Mittwoch, 20. November 2013

#Reisebericht Malpelo mit der MV Yemaya II: Entdecke die Möglichkeiten

Ziel:                 Panama / Kolumbien
Safariroute:       Malpelo
Safariboot:        MV Yemaya II 
Reisezeitraum:  28.09.-08.10.2013

--> Alle Fotos auf Facebook: Malpelo
--> Video auf Youtube: Best of Malpelo - Diving mit Rollei 5S

Anreise:
Es geht das erste mal über den Atlantik!
Die möglicherweise nur einmalige Chance, bei einem Vollcharter dabei zu sein der gerade mal die Hälfte der möglichen Plätze für Taucher ausnutzt und dann auch noch Guadalupe ansteuert, konnte ich nicht ungenutzt verstreichen lassen.
Und wenn man schon den weiten Weg über den Atlantik auf sich nimmt, warum aus dem Check-Dive vor den Weißen Haien nicht eine ganze Woche machen?
Malpelo passte glücklicherweise optimal direkt davor und wurde über Michael Christ von Tauchertraum eingetütet.
Den ursprünglich gebuchten Direktflug über Madrid hat American Airlines leider in einen Flug mit Iberia über Miami eingetauscht.
9 1/2h später erreichen wir die beeindruckende Küste Amerikas. Das erste mal amerikanischer Boden! Der Anblick der Küste lässt das Herz höher schlagen. Das war damals bei den Wikingern, Kolumbus oder wer auch immer zuerst Amerika entdeckt hat, sicherlich genauso. Nur dürften die noch etwas ausgelaugter das rettende Ufer erreicht haben und konnten nicht ins nächste Steakhouse marschieren und einen Burger und ein kühles Bier bestellen.
Insgesamt klappt die Einreise in die USA doch recht reibungslos. Da hatte ich durch die Nachrichten irgendwie ein anderes Bild von schwer bewaffneten Soldaten überall die einen bis auf die Unterhose kontrollieren. Aber das neue IPhone kann ich mir nun getrost holen, die Fingerabdrücke liegen bereits bei der NSA.
Ich hatte sicherheitshalber am Flughafen in Fra bereits einmal 500$ geholt. In Miami ist allerdings auch schnell ein Automat gefunden der mir mit VISA-Karte weitere 400$ in die Hand surrt. Über die gesamte Reise gab es immer wieder Automaten, so war das wechseln am Flughafen Frankfurt sicherlich die schlechteste Wahl (Wechselkurs: 1,22$ statt 1,35$ am Automat!)
Ganz reibungslos geht es natürlich nicht weiter. Während des Burgers wurde kurzfristig nochmal das Abflugsgate geändert. Das merke ich auch erst als bereits 15 Min. Boarding hätte sein sollen. Also allzeit wachsam sein! Und dann verhindern auch noch technische Probleme den Start. Letztlich hebt der Vogel erst 2 h später als geplant ab und verlässt Miami. Der Anblick Miamis bei Nacht von oben entschädigte beinahe Alles! Und Getränke sind hier kostenlos, wohl ein europäisches Phänomen. 21h bin ich nun bereits unterwegs...

Country Inn Panama City - Single Room
In Panama erblicke ich aus meinem Fenster ein Lichtermeer. Bis ich erkenne dass das keine Häuser sind, sondern alles Schiffe die dort liegen. Gelandet in Panama liefern wir wieder unsere Fingerabdrücke ab und zu meiner großen Überraschung ist das Gepäck auch da :)
Am Ausgang nimmt mich direkt Alberto in Empfang und es geht durch die Innenstadt Panamas. Fast etwas ruhig, beleuchtet sieht aber alles imposant aus. Wir überholen mehrere Uralt-Partybusse in denen es richtig ab geht. Das Hotel Panama Country Inn liegt direkt am Panamakanal und ist etwas außerhalb des Zentrums. Ich werde zu später Stunde freundlich begrüßt, morgen um 12 geht es auf die MV Yemaya II. Die Zimmer sind schön, wenn auch etwas hellhörig.




Am folgenden Morgen erblicke ich erstmals den schönen Ausblick in eine Art Bucht oder Kanal bei Panama. Es wird Wolken verhangen und eine hohe Luftfeuchte. 
Aussicht vom Country Inn Panama City
Ein wirklich schönes Hotel mit gutem Frühstück (Pfannkuchen mit Zimt&Zucker wie bei Oma). Um 12 trifft sich dann alles gesammelt im Foyer des Hotels zur Abfahrt in Richtung Yemaya II. Der Bootseigner Otmar Hanser ist ebenso anwesend wie der Rest der Gäste auf dem Boot. Nur der Guide der 10 köpfigen japanischen Gruppe hat seinen Reisepass vergessen und brockt uns so 2h Verzug ein. Ist aber egal. Das Boot läuft eh erst um 22 Uhr in Richtung Malpelo aus.
Es geht 4h durch das verregnete Panama mit einem Zwischenstopp an einem Supermarkt wo man sich nochmals mit Sachen eindecken kann und wo es ebenfalls nochmal einen Geldautomat hat.





Die Überfahrt
Großstadthafen Puerto Mutis
Wir erreichen den unter regionalen Insidern sicherlich weltbekannten Großstadthafen
Puerto Mutis bereits in vollkommener Dunkelheit. Durch unsere Verspätung musste aufgrund der einsetzenden Ebbe die Yemaya II bereits auslaufen und wir werden von den Skiffs abgeholt. Pünktlich nach den Einreiseformalitäten für Kolumbien beginnt es zu schiffen, in Strömen. Das Gepäck erreicht das Schiff trocken. Ich erwische leider einen Sitzplatz vorne im Skiff. Da hatte ich meinen ersten Tauchgang bereits absolviert =)
Die weitere Anreise verlangte buchstäblich die Reise durch die Hölle um in den Himmel zu gelangen. Ich erwische eine der härtesten Überfahrten des Jahres. Bei Gegenwind und Wellen  schaukeln wir insgesamt 40h in Richtung Malpelo. Am Samstag morgen um 6 Uhr habe ich das Haus verlassen. Am Dienstag um 11.00 erreichen wir Malpelo. Die Sonne strahlt! Ich habe noch etwas Nachwehen durch die Überfahrt. Ich hätte definitiv eine Pille gegen Seekrankheit nehmen sollen.




