Montag, 7. September 2015

#Reisebericht: Deep South Maldives - von Kooddoo nach Male

Ziel:           Malediven
Tauchregionen:  Deep South - tiefer Süden
Tour-Operator:  Tauchertraum / MV Virgo
Reisezeitraum:  14.03.-29.03.2015

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Malediven 2014 - Deep South




Die Anreise:

Nur zwei Wochen trennen diese Reise von meinem letzten Trip mit Tauchertraum (Socorro). Nach zwei Wochen extrem harter Arbeit steht der nächste "Tauchertraum" vor der Tür, es ist ja auch bereits wieder dringend Zeit für eine Erholung! 
Diesmal geht die Reise gen Osten. Zur Hauptsaison erwartet uns die MV Virgo der Constellation Fleet zu ihrer Deep-South-Tour durch das Malediven-Archipel. Auf dem Plan und im Fokus stehen die unzähligen, stark durchströmten  Kanäle mit ihrer magischen Anziehungskraft auf Großfisch. Wir begleiten den 14 Tage dauernden Rückweg. Das bedeutet unserem Direktflug schließt sich ein Inlandsflug nach Kooddoo an. Wir tun mal wieder etwas für das Vaterland und Fliegen mit der Ferienklitsche Condor. Dankenswerterweise konnten sich die Piloten am Abflugtag dazu durchringen zur Arbeit zu erscheinen. Schön, wir fliegen also. Noch etwas mehr Dank müssen wir dem Bodenpersonal zollen die zweimal unser hoffnungslos überladenes Handgepäck abnicken. So überzeugend geht es aber leider nicht weiter. Die Sitzplätze sind gefühlt den ein oder anderen Zentimeter kleiner als z.B. noch vor zwei Wochen mit der KLM. Wer Filme schauen möchte muss nochmal 8€ hinblättern. Für einen Film, und da ist nicht mal was gescheites dabei. Das war es soweit aber auch erstmal mit meckern. Service und Futter sind gut. Ich finde auch einige Stunden Nachtruhe und so geht der Trip nach Male recht fix um 10:00 zu Ende. Abgeholt von Einem der Constellation Fleet geht's 5 Minuten zu Fuß zum Domestic Terminal, aus dem wir uns erst einmal einen kräftigen Schauer anschauen dürfen. 
Um 14:30 folgt der einstündige Flug nach Kooddoo. Hier ist nun strahlend blauer Himmel und der Planet brennt. Der halbe indische Ozean klebt bereits an meinem T-Shirt. 
Es endet mit einem 10-minütigen Fußmarsch inkl. Gepäck zum Tauchdhoni und dann geht es auf die Virgo. 


Der erste Eindruck der Virgo ist etwas gemischt. Schöne und große Zimmer, schöner Speisesaal + Salon. Aber alles mit vielen Ecken und Kanten. Auch das Zwischendeck und Sonnendeck würden wesentlich mehr Potenzial bieten für ein super Ambiente. Da fehlt so etwas der letzte Schliff für ein Boot dieser Preiskategorie. Man müsste es in etwa in ein Mittelklasseboot in Ägypten einordnen, aber wie gesagt, die Kabinen sind sehr groß. Gefolgt vom Bootsbriefing erwartet uns ein köstliches Abendessen und recht schnell verschwinden alle geplättet von der Anreise in ihren Kabinen. Der folgende Tag beginnt um 06:30 mit dem Tauchbriefing, gefolgt vom ersten Tauchgang.

Tauchen auf den Malediven:

Wer bereits auf den Malediven getaucht ist kann diesen Absatz getrost überspringen. Das komplette Tauchequipment befindet sich auf einem sogenannten Dhoni. Auf diesem werden beispielsweise auch die Flaschen gefüllt, das vermeidet das häufig auf anderen Safaribooten omnipräsente Kompressorengeräusch während dem Sonnenbad. Per Gesetz liegt die maximale Tauchtiefe bei 30m, üblich ist eine maximale Tauchzeit von 60min. Zwischen 20-30m liegen häufig optimale Positionen um an der Kanalmündung, eingehakt am Riff, das Treiben im Blauwasser zu beobachten. Daher reizt man 60min. selten aus. Löst man sich wird man regelrecht durch den Kanal "geschossen",  an ausführliche Foto-Sessions ist nicht zu denken. 


