Dienstag, 26. August 2014

#Reisebericht Bahamas: Bimini/Tiger Beach mit der MY Dolphin Dream


Hammerhai
Tigerhai
Zitronenhai

Ziel:              Bahamas
Safariroute:       Tiger Beach/Fish Tales - Bimini
Safariboot:        MY Dolphin Dream
Reisezeitraum:     19.02.-28.02.2014

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Eine der gefährlichsten Raubtierarten auf unserem Planeten. Will er wirklich, gibt es eigentlich kein Entkommen. Aber er ist auch mit das am wenigsten erforschte Raubtier auf dem Planeten, in den Ozeanen sowieso. Unverstanden, in Teilen der Welt wird sein Fleisch verramscht, andere glauben dass ihr Pipimann dadurch besser kann. Massiv vom Aussterben bedroht, nahezu jede Haiart. Ihn besuche Ich, in seinem Revier.

Anreise:
Ich starte meinen Bericht aus dem Hafen von West Palm Beach, cen Bericht zur Vorabreise zu den Manatees und zu Jim Abernethy gibt es hier.
Auf gehts zu den Bahamas! Ab an Bord der Dolphin Dream! 10-Tage-Unlimited-Haitauchen liegt vor mir.
Doch niemand mag Abenteuer mit leerem Magen, so essen wir im Hafen in Tikis Grill den letzten Burger an Land und checken die letzten Mails im freien WLAN. 


MY Dolphin Dream im Hafen von Grand Bahamas



Das Tauchsafariboot:
Auf den ersten Blick macht die Dolphin Dream für den amerikanischen Raum einen guten Eindruck. Die Kabinen im Unterdeck haben alle keine Fenster, es gibt die ein oder andere etwas größere, der Rest ist relativ klein und eng. Zentrale Klimaanlage und die Kabinen sind lediglich durch Vorhänge getrennt. Stauraum für Klamotten ist ebenfalls nur wenig vorhanden. Dafür ist es insgesamt sauber und hell ausgestattet. Es gibt 2 Baderäume im Mitteldeck. 


Der Salon ist groß und hell mit genügend Platz für 12 Personen. An Snacks und Essen steht jederzeit genügend zur Verfügung. Bier ist inklusive. Mit 12 Personen findet sich eigentlich immer ein ruhiges Plätzchen. Wir legen nachts gegen 12 Uhr ab und erreichen West End in etwa 9h später. Nach 1 stündigem Aufenthalt geht es weitere 5h in Richtung Tiger Beach. 



 
Tiger Beach/Fish Tales: 


Wir kommen gegen 15 Uhr am Tiger Beach an. Von Strand und Palmen ist weit und breit nichts zu sehen. Strand ist wohl auch eher den Haien gewidmet. Für Sie sind die 7m Wassertiefe fast wie ein Landgang. Ach so, das Wasser ist kristallklar und es strahlt die Sonne :) 
Erster Bait wird ins Wasser geworfen und sofort sind 4-5 Lemon Sharks anwesend, selbsts ein Tiger lässt sich bereits erblicken von oben.
Im Anschluss an das Tauch-und Haibriefing geht unten dann schnell die Post ab. Zwischen 10-20 Lemon Sharks, unter ihnen dicke Kavenzmänner von fast 3m Länge, surren um uns herum. Ebenso mehrere kleine Ammenhaie von ca. 1,50m. Es folgen im zweiten Tauchgang insgesamt gleich 4 Tigerhaie, zwei lassen sich gleichzeitig blicken. 


Der Tag endet mit Rippchen und Eiscreme. Und todmüde.
An Bord wird mit Luft getaucht. Aus Seiten der Sicherheit wäre zwar sicherlich Nitrox besser. Unbedingt notwendig ist es nicht. Am Tiger Beach sowieso nicht bei 7m Wassertiefe. An den Fish Tales und Bimini kratzt man zwar an der Nullzeitgrenze und wird auch von ihr eingebremst, auf der anderen Seite würde man bei mehr tauchen wohl auch erfrieren. Zwischen 24-26 Grad Wassertemperatur setzen eine natürliche Grenze wie lange man unter Wasser aushält. Und noch viel mehr die Akkulaufzeit meines Equipments :) 


Je nach Wetterlage übernachtet man nicht direkt am Tauchplatz sondern etwas abseits und fährt dann morgens wieder ca. 30min - 1h raus. Ab diesem Zeitpunkt ist der "Pool" geöffnet und die Crew unterstützt wo Sie nur kann. 
In der Regel wird dreimal pro Tag während des Tauchgangs angefüttert. Den kompletten Tag hängen etwas höher Bait-Boxen. Man kann frei entscheiden wann und wie man tauchen möchte. Sogar an manchen Tagen in den Sonnenuntergang hinein bzw. Nach dem Dinner einen Nachttauchgang machen, wobei 6 große Scheinwerfer die Umgebung des Bootes hell ausleuchten.