Es geht ins Wasser
Salon - Yemaya II
Auf den letzten Meilen der Überfahrt bringen wir das ausführliche und gut strukturierte Tauchbriefing im Salon hinter uns. Enos ist ebenso verfügbar wie Nitrox. Getaucht wird üblicherweise in 2 Gruppen. Jede Gruppe hat ihr eigenes sogenanntes Skiff in dem die Tauchausrüstung fest verbleibt. Zu den Tauchplätzen sind es meist nur wenige Minuten. Jedes Skiff fährt dabei einen anderen Tauchplatz an. 

Den ersten Tauchgang absolvieren wir am Altar de Virginia. Er liegt mehr oder minder direkt vor der Anlegestelle des Bootes. Zum Abschluss des Tauchgangbriefings bittet uns der Guide darum doch bitte keine Muränen zu zeigen. Es gäbe Tausende. Nun gut.
Wir springen rein, tauchen ab, und nach ca. 5 Minuten entdecke ich eine Muräne. Zeige ich auf Sie? Ich unterdrücke und verkneife es mir. Gott Sei Dank! Im Minutentakt liegen Sie offen im Riff herum. Ein Päärchen ist schon einen Blick wert, 3 Stück auf einem Platz eher eine Seltenheit. Sonst wimmelt es in Malpelo von Muränen. Auch der Grundton des Riffs ist hervorstechend. Mehr oder minder ist das steinige Riff irgendeine Farbart zwischen rosa und lila. 
Gute Sicht ist ebenfalls mit uns. Für 20-30m reicht es über die gesamten 6 Tauchtage immer.
Was ich aus ägyptischen Riffen kenne findet sich auch hier wieder. Nur haben Schwärme gleich mal die 10-100x Anzahl und Größe. Bereits beim Check-Dive stehen mehrere Schulen Schnapper, Meerbarben und Barrakudas im Riff. Ein guter Einstieg in 6 Tage Malpelo. Nur der geübte Taucher hätte dem ganzen das i-Tüpfelchen aufsetzen können. Das spansiche Päärchen taucht etwas weiter im Blauen und sieht einen Walhai passieren. Hoffentlich schwimmt er nicht zur Küste =)


2. Tauchgang: La Catedral
Böse gesagt ist Malpelo mit 0,35 km² nur ein kleiner Felsblock im riesigen Pazifik. In dessen Norden ragen vier weitere kleine Felsblöcke aus dem Wasser welche die Namen der 4 Musketiere tragen. 
Wir beginnen unseren Tauchgang an Portos. Da im offenen Gewässer nicht viel Strömung herrscht wollen wir vom Inneren der 4 Musketiere durch eine Felsspalte in Portos auf die Außenseite tauchen und zwischen Portos und Athos hindurch wieder zurück. Durch die Felsspalte schiebt uns eine Schwellströmung immer wieder vor und zurück. Keine Chance für die riesige Schule an Blaustreifenschnappern uns zu entgehen. Der Fischstrom wollte gar nicht enden. Überwältigend =)
Am Ausgang warten neben einer großen Languste Big-Eye Stachelmakrelen auf uns. Immer brav im Päärchen unterwegs. Eins schwarz, eins weiß. Haie sind in der Putzerstation leider nicht unterwegs, so lassen wir uns zunächst erst einmal vom Fischreichtum beeindrucken. 
























Den Abschluss des ersten Tages bildet: El Bajo del Monstruo. Ein Pinnacle der von 10 auf über 70m abfällt. Wieder begrüßen uns Massen an Muränen. Diesmal steht ein Schwarm Zackenbarsche im Riff. In Erinnerung bleiben ebenfalls viele Kaiserfische, Stachelmakrelen und eine Blennyart innerhalb der Muscheln auf den Felsen. Auch ein ziemlich fett gefressener Weißspitzen-Riffhai kreuzt unseren Weg. In der Tiefe passiert eine Bastard-Makrele die locker den Riffhai zum Frühstück verputzt hätte. 
Auf unserem Safety Stop im Blauen schauen dann doch die ersten Haie vorbei. 2 Sylkis überzeugen sich in der Nähe von unserer Anwesenheit. Leider passieren uns erst an der Oberfläche die Delfine die man bereits unter Wasser gut hören konnte. 

Der Tauchreise ihr 2. Tauchtag
Den zweiten Tag beginnen wir morgens an La Nevera Interna. Der Tauchplatz liegt im Westen von Malpelo und ist für zwei Putzerstationen für Hammerhaie bekannt. Also dann los. 
Man springt nahezu direkt am Felsen ins kalte Nass und legt sich dann auf 20-30m Tiefe auf die Lauer. Ich bin kein großer Freund von Strömungs- und Riffhaken. Doch aufgrund der sehr felsigen Topographie und der ziemlich starken Schwellströmung am Riff würde ich das nächste mal definitiv einen mitnehmen. Mit einer Hand fotografieren bzw. filmen war schon ziemlich ungünstig. Und man musste höllisch aufpassen nicht direkt in eine versteckt liegende Muräne zu packen. 
Zum Tauchgang: Tja, so viel war nicht los. Ein scheuer Galapagoshai beim abtauchen und 2x setzen 3-5 Hammerhaie zum Sprung an die Putzerstation an, kommen dann aber doch nicht näher. Dann, für einen kurzen Moment trauen sich einmal 20 Stck. in unsere Nähe. Der tägliche Schwarmfisch wird heute vertreten durch einen Schwarm Cochito Manchados - Drückerfische. 

2. TG, La Gringa:
La Gringa bildet mit La Ferreteria die südliche Speerspitze von Malpelo und beherbergt ebenfalls die ein oder andere Putzerstation für Großfisch. Ähnlich zu Portos gibt es auch an La Gringa eine Felsspalte bzw. Höhle durch die hindurchgetaucht werden kann und in der sich große Schwärme von Schnappern verstecken. Den Eingang bewacht eine große Schule Zackenbarsche.

Im Anschluss kreist man in 20m Tiefe über das auf 40m liegende Riffdach herum auf der Suche nach Haien. Und diesmal kommt es zur ersten größere Begegnung. Ca. 100 Hammerhaie lassen es sich nicht nehmen an uns vorbeizuziehen. Anschließend schleichen sich immer wieder einzelne Spähtrupps von hinten an uns heran. Dreht man sich um und erblickt Sie, so drehen Sie ab. Ein großes Kaliber wagt sich bis direkt unter uns vor. Kaum erblickt zieht er aber auch wieder von dannen. Bombastischer Tauchgang =)
Trotz der zu unserem Zeitraum durchgängigen Wassertemperatur von 27°C  ist nach dem Tauchgang Stärkung und Wärme erforderlich. Diesbezüglich sollte man keinesfalls die leckeren Suppen zur Vorspeise auslassen. Nachschlagen lohnt immer! Heute gibt es Gemüsesuppe. Anschließend Hähnchen mit Reis und karamellisierte Bananen gleiten als letztes in den Magen hinein.   