So dann, wir starten! Und beginnen am Kooddoo Beyru, also gleich in der Nähe des Flughafens. Mit dem ersten Eintauchen ins warme Nass (30 Grad) überrascht die sehr gute Sicht. Sie reicht locker auf 40m. Es begrüßen uns im Verlauf ca. 4-5 Schildkröten, 1 Adlerrochen und auch ein Napoleon ist unterwegs. Das Riff ist überwuchert mit Korallen. Allerdings findet sich wenig Abwechslung. Das Riff besteht nahezu ausschließlich aus Hartkorallen in wiederum unterschiedlichster Ausführung, von großen Tischkorallen bis hin zu kleinen Steinkorallen. Aber auch einiges an abgebrochenen Trümmern liegt am Grund, bei der Strömung kein Wunder.

1. Tauchtag:

Akklimatisiert an maledivianische Gewässer steht der erste Kanal bevor. Vilingili Kandu. Kandu bedeutet "Kanal". Die Strömung ist noch moderat und so können wir uns von selbst an der Riffkante halten. Meißt sieht die "Riffkante" so aus, dass es zwischen 15-30m irgendwo eine oder mehrere Stufen gibt auf denen man sich aufhalten oder einhaken kann. Darunter fällt das Riff dann weiter moderat kontinuierlich ab.
Zu unserem ersten Kanaltauchgang lässt sich eine Vielzahl an grauen Riffhaien sowie Weiß- und Schwarzspitzenriffhaie blicken, halten aber ihre Distanz zu uns.

Dann folgt der Kooddoo Kandu der uns kurz nach dem Einstieg einen Mantaüberflug beschert, es sollte für lange Zeit der letzte bleiben. 


Dieser Kanal wird deutlich stärker durchströmt und man kommt um den Einsatz des Riffhakens nicht herum. Aus festgemeißelter Position erblicken wir einige Adlerrochen, und auch Riffhaie sind in größerer Anzahl wieder zugegen. Sogar ein kleiner Mobula flappt an uns vorüber. In unmittelbarer Nähe zu meinem "Ankerplatz" haben sich ein paar Anemonen niedergelassen. Eindeutig Nordlichter die gern eine "steife Briese" um die Nase haben, denn sie werden ordentlich von der Strömung hin und her gepeitscht. Doch auch ihren Bewohnern scheint dies wenig auszumachen, Sie verharren. Ein großflächiger Auszug ist nicht festzustellen.



2. Tauchtag:

Der folgende Morgen beginnt mit einem Fushi, kein Kandu. Wir tauchen am Saumriff eines kleinen Inselchens auf das sich lediglich ein paar Palmen verirrt haben. Die Strömung lässt eine weitestgehend freie Bewegung zu. Um die Korallenblöcke schmiegen sich wahre Massen an Glasfischen und wiegen im Takt des Schwells. Ein Pulk Rainbow-Runner surrt umher, lässt aber jegliche Ordnung vermissen die es zu einer gescheiten Filmsequenz benötigen würde. 
Da ist der Kuhschwanzrochen fotogener und macht keine Zicken und Mätzchen, er bleibt ruhig. 


Die Sandflächen sind übersäht mit Sandaalen und Partnergrundeln. Alles ganz ok bis jetzt. In ihren 5 Jahren hat unser Guidin übrigens noch nie Delfine ganz nah und verspielt beim tauchen gesehen, bis genau zu diesem Zeitpunkt ein Trupp Bottlenose-Delfine genau vor mir auftaucht. Und sie sind interessiert!



Zwei volle Minuten Schauspiel, dann geht es an die Oberfläche. Nicht jedoch ohne wieder zurückzukehren und uns weitere zwei Minuten zu unterhalten. Ein Wahnsinns-Encounter! Und ich bin mittendrin statt nur dabei!
Wir setzen unseren Tauchgang freudetrunken am Riff fort ohne aber etwas richtig seltenes, was es nicht auch in Ägypten gibt, zu sehen. Dann kommen die Delfine nochmal von rechts. Und dann sind 60min. auch schon um. WOW!

Der Tag wird am Kuredhoo Kandu fortgesetzt. Bei 30m findet sich die anschließend steil abfallende Riffkante. Gute Sicht, aber auch gut Strömung. Ich finde eine Treppenstufe an der Kante auf der man sich ohne Riffhaken aufhalten und in die Tiefe lunsen kann. Der ein oder andere graue Riffhai kommt sogar recht nah auf gleicher Höhe vorbeigezogen. Beim Blick in die Tiefe erscheint dort eine größere Schule Jacks, ohne aber jegliche Anstalten zu machen an Höhe zu gewinnen. Beim austauchen gelangen wir auf eine Riffseite des Kanals und spulen unseren Sicherheitsstopp begleitet von insgesamt 4 Schildkröten in Windeseile ab. Es wird sogar noch ein paar Minuten länger, denn sicher ist bekanntlich sicher!