Weltweit durchgesetzt hat sich Tiger Beach als Synonym für die Bahamas und ihre Haie. Der in meinen Augen bessere Tauchplatz ist hingegen "Fish Tales". Ein flaches Riffsystem direkt übergehend in sandigen Untergrund, immer wieder unterbrochen von Seegrasflächen. In Tiefen von ca. 12m kommen kommen bei insgesamt vier Tauchgängen über den Tag 6 Tigerhaie herein. 


Zu diesem Zeitpunkt sind Michael von Tauchertraum, über den ich die Sonderreise gebucht habe, und ich alleine im Wasser. Jeder hält den Rücken des anderen im Auge und fühlt sich in einer Phantasiewelt. Wie im Drive In bei McDoof schlängelt sich ein Tiger nach dem anderen uns entgegen, dreht nach dem Foto wieder ab und reiht sich hinten ein. Obendrauf zum Tiger Beach und durchgängig mind. 2-5 Ammenhaien & 10-20 Lemon Sharks wuseln an den Fish Tales noch karibische Riffdackel umherum. Immer auch so um die 20-30 Stck.
 

Im Riff gibt es durchaus auch andere Dinge zu entdecken, doch man sollte stets den Rücken im Blick haben. 2 ortsansäßige Stachelrochen lassen sich immer mal wieder blicken.
Die Wetterprognose diktiert uns am Abend schon den Aufbruch nach Bimini. Im Januar/Februar hat man hier die Chance einen großen Hammerhai ans Bait zu bekommen. Drücken wir uns die Daumen während der 12-stündigen Überfahrt nach Süden. 




Bimini:
 
Am Morgen glaubt man sich zunächst im falschen Film. Es tauchen recht schnell 5 Bullenhaie am Ankerplatz vor Bimini auf. Doch der Captain beharrt darauf, dass bei Bullenhaien am Bait kein Hammer auftaucht. Schweren Herzens verlassen wir also den Platz und etwas weiter nördlich es erneut zu versuchen aber auch dort kommen recht schnell die Bullenhaie an. Bei knapp 15-20m Sicht frieren wir uns den Arsch ab und suchen & warten uns fast tot. Die Bullenhaie wollen auch nicht so richtig. Dann soll er angeblich da sein gegen Mittag. Rein ins Wasser. Michael war noch drinnen, schwimmt auf mich zu, zeigt mir das Bild und just in dem Moment als wir vom Display hochschauen zieht er an uns vorüber. Fortan habe ich ihn nicht mehr gesehen. Ein Taucher konnte ihn zweimal ganz passabel auf Video fixieren. 
Es hat sich leider ein bisschen hin und her eingebürgert. Mittags wechseln wir wieder zurück zum ersten Platz obwohl der Große ja eigentlich da war. Zumindest die Bullenhaie liefern im Sonnenuntergang eine phantastische aber auch gespenstische Show. Wir sind nur zu dritt inkl. Diveguide. Nicht umsonst sind sie aufgrund ihrer nervösen Art und ihrer schnellen Gemütswechsel berüchtigt. Ich konnte mir besseres vorstellen als am Ende des Tauchgangs bei Sonnenuntergang, starker Strömung, dem Ende der Nullzeit und der Atemluft rückwärts über den Sand zum Boot zurückzulaufen und 6 Bullenhaie im aufgewirbelten Sand um mich herumwühlen zu sehen. Wir ziehen die Bulls zum Safety stop mit hoch. Es bleibt leider absolut keine Luft mehr um noch etwas zu verweilen und ein paar Shots heranfliegender Bullenhaie zu machen. 



Das Ergebnis einer weiteren größeren Diskussion ist, dass wir ein gutes Stück nördlich im Delfingebiet einen "Schuss ins Blaue" bzgl. der Hammerhaie versuchen und die zweite Tageshälfte Delfine suchen, die eigentlich im Sommer ihre Hochsaison haben.
Gähnende Leere. Ich bin einzig mit Diveguide unten und kurz zeigt sich tatsächlich der Hammerhai. Er ist aber auch genau so schnell wieder weg. Nicht mal Bullenhaie kommen rein. Raus, Flaschenwechsel, wieder rein. Wir hängen auf 4m am Seil und allgemeine Mutlosigkeit macht sich breit. Ich hab die schnauze voll. 2 1/2h nix, nur durchgefroren. Doch schnorchelnd erblickt ihn einer, er ist weiter in der Region, er kommt nur nicht rein. Als für einen Moment nahezu kein Taucher im Wasser ist und Travis baited, kommt er tatsächlich rein. 


Ich bin mit einer der ersten die wieder im Wasser sind und diesmal geht's los! Einmal einen Happen genommen zieht er nun genüsslich seine Kreise für locker 45 Min. und lässt sich fotografieren. Als der Bait leer ist, ist auch der Hammer schnell weg. Dann will der Captain gegen halb vier unbedingt die Delfine für den Rest der Gruppe machen. Wir finden genau 1 für 30 sec. Zum Sonnenuntergang findet Kapitän Scott dann doch noch mal drei weitere. Und ich bin natürlich so dumm und spring auch mit rein. Bin aber mit meiner schweren Kamera zu langsam und erhasche sie nur in der Ferne. Dann gehts durchfroren wieder zurück aufs Schiff.