3. TG, nochmal La nevera interna:
Vor dem dritten Tauchgang haben sich leider wieder Wolken über Malpelo gelegt und so müssen wir mit etwas weniger Licht unseren erneuten Versuch an "La Nevera Interna" antreten um zu überprüfen ob Nachmittags evtl. mehr los ist an der Putzerstation für Großfisch.
Direkt nach dem abtauchen geht's ab! Wir legen uns auf das Riff und von Norden kommen Hammerhaie und vorne passieren sie uns ebenfalls. Locker 50-100 Stck. Alles perfekt für das sehende Augen, nur für filmreife Aufnahmen, da zieren Sie sich noch etwas. Nach 20 Min. geht es weiter am Riff entlang. Ein Fischteppich kleiner Juvenilerfischchen von der Größe eines Fussballfelds säumt das Riff. Sie liegen wie englischer Nebel über den Flussmündungen im Morgengrauen auf dem Riffdach.  
Als letzter drehe ich mit meinem Buddy ins Blaue ab, aber nicht ohne einen letzten schweifenden Blick über das Riff zu werfen. Und ich muss leider nochmals umkehren. Eine Schildkröte hält direkt auf mich zu. Nach so vielen 1000km Weg wäre es unhöflich Sie nicht zu begrüßen. Und diese hat sicher bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel und km auf dem Tacho. Zurück bei der Gruppe findet sich ein Wahoo an der Oberfläche ein. Über die gesamten 6 Tauchtage kam es häufig vor, dass sich einer von Ihnen beim Safety Stop einfand um die Lage zu checken.

Tag 3 - Acuario - Cast Away - La Gringa:
In der Regel geht es in etwa morgens um acht zum ersten Tauchgang in die Fluten. Das lässt ausreichen Zeit um gänzlich wach zu sein und ausgeruht in den Tag zu starten. Am heutigen morgen zieht eine Delfinschule an unseren Boot vorbei. Was man anfänglich noch aufgeregt verfolgt wird mit der Zeit fast schon Routine. Die Delfine sind mehr oder minder Standorttreu und schwimmen regelmäßig um Malpelo herum. Reine Glückssache und eine Frage der Zeit Sie beim tauchen zu treffen. 
Unseren ersten Tauchgang verbringen wir diesmal im Acuario - nach Abschluss der 10 Tage mein absoluter Lieblingsplatz. An insgesamt 3 Tauchgängen war dort jedesmal ein riesiger Fischtrichter von locker 5.000-10.000 Mullet Schnappern unterwegs. Dazu gesellten sich weitere Schwärme von Bonitos, Schnappern und Drückern. Eine Putzerstation hat es dort auch, die zwar bei unserem Tauchgang leider leer blieb. Im Tagesverlauf fand sich bei Gruppe 2 jedoch ein Walhai dort ein. 




Leider mussten wir den Tauchgang im Acuario jedoch mit einem traurigen Anlass beginnen. Während der Abwesenheit der Yemaya II muss ein Fischcharter innerhalb der Gewässer Malpelos gewesen sein und an einer zurückgebliebenen Longlines hing ein toter Seidenhai. 
Dieser Vorfall soll im jährlichen Treffen aller Beteiligten um Malpelo dazu genutzt werde um auf eine kontinuierliche Überwachung der Gewässer zu drängen. Flankierend hierzu haben Michael Christ und ich eine Petition gestartet die er persönlich beim diesjährigen Treffen vertritt.

Help us to Stop Shark Finning and illegal Fishing in Isla Malpelo

Acuario folgt mit Cast Away ein etwas weniger spektakulärer Tauchgang. Steilwandfans kommen auf ihre Kosten und es gab eher "gewöhnliche" Bewohner des Riffs zu erkunden wie einen schwimmenden Oktopus, mehrere Lobster, 2 Riffhaie, sowie Trompeten-,Kugel- und Igelfische.
Steilwandtauchen in Cast Away




























Im abschließenden Tauchgang in "La Gringa" suchen wir uns einen strategisch günstigen Felsblock um auf passierenden Großfisch zu warten. Die Schwellströmung lässt schnell die Erinnerung an die Überfahrt hochkochen denn Sie zieht und drückt sehr stark. Es gab absolut keine Chance den sehr neugierigen Galapagoshai in irgendeiner Weise brauchbar zu digitalisieren. Für die Nachwelt unbekannt, zog er wieder von dannen. Auch ein gewaltiger Brocken eines Yellow Fin Tunas wird sein tristen Leben in der Anonymität weiter fristen müssten. Ich bekomme den Finger nicht an den Abzug, ich hab mit mir selbst zu tun. Aus der Ferne lassen sich in einem ruhigen Moment eine große Schule Hammerhaie erkennen bzw. erahnen. Im darauffolgenden Drift ins Blaue sind Sie dann aber eindeutiger identifizierbar. 






















Es ist Halbzeit! Neun Tauchgänge liegen hinter uns dazu viele Eindrücke einer stürmischen Überfahrt und 3 Tagen ankernd vor Malpelo. Abgesehen von der Überfahrt ist uns das Wetter wohl gesonnen. Ein Wechsel zwischen Wolken, Sonne und auch mal Regen bestimmt die Verhältnisse über der Wasseroberfläche. Alles in Allem hält sich auch der Wind und damit der Seegang in erträglichen Grenzen. Er flackert zwar immer wieder auf und rauht die See auf, für einen Hochseeplatz aber sicherlich noch in nicht nennenswerten Grenzen. Die Crew und das Essen sind vorbildlich und geben ihr Möglichstes die Dinge die sie beeinflussen können gut zu gestalten. Mit Erfolg, es herrscht eine angenehme Atmosphäre an Bord.Unter Wasser hat sich ein Kracher bisher noch nicht blicken lassen der einen auf Anhieb die Strapazen der Anfahrt und des Hochseelebens vergessen lässt. Gewiss, Millionen Muränen und ein Riffleben in üppiger Vielfalt bei herausrragenden 25m Sicht findet man bereits leider sehr selten auf dieser Welt. Und nimmt man die immensen Schwärme an verschiedensten Fischarten hinzu so verkleinert sich die Auswahl der Konkurrenz ein weiteres Stück. Und schließlich: 2 der Tauchgänge bringen bereits Schulen an Hammerhaien und auch vereinzelte die sich nähern. Aber eben leider doch keine Close up - tja, man ist halt nie zufrieden :)

Was bringen also die weiteren 9 Tauchgänge?