3. Tauchtag:
Die weiteren Tauchtage- & gänge kürze ich etwas und fasse die wesentlichen Dinge zusammen. Die Gesamtsituation litt etwas darunter, dass 1 Guide (der Hauptguide) Ohrenprobleme bekommen hat und fast eine komplette Woche aussetzen musste. Es verselbstständigten sich ein paar Dinge an Bord, auf beiden Seiten, die für das tauchen nicht all zu sehr von Bedeutung sind. 

Also weiter geht's unter Wasser mit Dandoo Corner: Ein Blauwassertauchgang, der allerdings keine weiteren Farben bieten konnte. Nach 20 min. lösen wir uns zurück ans Riff und hier finden wir nun 5 graue Riffhaie, ja auch eine Nacktschnecke ist trotz knackiger Strömung auffindbar!

Kondey Kandu kann getrost übersprungen werden und somit sind wir bereits bei Tauchgang 3 des Tages: Mareeha Kandu. Etwas mehr graue Riffhaie patrouillieren an der Riffkante, es findet sich kurz ein Adlerrochen, eine Warzenschnecke und als Highlight ein Stachelschweinrochen.
 

Das wahre Highlight des Tages folgte dann am Abend mit dem Besuch eines kleinen Inselchens auf dem die Crew ein Barbecue organisierte. Klar, wer schon auf den Malediven gewesen ist sieht das vielleicht schon als Selbstverständlichkeit an. Dennoch ist es jedesmal wieder ein Haufen Arbeit und eine wundervolle Arbeit die dort von der Crew geleistet wurde, herrliches war es! Und dieser Sternenhimmel!





4. Tauchtag:
Frisch und ausgeruht geht es am Folgetag bereits um 5:30 ins Wasser.  
Gemanafushi Beyru wird wieder ein Blauwassertauchgang, und der beste auf der gesamten Tour: 7-8 Seidenhaie, 1 Silberspitzen-, 1 Hammer- &  1-2 graue Riffhai finden sich abwechselnd ein um unsere Gruppe zu begutachten. Manche schwören sogar Stein und Bein einen Marlin gesehen zu haben. Ob dies nun noch Nachwirkungen des abendlichen Barbecues gewesen sind, bleibt ungeklärt! 


Der mittägliche Tauchgang am Kooddoo Kanud zieht uns wieder etwas zurück in die Normalität: Ein paar graue Riffhaie an der Sichtkante, kurz zwei Schildkröten im Vorbeiflug,dann bleibt der Ereigniszähler bis zum auftauchen stehen. 

Ekefaru Giri als Abschlusstauchgang des Tages hielt einen Leopardenhai für sehr wenige Glückliche bereit. Ansonsten bleibt hauptsächlich die Frage warum die Guides entscheiden auf der Schattenseite zu tauchen, obwohl die Sonnenseite möglich und sicher auch die bessere Alternative gewesen wäre.

5. Tauchtag:
Im Anschluss an diesen Tauchtag setzen wir über ins Laamu-Atoll und beginnen die Reise am folgenden Morgen am Hithadoo Beyru.
Neben einer größeren Gruppe Schnapper machen lediglich viele Schildkröten auf sich aufmerksam.


Es folgt Kadhdhoo Giri, ein landschaftlich sehr interessanter und gänzlich anderer Tauchgang. Das Riff ist überwuchert mit Moos, zumindest sehen die Korallen dem Moos zum verwechseln ähnlich. Die Sonne befindet sich diesmal optimal in unserem Rücken und lässt das Riff in seiner ganzen Farbenpracht erstrahlen. 
Auch hier kreuzt sich unser Weg mit einer großen Schildkröte. Aber auch das Makro-Imperium schlägt eindrucksvoll mit einer schier unglaublichen Masse an  Glasfische und Shrimps in Peitschenkorallen zurück.


Zum Abschluss des heutigen Tages ist ein Twilight-Tauchgang geplant. Mit der untergehenden Sonne steigen wir ins Wasser und enden in einem Nachttauchgang. Der wiederum viele interessante Dinge bieten konnte, aber für den Ägypten-erprobten Nachttauchgänger ohne Neuerung geblieben ist.

