag 2:
Getaucht wird mit Luft, Nitrox ist nicht verfügbar. Selbst die Luftflaschen kommen vom Festland. Nach ca. 15 Min. Fahrt erreichen wir die Crystal Bay. Als eines der ersten Boote. Da sieht es noch sehr idyllisch aus in der Bucht, das soll sich später laut Guide ändern. Also ab ins Wasser. Sicht recht bombig mit locker 30m, Temperatur mit 23 Grad noch mittelfrisch. Die ersten Taucher sind auch bereits mit uns. Wir bewegen uns entlang der Riffkante in Richtung Kanal. Nach 10 Min. beginnt es bereits wie blöd zu bängen. Ein Marmorrochen fliegt von hinten und über uns heran. Was interessiert mich der.... Als das Bängen nicht verstummt wage ich einen zweiten Blick. Mist, das sind ja vier! 
Ein großes Weibchen mit drei kleineren Männchen im Schlepptau. Die beste Szene ist vorüber, doch ich folge Ihnen und hinter einer kleinen Kante bekomme ich sie auch alle vier nochmal abgelichtet. Mein Blick schweift an der Riffwand entlang ins Gegenlicht, ich bin mittlerweile alleine. Niemand ist mir und den Rochen gefolgt. Und was schwebt dort in der Tiefe? Ein Mola Mola, mindestens 3m Spannweite! Aber auch wirklich nur an der Sichtkante, ich lasse mich eng an die Riffwand gepresst langsam ihm entgegen treiben, aber ich komme nicht näher, also kehre ich um. Immer noch keiner bei mir. Nach ein paar Flossenschlägen erblicke ich wieder die Blasen meiner Gruppe und es geht die Riffkante zurück. Immer verbunden mit leichter Abwärtsströmung ist das ein ziemlicher Kampf. Und jetzt kommt uns auch Taucher um Taucher entgegen. Aufgetaucht wimmelt es nur so von Booten. Na hoffentlich war das erst der Anfang und nicht schon das Ende vom Mola. Auch sonst hält das Riff einiges bereit, doch wir waren ja bereits zwei Wochen in Komodo. 


Um die Ecke folgt Manta Bay, ein zweiter Spot neben Manta Point für Mantas. Das Wasser wieder kalt, die Sicht glasklar. Ein Manta passiert uns auch, dieser auf halber Sichtweite. Doch statt an der Putzerstation einzukehren, zieht er von dannen. Der Guide zeigt uns allerlei, Beachtung finden aber nur eine Netz- und eine die Rußkopfmuräne die sich gemeinsam ein Loch teilen und von großen Putzergarnelen gereinigt werden. Für den Rest will niemand das Risiko auf sich nehmen, das währenddessen ein Manta hinten vorbeifliegt. Armer Guide. Es bleibt bei diesem einen Manta. 

Zwischen den Tauchgängen 2&3 kann im Restaurant ein Bacon-Sandwich oder Nasi Goreng gegessen werden, die Zeit hierfür ist jedoch sehr knapp bemessen. Wir ziehen Variante 2 vor und essen nach dem 3. Tauchgang. Bei "SD" als Nr. 3 fällt der geplante Drift aus. Keine Strömung. Wolken leider auch. Schade, an sich auch ein schönes, leicht abfallendes Riff.

Für den Sonnenuntergang am Abend liegt das Resort prädestiniert in seiner Bucht. Man blickt direkt drauf und wir könnten ihn sogar aus unserem Bett schauen. Wir verbringen ihn aber in bester Gesellschaft in der Mushroom Bar, mit tollem Blick auf die Bucht und die untergehende Sonne.



Morgen steht Manta Point auf dem Plan. Dann möglicherweise Blue Corner. Der angeblich beste Platz für Mola Molas, aber schwierig zu betauchen und nur dann wenn vom Festland keine weiteren Taucher eingebucht werden.



Wen es interessiert: Bali Hai Cruises scheint eine größere Organisation zu sein. Täglich kommt eine große Fähre an ein schwimmendes Ponton und ein Teil davon kommt auch in den Hai Tide Beach Club, der öffentliche Teil unseres Resorts. Wenn von dort ein Taucher eingebucht wird müssen wir den Tauchplatz wechseln. Ein unangenehmes Risiko, evtl. lohnt es sich im Ort nach einer anderen Tauchschule zu schauen. Aber die beiden Guides scheinen selbst sehr gerne Blue Corner zu tauchen und versprechen ihr Möglichstes zu tun. 