Es geht in die zweite Halbzeit: 


Der Wind hat weiter abgeflaut und die See ist ruhig. Wir starten in El bacho del Angla und müssen nach gestern Abend den zweiten eher enttäuschenden Tauchgang hinnehmen. Das Riffleben lassen wir links liegen, denn wir sind hier in Erwartung eines Walhaies! Der sich aber entschuldigen lässt. Ein trostloser Anblick wie die arbeitslosen Putzerfische dort im Riff stehen und nix zu tun haben. Unser japanischer Starfotograf hatte bereits am Morgen die Konsequenzen gezogen und die Gruppe gewechselt. Man denkt halt immer dass das Gras auf der anderen Seite grüner sei. Wenn sich das mal nicht bitter rächt? Oder er lacht uns am Ende alle aus...
Die andere Gruppe hat in La fratteria aber auch kein Glück, nichts Hervorstechendes.

Zum zweiten Tauchgang versuchen wir nun unser Glück an der Fratteria. Der südlichste Tauchplatz in Malpelo. Die ruhige See lässt es zu. Wieder ein Pinnacle den wir einmal umrunden und um den sich einiges an Schwarmfisch tummelt. Wir treiben 10 sehr scheue Pompanos vor uns her und einige Vertreter der Jäger stechen immer wieder durch die Schwarmfische hindurch. Einiges an Action im Riff. 
Unser Guide wagt einen Ausritt ins Blaue und fängt plötzlich an wie wild zu fuchteln. Entweder hat ihn wieder eine Muräne gebissen oder, JA ODER...Mein Puls nähert sich den 200 Schlägen pro Minute und sollte so schnell nicht wieder abnehmen. Kolossal erhebt sich aus der Tiefe des Pazifiks dieser sanfte Riese mit den kindlichen Knopfaugen und hält direkt auf mich und die Putzerstation zu! Mehrmals zieht er seine Kreise und jeder kann ihn ausführlich ablichten, ehe er nach ca. 10 Min von dannen zieht. DA ist das Highlight. Mein erster Walhai.
Und als wäre meine Flasche nicht sowieso schon leer genug durch den Walhai, gibts beim Auftauchen noch Delfine! Ach so, und das allzeit wachsame Auge hätte auch eine Wahoo an der Oberfläche erblicken können, den hatte ich aber exklusiv ;)























Nachmittags regnet es dann einmal. Der Tribut für den Walhai. Aber letztlich stört eigentlich nur eins: Wind. Regen ist gar nicht so schlimm.
Im Regen geht es dann zu Tauchgang 3: Wieder La nevera. Ins Riff hängen. Herum schleudern lassen. Beten dass die Hammerhaie kommen und dass man sie auch irgendwie abgelichtet bekommt. Aber was soll an solch einem Tag noch schief gehen? Nichts... Sie sind da... In Hülle und Fülle. Und mit etwas Zeitverzögerung sind hunderte von ihnen vor uns und über uns. Nur just in dem Moment als Sie über uns sind verliere ich fast meine Flosse und bis Sie wieder sitzt ist das Schauspiel über mir fast vorbei. Wieder nur fürs Auge, nicht für die Kamera. 






















Es geht weiter am Riff und es finden sich zwei weitere Hammers. Atem anhalten und rankommen lassen... Nach erneuten umwerfenden 40 Min. hat das Schauspiel sein Ende...

Die beiden abschließenden Tauchtage wiederholen wir bereits besuchte Plätze und werden nahezu jedesmal fündig. Die Hammerhaie waren nachmittags an La Nevera so pünktlich wie die Engländer ihre Tea time abhalten. Auch in "La Gringa" zeigen Sie sich uns ein weiteres mal. Und letztlich entsteht auch die ein oder andere brauchbare Szene für das Video mit über uns hinwegziehenden Hammerhaien. Ums Boot zogen täglich die Delfine herum. Unter Wasser ließen sie sich nicht noch einmal blicken. Dafür gab es überraschend viele große Adlerrochen zu bestaunen. Beinahe bei jedem Tauchgang zieht der ein oder andere an uns vorüber. Das Acuario präsentiert sich nochmals in Höchstform! Bei zwei weiteren Tauchgängen ist es sehr strömungsarm und die Fischschwärme ziehen ihre Kreise um uns herum. Ein großer Manta flappt durchs Wohnzimmer und ja, auch ein Walhai findet sich zum letzten Tauchgang nochmal ein. Ihn zieht es weiter. Zu einer anderen Putzerstation. Oder direkt nach Galapagos.

Am D'Artagnand ergiebt sich noch ein spektakuläres Bild. Auch ihn durchzieht ein Durchgang. Und hat man endlich mal die ganzen Schnapper in der Höhle bei Seite geschoben und erblickt das Tageslicht auf der anderen Seite tummeln sich Big Eye Jacks in Hülle und Fülle vor den Toren.
Dem Captains Diner folgt eine sternklare Nacht. Eine Rückfahrt wie aus dem Bilderbuch schwemmt uns nach 30h wieder an Land. So bleibt auch etwas Zeit und Lust nach weiteren Meeresbewohnern auf dem offenen Meer Ausschau zu halten. Mehrere Delfinschulen, ein Pilotwal und eine Schildkröte genießen die Ruhe des offenen Meeres...

Der Weg ins Paradies ist ein steiniger (gewesen). Und von anderen hört man immer wieder, dass die Tür auch verschlossen sein kann aufgrund schlechter Sicht. Aber an welchem Tauchplatz braucht man nicht ein wenig Glück? Tourberichte aus diesem Sommer lesen sich noch spektakulärer als der meinige. Malpelo ist ein Spielplatz. Ein riesiges Kaufhaus mit Spielsachen von klein bis groß. Aber es liegt nicht alles immer an seinem festen Platz. Das macht die Freude um so größer wenn man dann doch etwas entdeckt hat.
Doch wir müssen es auch schützen! Sonst sieht es in diesem Kaufhaus bald so aus wie in einer Praktiker-Filiale: Düster! Dive Malpelo! Entdecke die Möglichkeiten...





Sonntag, 27. Oktober 2013

UnterwasserDerWoche #12: Vortest der Rollei S-50 und Petition zum Schutz von Malpelo!