6. Tauchtag:
Es ist bereits Halbzeit auf unserem Trip und für diesen Tag sind lediglich 2 Tauchgänge geplant. Der Rest dient zum entspannten "entgasen". Das Briefing verspricht den Lieblingskanal des Boots-Eigners. Es passiert während der ganzen Tour häufiger, dass Erwartungen im Briefing geweckt oder Tauchplätze beschrieben werden die nachher dann so nicht wiederzufinden sind. So leider auch bei uns am Fushi Kandu.

Die Mittagssonne ist bereits die ungünstigste Zeit für die Suche nach Haien. Auch unser Sprungplatz ist ungünstig gewählt und es braucht eine gefühlte Ewigkeit auf 20m bis wir endlich am Kanal sind. Ein großer Schwarm juveniler Barracudas und eine Gruppe Jacks stehen im Kanal. Aber beide sind so scheu, dass Sie bei dieser Strömung nicht nennenswert zu filmen sind. Und während meiner vergeblichen Versuche besuchen meine Freundin 10 Adlerrochen zum knuddeln, ich gucke natürlich gerade in eine andere Richtung, Pech gehabt ;-) Haie gibts keine.

Der zweite Versuch findet wieder am Fushi Kandu statt und wieder werden wir an keinem günstigen Punkt "gedropt" und brauchen ewig zum Kanal. Nun hat es auch noch auslaufende Strömung und die Sonne auf der falschen Seite. Keine wirklich gute Planung. Also springen wir schnell zum nächsten Tauchtag. 

7. Tauchtag:
Nochmal Fushi Kandu: Ohne jegliche Strömung, die Sonne nun im Rücken. Ein schöner Schwarm Wimpel-fische zieht über uns hinweg. Auch die Barracudas sind wieder da und zur frühen Morgenstunde lässt sich zumindest der ein oder andere kleine graue oder weißspitzen Riffhai erblicken.  Und zum Ende des Austauchens begegnet uns noch ein weiterer Kuhschwanzrochen. Der beste von allen drei Versuchen am Fushi Kandu.

Der zweite Tauchgang geht leider komplett in die Hose. Eine kleine Fehleinschätzung der Strömungsrichtung führt dazu, dass wir den Eingang des Kanals erst gar nicht erreichen, sondern direkt an die Außenriffkante gespült werden und dann eben 60 min. am Riff entlang dümpeln. 

Und auch der dritte Tauchgang geht etwas in die Hose. Es gibt etwas hin und her unter Wasser seitens unserer Guidin und meine Tauchpartnerin taucht vermutlich etwas zu hektisch ab und ihr wird schwindelig. Also dürfen wir den Tauchgang abbrechen. In einem Kanal ist keine Zeit für Missverständnisse, ruck zuck sind wir mittendrin statt davor und können auftauchen.   

8. Tauchtag:

Der 8. Tag beginnt am Thaa Giri. Ein wunderschönes Riff mit vielen verschiedenen Fischschwärmen, auch ein Oktopus und eine  Schildkröte lassen sich erblicken.


Es sollte ein nächstes Highlight folgen. DIE Chance auf Mantas auf der Tour. Kurlali Kandu auch Manta Point genannt. 
Wir hängen uns an einen der ersten Blöcke im Kanal und warten ab. 
Mantas bleiben leider aus, so vertreibe ich mir die Zeit mit einem Blenny der unmittelbar im Block vor mir sein Penthouse bezogen hat. Auch ein Adlerrochen, ein Stachelrochen und eine Netzmuräne lassen sich finden. Man hatte leider aber auf den großen Flap-Flap gehofft.  

Muli Corner ist schnell erzählt. Die Strömung wird von den Guides falsch eingeschätzt und es spült uns noch vor dem Kanal vorbei, also wird daraus ein Rifftauchgang am Außenriff. Schade, dass keinerlei sorry oder sonstige Erklärung von den Guides gekommen ist.

Ich möchte die ganze Geschichte hier nicht groß breit treten. Aber für das Gesamtverständnis sei gesagt, dass die Stimmung nicht sehr gut gewesen ist nach dem Verlauf der letzten Tage. Es gab letztlich ein klärendes Gespräch mit den Guides und die Situation war fortan wieder in Ordnung. 

9. Tauchtag:
Nun ist Dienstag. Ein neuer Start nachdem es mit den Guides in den vergangenen Tagen doch kräftiger geknirscht hat.
Der Tag im Überlick: 
1. TG, Veyva Corner: Rifftauchgang, viel Schwarmfisch, kurz ein Oktopuss, der ein oder andere Hai aus der Ferne.