Tauchtag 3:
Abfahrt zum Manta Point ist 07:30, die Fahrt dauert in etwa 40 Minuten. Wieder sind wir fast das erste Boot dort, wieder hängt leider eine große Wolke über der Bucht. Doch schon von der Oberfläche sieht man die Mantas in der Brandung spielen/fressen/was auch immer. Wir beginnen aber etwas außerhalb des Platzes, denn dort liegt auch eine Mola-Mola-Putzerstation. Aber leer. Dafür fliegt uns plötzlich der erste große Manta entgegen.

4-5m Spannweite! Erst über mich, dann über den Rest der Gruppe. Entschwindet aber wieder ins Blau/Grün. Ein weiterer, kleinerer, überfliegt mich von hinten, zu spät sehe ich ihn. Die Augen sollten hier allzeit überall sein. 
Denn plötzlich taucht der dicke große wieder auf. Von hinten. So geht das noch den ganzen restlichen Tauchgang. Bei uns findet sich kein stationäres Verhalten ein, dafür nimmt die Anzahl an Tauchern stetig zu. Als wir das Wasser ca. gegen 10 verlassen ist es ein unbeschreibliches Gebänge unter Wasser, unfassbar nervend. Und vollkommen unklar ob da tatsächlich ein Manta ist oder nur irgendein Depp der beginnt einer falschen Gruppe hinterher zu schwimmen. 

Mittlerweile steht auch fest, dass wir die einzigen bleiben und Blue Corner fix ist. Also dann, auf zu Mola Mola. Der Platz liegt gerade mal 5min. vom Resort entfernt. Wir springen ab, die Sicht ist so lala, das Wasser eigentlich zu warm. Und die Topographie ähnelt auch nicht dem Briefing. Hier soll ein großer Mola Mola sich putzen lassen? 20 Min. dümpeln wir am abfallenden Riff entlang. Dann öffnen sich plötzlich steil abfallende Treppenstufen. Die Sicht reißt auch deutlich auf. Die Temperatur fällt aber nicht. Aha, jetzt haben wir also erst den eigentlichen Tauchplatz erreicht. 
Und sofort beginnt die Guidein an zu fuchteln. Da hängt ER. 3m Spannweite, auf etwa 35m, umringt von Wimpelfischen. Mit Luft und 20min. des Tauchgangs bereits vorbei wird jetzt die Nullzeit natürlich eng. Tja, aber da unten ist ein 3m großer Mola Mola. Also an die Stufen gepresst, langsam abwärts. Atemzüge auf ein Minimum beschränkt, Puls natürlich auf 180! Und er bleibt zahm. Ich nähere mich Stück für Stück, wage am Ende sogar das Licht einzuschalten. Er bleibt.


Dann muss ich wirklich gehen. Ah! Da hinten ein zweiter, zum Glück ein Stück höher. Und auch nicht ganz so zahm, er dreht langsam ins Blaue ab. Aus der Art Kolosseum aufgestiegen pfeift uns die Strömung ganz schön über das Riff. Egal, in Gedanken ist jeder noch bei den Mola Molas. Das Tages-Soll ist vollbracht, den Rest kann gechillt werden. 
Um 17:30 lassen wir uns vom Sunset Beach Club Shuttle abholen. Die Sonne sieht man von dort allerdings nicht hinter dem Horizont verschwinden, da haben wir eindeutig die schönere Bucht. Vermutlich weil es gerade Winter hier unten ist. Aber nettes und schönes Ambiente dort. Ist zu empfehlen als Abwechslung. Und man bekommt während der Fahrt zumindest noch etwas vom Inselleben mit. Morgen früh fällt der erste TG aus, die Indonesies haben irgendeine Zeremonie. Also können wir ausschlafen bevor es zur Manta Bay und möglicherweise wieder zu Blue Corner geht. Diesmal gibt es bereits eine Buchung, nun müssen wir hoffen dass dieser sich nicht all zu dumm anstellt. 