Ich bin zurück aus Malpelo und Guadalupe und habe zwei wahre Abenteuer mit vielen Erlebnissen und phantastischen Begegnungen hinter mir! Die Berichte folgen so schnell ich kann =)
Leider gab es in Malpelo einen Zwischenfall mit einem toten Silky Shark an einer Longline. In Malpelo hat man die Chance tatsächlich noch präventiv eingreifen zu können, da hier fast das gesamte Portfolio der Unterwasserwelt in großer Anzahl zu bestaunen ist. Michael Christ von Tauchertraum und Otmar Hanser, Inhaber der Yemaya II, wollen auf dem nächsten jährlichen Treffen bzgl. Malpelo massiv auf den permanenten Schutz des Archipels drängen! Seit Mittwoch Nachmittag haben sich bereits 500 Unterzeichner gefunden und wir haben unser ursprüngliches Ziel übertroffen. Jetzt versuchen wir gar 1000 Zeichner gewinnen zu können! Bitte helft uns! Jede Stimme erhöht den Druck!

Hier findet ihr den Link zum Unterzeichnen der Petition:
https://www.change.org/de/Petitionen/help-us-to-stop-shark-finning-and-illegal-fishing-in-isla-malpelo

Berichte über die Petition:
Bericht auf Unterwasser.de
Bericht auf Taucher.net

Produkt der Woche: Rollei S-50 Actioncam
Rollei hat eine neue Actioncam auf den Markt gebracht. Die S-50. Sie ist der Nachfolger der 5S Dive-Edition von der es ja bereits einige Videos von mir auf Youtube gibt. Nun konnte ich den Nachfolger einem ersten kleinen Schnelltest unterziehen bevor ich Sie am Donnerstag mit nach Ägypten nehmen und dann ausgiebiger testen und besseres Filmmaterial präsentieren kann.


Die ersten Eindrücke:
Der große Nachteil des Vorgängers wurde beseitigt. Die Kamera kann nun auch unter Wasser ein- und ausgeschaltet werden. Jedoch können unter Wasser keine Einstellungen verändert werden. Dies muss weiterhin über Wasser geschehen. Die Rollei kommt weiterhin mit allem Nötigen im Gepäck daher, während man z.B. bei der GoPro den Rest teuer dazukaufen muss. Selbst ein zweiter Akku ist dabei. Die versprochene Akkulaufzeit von 65 Minuten mit Wifi und Display dürfte sie halten können. Ich bin nach 50 Minuten aus dem Wasser und hatte noch 1 Balken übrig.  Eine SD-Karte wie beim Vorgänger gibt es nicht mehr, dafür aber die Vollversion von Video Studio X6 von Corel, damit kann es auch nach den Aufnahmen professionell weitergehen. 

Der erste Tauchgang:
Ich habe die S-50 mit zum (für mich) letzten Tauchganges des Jahres in einem deutschen See genommen. Leider war das Wetter stark bewölkt, erschwerte Bedingungen für die Kamera also. Sehr optimistisch habe ich auch die Trockenpads weggelassen. Auch hier ist sie gegenüber dem Vorgänger stark verbessert, nach der Hälfte des Tauchgangs fing Sie dennoch an zu beschlagen, wenngleich die Bilder dennoch am Ende verwertbar waren. Bei hohen Temperaturunterschieden sollten die Pads also nicht fehlen!
Nun zum Tauchgang: Sehr beeindruckt bin ich von der Schärfe der Kamera. Den Vergleich zum Wettbewerb müssen zwar die Experten anstellen. Ich war aber sehr positiv überrascht und mit der Schärfe und insbesondere dem Rauschen bei widrigen Bedingungen sehr zufrieden! Ich habe das Video komplett unbearbeitet gelassen, daher haben einige Szenen auch einen stärkeren Grünstich. 

Ich freue mich auf die Tauchgänge mit ihr in Ägypten und zeige euch so schnell wie möglich wie Sie sich dort geschlagen hat =) Hier jetzt erst einmal der Tauchgang von gestern.




Petition der Woche:
Und auch neben der von mir mit initiierten Petition gibt es weitere Petitionen um Verbrechen an der Unterwasserwelt zu bekämpfen. Ich hoffe ihr habt die Zeit um auch diese zu unterzeichnen und zu unterstützen =)

SAVE HAWAII SHARKS FROM NEEDLESS KILLING

Kampf gegen Delfinschlachten in Peru 

News der Woche #1:
Die EU stoppt weitere Subventionen gegen Fischcharter! Sehr gut und weiter so!

http://www.nytimes.com/2013/10/24/business/international/european-parliament-rejects-new-subsidies-for-fishing-fleets.html?smid=fb-share&_r=2&

Freitag, 27. September 2013

UnterwasserDerWoche #11: Neuer Sharkproject-Kalender ist da

Der vorerst letzte UnterwasserDerWoche-Eintrag. Den jetzt geht's erstmal nach Malpelo und anschließend nach Guadalupe ein bisschen Futter für die weiteren Reiseberichte sammeln =)

Produkt der Woche:
Letzte Woche ein Produkt von Sharkproject, diese Woche schon wieder! Warum auch nicht? Für den Kampf an der guten Sache gibt es nicht genug Werbung =) Hier mein kleiner Beitrag: 
Hai-Kalender 2014



Petition der Woche:
Vielfach ist das Bild des toten Hais auf dem Büffet eines Iberostar-Hotels bereits durch das Netz kursiert. Das Bild ist zwar aus 2011 und es gibt auch eine offizielle Stellungnahme die dieses Vorfall sehr bedauert und weitere ausschließt. Dennoch gibt es von August 2013 bei Sharkproject auf Facebook ein Foto dass leider bestätigt, dass dort immer noch Hai angeboten wird. 
Daher sollten wir dieser Petition verhelfen die 2.000 zu knacken:
Petition gegen Iberostar

Video der Woche #1:
Zwar auch bereits über zwei Jahre alt, aber dennoch aktueller denn je im Kampf zum Schutz der Delfine =) Teilen und oder genießen, alles möglich!










Sonntag, 22. September 2013

UnterwasserDerWoche #10: Neues T-Shirt von Sharkproject

Produkt der Woche:
In Zusammenarbeit mit Sharkproject ist dieses T-Shirt entstanden, dass darauf aufmerksam machen soll welchen Anblick wir unsere Taucherbrille schon mal nicht mehr haben werden =(
Erhältlich ist das Shirt und andere Dinge im Shop von Sharkproject. Eure Hilfe hilft den Haien =)
Shop Sharkproject




News der Woche #1:
Alle Makro-Fans sollten aufhorchen! Denn alle kleinen Lebewesen sind unmittelbar durch das aussterben der Haie bedroht! Das gesamte Ökosystem kippt.

Coral reef decline linked to overfishing of sharks Read more: http://www.digitaljournal.com/article/358689#ixzz2fbIyFfLG

Source: Wikipedia


News der Woche #2:
Passend zur Petition von ganz oben gibt es eine coole Aktion in Neuseeland dazu. Denn immer noch ist es legal dort Haie zu finnen!
Shark campaign hits the wall

Video der Woche #1:
Schönes Video über Haie. Und wer es gleichzeitig liked auf youtube der unterstützt die Jungs bei einem Contest.