Fish Tales, Teil II: 

Am frühen Morgen legen wir in den Fish Tales wieder an.
Das Boot liegt diesmal im Morgen direkt über dem Riff und im Gegenlicht huschen die Haie über das farbige Riff. Neue, farbige Eindrücke dieses Spektakels. Man wird ja anspruchsvoller! Bilder im Sand haben wir ja schon genügend.




Der Night Dive ist ebenso hervorragend. Nicht nur das beeindruckende Schauspiel der Riffhaie und Zitronenhaie im grellen Scheinwerferlichts des Bootes gibt eine mystische Atmosphäre. Auch im Riff finden sich Lobster, Muränen, kl. Krebse, ein Einsiedlerkrebs, ein Bärenkrebs, eine rote Krabbe und zu guter letzt ein juveniler boxfisch. Phantastisch :)



 

Am Mittwoch starten wir erneut mit einem Tauchgang direkt über dem Riff und Sonny baited in einem kleinen Sandstreifen. Ich drücke den Tiger immer wieder raus und er fliegt über das Riff zurück ans Bait. Leider etwas dunkel, dennoch entstehen coole Bilder. 

 


Im zweiten Bait sitzen wir mit Travis im Sand und 4 Tiger fliegen immer wieder rein ans Bait und wieder heraus. Zum Schluss erspäht Michael nochmal einen Hammerhai. Es kommen ebenso zwei Rochen und ein 2m Barracuda schaut vorbei.
 






Der dritte Tauchgang sei exemplarisch genommen um die Gefährlichkeit der Tauchgänge und die Wichtigkeit der Einhaltung der Regeln zu beachten. Beim dritten Tauchgang und Fütterung wurde kein Halbkreis hinter dem Guide gebildet sondern dieser komplett von Tauchern umzingelt. Der Guide hat diese Situation auch nicht aufgelöst. Zeitgleich waren 4 Tigerhaie um uns herum und kamen zunächst wie üblich entgegen der Strömung ans Bait. Da hier jedoch ihnen bereits Taucher den Weg versperrten drehten Sie teilweise ab und kamen nun von allen Richtungen wieder hinein. Man hatte teilweise 2 Tiger vor sich und zwei direkt hinter sich. Es gibt ein unschönes Video von mir wie ich einen Tiger direkt im Rücken habe und diesen nicht bemerke.






Im Normalfall ist die Sicht morgens am klarsten und fällt gegen Mittag/Nachmittag dann deutlich ab. Gegen Spätnachmittags wird Sie wieder leicht besser. Die Strömung nimmt im gleichen Maße zu und kann schon ganz ordentlich ziehen. Gegen Mittwoch Nachmittag zieht das Wetter deutlich zu und der Ausstieg wird gefährlich. Das war es dann mit tauchen für heute. Es folgt ein sehr feucht-fröhlicher Abend, jedoch habe ich von niemandem die Freigabe erhalten über weitere Details zu berichten :-p Auch am nächsten Morgen sieht es zunächst nicht nach Tauchen aus. Erst um halb drei geht es dann endlich ins Wasser und auch nur für einen Tauchgang. 10-15m Sicht zunächst, aber eine große Ammenhai-Mama gefunden in der Nähe des Bootes unter einem Felsvorsprung. Ihr Baby schwimmt immer wieder hin zu ihr. Dann klart die Sicht plötzlich auf und ich habe einen wunderschönen Abschlusstauchgang mit insgesamt 3 Tigerhaien und vielen weiteren Haiarten um mich herum. 
 

Fazit:
DER Platz für Haie. Dem ist wahrlich schwer zu wiedersprechen. Tiger Beach und Fish Tales überzeugen mit hervorragenden Sichtweiten, vielen verschiedenen Haiarten, flachen Gewässern und wenig bis erträglicher Strömung. Auch verschiedene Plätze wie Sand, Seegras, Riff und wechselndes Licht durch die Wahl Sonnenaufgang, Mittagssonne, Sonnenuntergang oder Nacht vergrößern das Spektrum der Möglichkeiten immens. Wer Haie sehen will, der muss hier hin. Alle anderen sind hier eher fehl am Platz, denn es wuselt nur so von Ihnen. Egal ob an der Oberfläche oder am Grund, ständig pirscht sich jemand von hinten an. Auch Bimini ist seine Reise wert, wenn man ihn denn letztlich finden. Doch zwischen Januar und März stehen die Chancen sehr gut auf eine Begegnung mit ihm, dem Hammerhai!

Die Crew der Dolphin Dream ist Extra-Klasse, das beinhaltet alle vom Guide bis zur Köchin. Wer lediglich zwei Badezimmer, nur durch Vorhänge abgetrennte Kabinen oder fehlendes richtiges Sonnendeck als handfeste No-Go's betrachtet dem sei gesagt: Seid ihr erstmal da, ist eure größte Sorge, dass Sonny die Flasche schnell wieder füllt und ihr wieder hineinspringen könnt! Und abends schlaft ihr wie die Murmeltiere :)



 


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