Tauchtag 4:
Ausgeschlafen und im Vollbesitz all unserer Kräfte und Euphorie starten wir um 10:00 zur Manta Bay. Und müssen vorher aber noch den Gast vom Festland abholen am großen Anlegeponton der Bali Hai Fähre. Die aber erst um 10:30 kommt. Mit den Bali Hai Divers ist man neben den Tidenzeiten schon stark eingeengt was Tauchplatzwahl und -zeit betrifft. Auch an den folgenden Tagen gehen viele Optionen nicht weil es bereits andere Buchungen vom Festland gibt oder die Tiden nicht passen. Aber man ist stets bemüht und um 10:30 geht es dann auch endlich los. Um 11:00 sind wir im Wasser. 


Das Dropping ist recht einfach. Es wimmelt bereits an anderen Tauch-und Schnorchlerbooten, Mantas sind auch geschätzt ca. 4-6 auf einem Fleck/Gebiet.
 


Also rein und Mantas filmen. Über den gesamten Tauchgang sind immer mal wieder Mantas da und wieder weg. Auch heute wieder sind sie eher am fressen, denn am putzen. 
Und alle eher auf 0-5m statt tiefer. 
Meinen Tiefenrekord stelle ich mit 7,7m auf als ich zu einem Bamboo-Shark gerufen werde der unter einer Tafelkoralle liegt. 


Zum dritten kann wieder Blue Corner getaucht werden, der Festländer stellt sich nicht schlecht an. Kurzer Stop am Resort und Richtung Blue Corner. Dort fällt der Guidin auf, dass ihre Flasche nicht voll ist. Ersatz nicht da. Also wieder zurück zum großen Ponton. Zum Glück geht "nur" 'ne viertel Stunde flöten. Und ab. Der Drop ist besser, die Strömung geringe, die Putzerstationen parat, aber leer. Tja, zumindest nen Bambushai gibt es noch zu bestaunen. Zwar schade, aber das wertet natürlich den gestrigen Tauchgang nochmals deutlich auf. Damit hat sich der Tag dann auch taucherisch erledigt. Zum Abend gehen wir mal außerhalb des Resorts in einem der kleinen Lokale essen und zahlen insgesamt gerade einmal 8€. Und lecker ist es allemal gewesen. 


Tauchtag 5:
Am folgenden Morgen geht es auch schon zum vorletzten Tauchtag. Buyuk steht auf dem Plan. Ein Drift-Dive auf der Nordseite Nusa Penidas, der ebenfalls ein paar Putzerstationen bereit hält. 
Wieder gibt es viel zu sehen im Riff, 4 Schildkröten und zwei Schaukelfische seien stellvertretend genannt. Aber Mondfische haben noch Urlaub. Gefolgt von (schon wieder) Manta Bay. 
Der Captain fährt die ,in mehrere Abschnitte unterteilte, Bucht von außen an und bereits dort sehen wir mehrere Mantas an der Oberfläche. Also springen wir hier schon, abseits des üblichen Tauchplatzes. 
Nach ca. 15 Min. entschwinden die Mantas in alle Richtungen und wir kreuzen die Bucht auf eine Tiefe von bis zu 20m. Ich bleibe auf 5m. Es gibt ebenfalls einige Flecken mit Wimpelfischen, Potenzial für Mola Mola ist also da.




Dann schwebt von hier und da nochmal ein Manta rein, kurz vor Ende des Tauchgangs schweben nochmal zwei übers Riff. Und Tauchtag 4 ist beendet. Dafür sind wir heute bereits um 13:00 wieder zurück im Ressort und können den restlichen Tag entspannen. Am Abend checke ich aus der Tauchschule aus und bezahle meine noch zwei folgenden Tauchgänge am Manta Point und in der Crystal Bay im Voraus. Ich bin aber auch der einzige der Gruppe der noch taucht, alle anderen ziehen Entspannen vor. Aber wo könnte man besser entspannen als bei einem Dive mit ein paar schönen Mantas? ;-) Und vielleicht zeigt sich ja doch nochmal ein Mola Mola :) Also bestelle ich letztmalig die "überragenden" Croissants vor und um 7:30 geht es los in Richtung Manta Point.