Foto der Woche #1:
Mal nicht nur Haie, sondern ein Besucher direkt aus der Hölle =)






Donnerstag, 19. September 2013

#Reisebericht: M/Y Seawolf Felo - Tauchsafari zu den südlichen Highlights

Ziel:                 Ägypten
Safariroute:       Daedalus - Rocky/Zabargad - Fury Shoals - Elphinstone 
Safariboot:        M/Y Seawolf Felo 
Reisezeitraum:   25.07.-01.08.2013

Anreise:
Wir verlassen Deutschland bei hochsommerlichen 35 Grad um in den Glutofen Ägyptens zu entschwinden. Die Oberfläche soll auch nicht das Ziel sein: Unterwasser ist wieder der Fokus!
Kurzfristig haben wir uns dem Vollcharter von meinem Freund Supp Diving Heilbronn angeschlossen, eine letzte Kabine war auf der Seawolf Felo noch frei. Nach 2x Independence II auch mal etwas Abwechslung vom Schiff :)
Für 30kg Tauchgepäck waren am Schalter der SunExpress 80€ für Hin- und Rückflug zu berappen, dies und auch anderes Sportgepäck muss vorab angemeldet werden. 
Die 24h Verspätung der Lufthansa beim letzten Südafrika-Flug hielt das Schicksal dann wohl doch für etwas zu hart: es gab kostenlose Sitze am Notausgang :) Leider waren die Sitze nicht nach hinten klappbar, da hatten Sie wohl aus der hintersten Ecke noch einen Flieger gewühlt. Und auch der neue Service vermochte mich nicht wie versprochen zu "begeistern"! Jetzt kosten nämlich sogar schon Getränke extra! Aber insgesamt lief alles reibungslos. Auf dem Flug haben wir sogar noch den 10 Minuten früher gestarteten Parallelflug der SunExpress überholt, in welchem der Rest der Tauchgruppe saß, und so waren wir die Ersten am Zielort.
Auf geht's zu einer sicherlich spannenden Woche auf hoher See.


Das Tauchsafarischiff:
Die Seawolf Felo gehört mit Ihren fast 40m Länge zur Oberklasse der im Roten Meer verkehrenden Safarischiffe. Für insgesamt 20 Leute ist auf allen Decks ausreichend Platz, so dass man auch hier immer ein sonniges oder schattiges Plätzchen finden konnte. Auch der Salon und Essbereich ist geräumig,selbst bei sibirischer Kälte von 20°C im tiefsten ägyptischen Winter hätten sicher alle ein Plätzchen finden können.  Die Zimmer sind ebenfalls gut, ein Wermutstropfen ist hingegen das Bad, das ist schon sehr klein. Insgesamt ist das Schiff sehr gut in Schuss, wenn auch kleinere Mängel, wie aufgerissene Polster, auffallen. Unschön war die auf unserer Tour mehrfach ausgefallene und am Ende schließlich komplett defekte Nitrox-Anlage. Da fehlte eindeutig die Kühlung. 
Aber vorweg: Die Mängel werden durch eine hervorragende Crew wieder wett gemacht! Stets hilfsbereit, zuvorkommend und freundlich. Technisch versiert halfen Sie bei vielen kleinen Defekten an unserer Ausrüstung stets kompetent aus! 
Ein RIESENLOB! 

Check-Dive: Marsa Shona
Das geniale an einem Vollcharter: Alle sind zur gleichen Uhrzeit da. Und wir flogen alle morgens um 7:00 Uhr. 
13:00 Uhr Marsa Alam. 
15:30 Ablegen vom Hafen. 
16:30 Check-Dive Marsa Shona
An genau diesem Platz hatten wir über Ostern das Dugong. Das wäre ein wahnsinniger Start, aber leider auch zuviel des Guten. Es bleibt bei Kugel- & Igelfisch, Schwärmen von gelben Meerbarben, Kofferfischen, Rotfeuerfischen und Trompetenfische. 
Und Abends geht's bereits Richtung Daedalus. Sobald kein Wind weht ist es selbst auf dem Schiff tendenziell wie in einer finnischen Sauna.

Daedalus
Irgendwie habe ich die Nacht auf dem Schattendeck dann doch rumgebracht und zwischen Wind und Hitze den Kompromiss gefunden. Bereits am Morgen zum Sonnenaufgang bin ich wach. Drei weitere Boote liegen an Daedalus, trotz dass wir bereits Freitag dort sind. 
Hammerhai am Daedalus-Riff
Um 6 geht es ins Wasser. Und wir legen gleich richtig los. Nach 5 Min. passiert 40m unter uns der erste Hammerhai und ich werde wieder zum hibbeligen Kleinkind. Und die Technik will natürlich auch nicht. An der 1. Action-Cam ist die Batterie leer. An der 2. den falschen Knopf gedrückt und an der Fotokamera noch die Einstellungen auf Magic Filter vom Vorabend gehabt. Bis alles in die Reihe gebracht ist bin ich bereits auch auf 40m und uns umkreisen 4 Hammerhaie extrem nah. Auch ein grauer Riffhai mit stattlichem Gewicht gesellt sich dazu. 
Ein atemberaubender Start! Und Tunas, Stachelmakrelen und Barracudas finden wir ebenfalls auf dem Weg zurück zum Riff. 

Clownfisch in Nemo-City am Daedalus-Riff
Einen Zwischentauchgang muss ich aufgrund noch nicht voller Flasche ausfallen lassen. Die Kollegen haben die komplette Schule auf 25m! 
Tauchgang 3 soll uns nochmals die Hammerhaie bringen, bringt aber nur Blau. Aber beim Austauchen gibt es auch genug zu sehen. Und den letzten Tauchgang verbringen wir 80 min. an Nemo City. Ich könnt ewig dort bleiben :)
Wir lassen den Abend entspannt bei Bacardi und Cola ausklingen und Lolles Geburtstag wird ebenfalls tanzend und mit einem Kuchen gefeiert. Spät geht es ins Bett...schwitzend!



Kurz vor 5 geht es auch am Folgetag aus den Federn. Bereis 6 Boote liegen nun am Daedalus-Riff und obwohl wir um 6.10 auf dem Weg zum Tauchplatz sind, sind bereis 3 Zodiacs vor uns da. Wir entgehen zwar dem Rudeltauchen, da die große Gruppe nahe am Riff bleibt und wir hinausschwimmen ins Blauwasser, aber auch das bringt uns nicht all zu viel. 2 entfernte Hammerhaie passieren uns. Wir bleiben auf max. 25m und tauchen wieder ca. 75 Min.
Am Riff gibt es dann viele verschiedene Schwarmfische die alle an uns vorbeiziehen und und von Stachelmakrelen gejagt werden.
Um 9 dürfen wir noch einen Zwischen-TG packen. Kein einziges Zodiac ist mit uns auf dem Weg. Alle anderen sind gerade zurück bzw. frühstücken schon. Bei idealen Lichtbedinungen geht es hinaus ins Blaue. As erstes steht nahe der Oberfläche eine Schule Barrakudas. Aus denen sich ein Großer löst und uns alle extrem nahe inspiziert. Auch für 40m ist es noch ein Stück tiefer wo sich große Tunas, Stachelmakrelen und eine Riesen Bastard-Makrele tummeln. Plötzlich kommen einige der Makrelen und Tunas direkt auf uns zugeschossen aus der Tiefe. Eine jagt durch meine Beine hindurch und streift mich. Brrr... Das Fortpflanzungszentrum bleibt zum Glück verschont =)

Doch größer wird es nicht. Es bleiben in der Ferne noch 1 Hammerhai und 1 grauer Riffhai.
Der nächste reguläre TG ist um 11:00. An der Nordostspitze springen wir ab und tauchen zurück zum Boot. Und natürlich wenn der Computer bei jedem weiterem Tiefenmeter schon Ausschlag bekommt, dann tauchen auf 40m zwei entspannte Hammerhaie auf. Dann halt aus der Ferne. Es folgen die ersten zwei Muränen. 1 großer Stachelrochen ist 30m unter uns leider auch zu weit entfernt. Nur 1 Napoleon passiert uns auf Augenhöhe und lässt sich filmen.
Zum letzten Tauchgang geht es an die Nordost-Spitze. Nochmal Hammerhaie probieren. Auf dem Weg dorthin sind bereis wieder 5-6 Zodiacs vor uns rausgefahren und schmeißen ihre Taucher ab, hauptsächlich aber über Nemo City.  Wir fahren an Tauchern vorbei die ihren TG beendet haben, Sie zeigen uns 15 Hammerhaie an. Doch unter Wasser entscheidet der richtige Augenblick über alles. Wir finden zumindest noch zwei von Ihnen. Und einen grauen Riffhai. Dafür kommen wieder Barracudas und große Stachelmakrelen sehr eng auf Tuchfühlung. Am Ende des TG tauchen wir 20m vor Nemo City auf, knapp verpasst :(
Wieder an Bord geht es bei spiegelglatter See zügig Richtung Rocky/Zabargad. Und beim abendlichen Schoppen verglüht unzählige Sekunden ein Komet in der Erdumlaufbahn. Unfassbar... Am nächtlichen Sternenhimmel gehen im 15-Min-Takt die Sternschnuppen runter. Alle Sternbilder sind wunderschön klar und deutlich zu sehen. 
Platt von 4 Tauchgängen geht es früh ins Bett und wir schlafen nahezu bis 5 Uhr durch. 
Rocky Islands im Süden Ägyptens
Rocky Island / Zabargad:
schwimmender Sternenhimmelstrudelwurm
Halten wir uns nicht länger damit auf. Man kann nicht überall Glück haben. An Rocky Island machen wir zwei Tauchgänge bei ca. 20m Sicht ohne nennenswerte Großfischsichtungen, als Höhepunkt mag ich hier eine frei schwimmende Muräne anführen. Weiter nach Zabargad. 
Zabargad liegt wahrlich traumhaft. Mit einer atemberaubenden Lagune hinter dem Riffgürtel verbreitet es vorzügliches Südseeflair! Und auch der Tauchgang macht Lust auf mehr!
Ein freischwimmender Sternenhimmelstrudelwurm, große und kleine Drachenköpfe, Flötenfische, Clownfische, Juwelierfisch, großer Napoleon. Sehr viel kleine Schwarmfische, 2 große Igelfische, Kofferfische und ein Muränlein. 

Sataya
Blauklingen-Nasendoktorfisch
Es beginnt in Sataya bei Nacht. Das eigentliche Ziel sollen am nächsten Morgen die Delfine in der großen Lagune sein. In Sataya ist bei Nacht eines sicher: Die indischen Rotfeuerfische warten auf euch! Wie dressierte Hunde begleiten Sie euren Lichtkegel und versuchen mit seiner Hilfe zu jagen. Doch Vorsicht! Mitunter schwimmen Sie genau unter euch und ihr packt aus Versehen in ihre Stacheln! Ich schicke Sie immer einen Taucher weiter und kann zwischen Sand und kleinen Felsen insgesamt 4 Krebse, eine Pyjamanacktschnecke, 3 gebänderte Scherengarnelen, viele Maskenkugelfische, einen Blauklingennasendoktorfisch und einen Haufen Flötenfische enttarnen, die aber die Nähe meiden.




Sataya bei Tag - Sind die Delfine diesmal da?

Heute fällt es mir das erste mal schwer aufzustehen, und Bock auf Tiefe habe ich auch nicht. So starten wir vom Boot und gehen nicht mit ans Außenriff von Sataya. Lohnt sich meiner Meinung nach auch nicht. Lieber vom Boot an der Riffkante entlang in Richtung Steinkorallengarten und wieder zurück. Wer da die Augen offen hat, der erlebt ein FEST! 
Wir feiern es ganze 93 Minuten lang mit 3 Muränen, einem großen Napoleon, jeder Menge im Sandkasten spielenden Blaupunktrochen, Büffelkopfpapageienfischen und Nacktschnecken. Zusätzlich füllen das Riff mehre Schwärme gelber Meerbarben und Wimpelfische. Und ulkigstes Highlight ist ein durch die nasse Wüste hüpfender Drachenkopf, putzig =)



Doch dann geht es nach dem Frühstück zum wahren Highlight. Den Delfinen. Und diesmal sind Sie da! Ohne viel Worte, schaut einfach das Video:



Doch das straffe Programm mahnt zum fortfahren. Shaab Claudia und Silengat sind die weiteren Tauchplätze bis zum Abend. 
Shaab Claudia war bereits im Frühjahr und ist auch weiterhin immer ein oder zwei Tauchgänge wert. Die prächtigen Farbenspiele innerhalb der Höhlen und Durchgänge sowie der Reichtum an kleinen Schätzen lässt die Zeit vergehen wie im Flug. Sowohl große Kofferfische, Clownfische in wunderschönen Anemonen, als auch kleine Preußenfische sorgen für Unterhaltung im Riff.