Tauchtag 6:
Glücklicherweise müssen wir heute nicht zwischen den beiden Tauchgängen zurück ins Resort, niemand aus der großen Fähre ist eingebucht. Dafür fahren wir mit ihr um 14:45 zurück ans Festland. Ich bin auf den dann anstehenden Ablauf enorm gespannt. Aber erstmal Mantas. Wir sind wieder das erste Boot. Die Sonne erhebt sich gerade so über der Insel, immer wieder abgedunkelt von Wolken. Dafür sind die Mantas aber wieder da.
Zunächst drei am Stück die wir direkt mit dem Abtauchen bestaunen können. 5 Stück sind es insgesamt, die sich bei heftigem Schwell und Ebbe an den Putzerstationen reinigen lassen. Dann ziehen Sie ab in Richtung offenes Meer. 

 
Und wir riskieren einen Ausflug zur Mola Mola Putzerstation. Trotz 22 Grad Wassertemperatur ist Sie leer. Dafür fliegen die 5 Mantas beim Rückweg bereits wieder wie an der Perlenschnur aufgereiht an uns vorbei in Richtung Flachwasser. 
Und während ich Ihnen folge, schwebt der sechste von hinten über mich hinweg. Komplett schwarz. Es folgen weitere 20 Minuten die zu den besten gehören die ich unter Wasser verbracht habe. 



7 Mantas tummeln sich mittlerweile um die Putzerstation, mal hängen Sie regungslos in der Strömung, dann wieder flattern Sie wie an der Perlenschnur gezogen einer nach dem anderen an mir vorbei. 
Ich bin übrigens allein, nur unsere Guidin ist noch mit mir im Wasser. Der Rest der Gruppe ist schon erfroren raus oder hat keine Luft mehr, ein Glück knipst sich das Mädel auch die Seele aus dem Leib und alle anderen Gruppen sind glücklicherweise auch weiter weg. 
Nach 65 Min. müssen wir dann doch gehen, mittlerweile habe ich auch nur noch knapp 20 bar auf dem Tacho. Crystal Bay wird also der letzte Tauchgang in Bali werden. Und es wimmelt nur so von anderen Booten. Wobei sich die Anzahl an Taucher direkt am Platz noch in Grenzen hält. Das Wasser ist wieder kristallklar, und frische 22 Grad kalt. Doch ein Mola Mola kreuzt nicht unseren Weg. Ein Oktopus lässt sich dazu bewegen aus seinem Haus zu kommen. Dann war es das. 

Die Rückreise:
Drei Stunden später wird unser Gepäck am Hotelbungalow abgeholt, und wir sollten es für eine Weile erstmal nicht wiedersehen. Mit einem Kahn Marke Landungsboot werden wir neben den Gästen für den Schnorchel-Trip zum großen Ponton gefahren, an dem die Katamaran-Fähre bereits anliegt. Unser Gepäck käme separat, na hoffentlich. Zumindest komfortabler als auf der Hinfahrt, wenn auch insgesamt mit einer Fahrtzeit  von 1h deutlich länger. Dafür legen wir in einem gescheiten Hafen an. Und es warten bereits zig kleine Busse um die Gäste in ihre Resorts zurück zubringen oder wie uns, an andere Ziele. Für uns geht es zum Flughafen. Am Sammelort steht auch bereits ein Teil unseres Gepäcks, aber nur ein Teil. Doch siehe da, mit den letzten Bediensteten findet auch unsere Tasche ihren Weg zurück zu uns. Noch eine kurze Erfrischung im Pool und dann geht  es morgen schon wieder gen Heimat. 



Vollkommen entspannt schlendern wir am folgenden Morgen vom Airport-Hotel direkt ins International Departure Gate. Pünktlich zum Boarding treffen wir am Gate ein, und jetzt geht es endlich mit dem Adrenalin los. Gatewechsel! Damit wird es jetzt spannend, wir haben genau 55 Min. zum umsteigen in Singapur. Die lösen sich jetzt in Luft auf. Bereits beim Check-In wurde unser Gepäck mit "Hot bag"-Anhängern versehen. Nun landen wir um 13:20 und 13:55 geht planmäßig der Flug gen Frankfurt. Beim aussteigen legt sich die Aufregung aber auch schon wieder. Alle Gäste nach Frankfurt werden gesammelt und dann gemeinsam zum Gate gebracht. Um exakt 13:53 betreten wir den Flieger und kurze Zeit später heben wir mit nur etwas Verspätung ab. Jetzt werden Wetten auf das Gepäck angenommen, doch auch dies schafft es nach Frankfurt. Ende gut, alles gut.