Shaab Sharm:
Auch am Shaab Sharm möchte ich mich nicht lange aufhalten, wenn doch es ein kleines Hailight und eine Premiere beitrug. Ein kleiner Weißspitzenriffdackeln und mein erster selbst gefundener LaNaBüBa in einer großen Fächerkoralle belohnten die Suche. Unser Weg führte uns beginnend auf der nördlichen Ecke des Plateaus gen Westen am Riff entlang.



Habili Marsa Alam und Abu Dabbab 2+3:

Das Habili Marsa Alam ist ein kleiner Felsblock ein paar hundert Meter dem Shaab Marsa Alam vorgelagert und bietet jetzt nicht die größten Überraschungen. Aber man weiß ja nie was kommt, deshalb werde ich mich hüten euch zu empfehlen den Tauchgang auszulassen wenn es an diesen Platz geht ;)

Zumindest der erste Krokodilsfisch sonnt sich unter Palmen im Riff.
Und auch Abu Dabbab punktet zwar mit schönen Steinkorallen aber das reicht dann leider auch nicht für die vorderen Plätze im Ranking.

Sepia beim Nachttauchgang in Abu Dabbab 2+3

Das Ende naht - Elphinstone
Es geht wieder ans Riff der sich scheidenden Geister. Für die einen DAS Highlight schlechthin im Roten Meer, für die anderen ähnlich überbewertet wie die Leistungen von Jürgen Klinsmann als Nationaltrainer Deutschlands. Um welches Riff kann es sich nur handeln? Na klar: Elphinstone! Und beide Meinungen sitzen natürlich an Bord: Meine Mutter des Meeres, Michael Supp von Supp Diving Heilbronn, liebt es! Ich verachte es, da es auch mich bisher verachtet hat. Wiederholte Gesten der Freundschaft und auch regelmäßige Besuche konnten das Riff bisher nicht umstimmen mich zu begeistern. Doch man muss es zweiteilen: Im Bereich von 0-15m ist die Klarheit des Wassers, die Artenvielfalt und der Fischreichtum immens und beeindruckend! Und immer wieder mal passiert ein Riffdackel oder eine Schildkröte das Feld. Nur weiter unten, insbesondere auf dem Schlachtplatz der Taucher, der Nordwestspitze,  blieb mir Glück bisher vergönnt. Und auch diesmal lässt Neptun die Pforten geschlossen. Starke, riffabtriebige Strömung  lässt nur zu, dass man auf dem Riff bis an die Spitze schwimmt und dort ca. 15Min. wartet. Zum Zeitvertreib kann man immer wieder zwei Clownfischen in einer Anemone beim posieren zuschauen während der Rest Ausschau hält, aber es bleibt ruhig. Nur Taucher schlagen immer wieder neben uns ein. So tauchen wir den Rest auf 5m am Riff entlang aus und verzichten auf einen zweiten Tauchgang. 
(--> wie Elphinstone auch sein kann, dass gab es 1 Woche später im The Oasis)



Den zweiten Tauchgang verbringen wir in Marsa Shona Schildkröten suchen. Wir konzentrieren uns aufs Seegras. Es wimmelt von Kuhfischen und Grundeln. Ein scheuer, wunderschön bepunkteter Federschwanzrochen getraut sich nicht so recht ins Scheinwerferlicht. Er sucht immer wieder den Schutz der Staubwolken am Grunde des Seegrases. Und wir hinterher, in der Hoffnung in der Staubwolke befindet sich eine Schildkröte oder sogar das Dugong. Doch meißt sind es nur Kuhfische oder Drücker die den Boden umwälzen.  Nach gut einer Stunde wird die äußerst strukturiert und diszipliniert durchgeführte Suche nach etwas großem belohnt. Eine Schildkröte mampft uns entgegen. Wenige Schnappschüsse später ist Sie jedoch auf dem Weg nach oben um Luft zu holen und entschwindet dann wieder im Staub. Allerdings ist Neptun hier wesentlich milder gestimmt. Kurz vor Schluss finden wir Sie erneut und verbringen diesmal ausgiebig Zeit mit ihr. 



Das war's! Fertig ist eine entspannende und zugleich wunderschöne Tauchsafari durch Daedalus, Rocky, Zabargad, die Fury Shoals und Elphinstone. Wirklich nachhaltig im Gedächtnis bleiben wieder die Hammerhaie am Daedalus-Riff, die Delfine in Sataya und auch die Schildkröte vorn Marsa Shona bekommt ihren festen Platz im Gedächtnis für kühle und dunkle Wintertage.

Sonntag, 15. September 2013

UnterwasserDerWoche #8: Wale Shark am Elphinstone-Reef

Petition der Woche #1:
Viele gute Nachrichten sollten uns darin bestärken, dass eben doch jede einzelne Stimme zählt! Und diese Petition braucht noch etwas Anlaufhilfe =)
Ban Shark Fin Soup in Australia

News der Woche #1:
Stop Shark Finning hat auf Facebook gemeldet, dass es auf öffentlichen Veranstaltungen der Hongkonger Regierung keine Haifischflossensuppe und Blauflossen-Tuna mehr geben wird.
Wieder ein Schritt =)

News der Woche #2:
Passend zur Petition von ganz oben gibt es eine coole Aktion in Neuseeland dazu. Denn immer noch ist es legal dort Haie zu finnen!
Shark campaign hits the wall

Video der Woche #1:
Diese Woche gab es an Elphinstone wieder eine dieser Begegnungen die wie ein 6er im Lotto sind:
Ein Walhai am Elphinstone-Reef =)


Foto der Woche #1:
Anbei ein Foto meiner Woche mit der Seawolf Felo



Sonntag, 8. September 2013

UnterwasserDerWoche #7: Manatees im Video

News der Woche #1:
Immer mehr Airlines scheuen das Image-Risiko Haifischflossen zu transportieren =)
Shark fin imports to Hong Kong tumble after airlines refuse to carry them

News der Woche #2:
Jetzt gibt es fast schon wöchentlich einen Artikel über das sinkende Interesse an Haifischflossensuppe. Hoffentlich hält es an!
Shark fin soup off the menu: China’s crackdown on extravagant banquets gives sharks a second chance

Video der Woche #1:
Mein Freund Michael Supp war in Florida bei den Manatees. Wahnsinnige Bilder! Vor allem wenn man Sie in der Original 4K-Quali gesehen hat =) Für alle anderen:


Foto der Woche #1:

Und ein weiteres Foto meines Aufenthalts im The Oasis, Dive Ressort Marsa Alam.