2. TG, Vanhuravalhi Kandu : Erneut tauchen  zehn Adlerrochen auf, aber wieder nen Tick zu spät für mich. Ein Schwarm Barracudas, ein Schwarm Jacks auf 35m, Schwarm kleiner Jacks aufwärts des Riffs. Dann wieder ein Schwarm junger Barracudas am Riff, graue Riffhaie im tiefen Blau bei sehr guter Sicht, sehr interessiert und nah.

3. TG, Fotheyo: Landschaftlich schön mit vielen Weich- und Hartkorallen, viel Riffleben und viel Fisch. 2x Napoleon. Moderate auslaufende Strömung daher schlechtere Sicht, aber die Sonne im Rücken.

10. Tauchtag:
Es geht nochmal früh los. 5:30 für Hammerhai! An Fotheyo verbringen wir 20 Min erfolglos im Blau. Zurück am Riff herrscht dort gute Sicht, viel Fisch an der Riffkante. So positionieren wir uns an einer passenden Kante und schauen dem Treiber zu. Alle Jäger vorhanden und aufgrund der frühen Uhrzeit lassen sich auch eine Jagdszenen der Grauhaie und Makrelen bestaunen.

Golden Wall, 2. TG: Die "golden Wall" macht für uns nicht ihrem Naman alle Ehre, denn wir springen so, dass Sie im Schatten liegt. Naja. Also hoch auf 5m, dort gibt es Licht. Und dazu viel Schwarmfisch, Doktorenfische, Füssiliere, eine fressende Schildkröte und austauchen können wir direkt auf dem 3m flachen Riffdach. 



Alimatha Jetty, 3. TG: Der Nachttauchgang verspricht nochmal ein Highlight zu werden. Alimatha ist eine italienische Insel, seit über zehn Jahren findet eine Fütterung am Jetty statt. Daraus ergab sich die größte Ammenhaipopulation vermutlich im kompletten Atoll, wenn nicht im ganzen Indischen Ozean. Und zusätzlich viele Rochen, hauptsächlich Blotched und Whiptails.
Mittlerweile wird schon nur noch sehr unregelmäßig gefüttert, während unseres Aufenthaltes dort überhaupt nicht. Und dennoch sind Sie alle so einfach da. 
Es bietet sich ein eindrucksvolles Naturschauspiel. Und schaltet man mal das Licht aus, so erblickt das Auge draußen vor dem Riff, erhellt durch das Licht des Vollmondes, tatsächlich eine imposante Population an Ammenhaien die sich dort in der Strömung wiegen. Und immer wieder kommt der ein oder andere eingeflogen um dich näher zu begutachten. Dazu Netzmuräne, Oktopus, Drachenkopf, das restliche Riff ist ebenfalls intakt. Aber auch recht starke Strömung und massig Schwebeteilchen in der Luft. Wer dort filmen will sollte sich am besten von seinem Buddy Licht geben lassen oder lange Teleskoparme mitbringen. Mit bis zu 24m war der Tauchgang auch erneut ziemlich tief und die Luft hielt nur knapp die angepeilte Stunde.

11. Tauchtag:
Der drittletzte Tauchtag. Wir starten am Alimatha Kandu, schauen also was Ammenhai & Co. während des Tages so machen. Recht gute Sicht bei noch dämmrigen Licht. An der Strömungskante hängen viele Füssiliere, Schnapper, Doktorenfische, viele Netzmuränen. 
Ein Adlerrochen kommt von hinten vorbeigeschneit. Später auch nochmal im Blau. Viele Weißspitzen- und graue Riffhaie die immer mal wieder recht nah ran- oder überfliegen. Tunas und Jacks jagen ebenfalls, beim austauchen verpassen wir leider das Alimatha Riff bei Tag. Von den Ammenhaien und viele Rochen fehlt also jede Spur, dafür hat sich das restliche Riff aber redlichst bemüht!






Es folgen zwei Tauchgänge am Miyaru Kandu.Denn dieser Platz hat es in sich und zeigt sich uns von seiner besten Seite. An der Riffkante auf 30m hängen wir uns ein und die grauen Riffhaie ziehen in großer Zahl von links nach rechts und wieder von rechts nach links. Die Jacks, und das ganze sonstige Fischzeug wird verdrängt. Wir sehen wir die Haie wie wir Sie uns gewünscht hatten :) Zweimal!


12. Tauchtag:

Am Kandooma Thila starten wir in den Tag. Und dieser Platz bringt mir persönlich ein weiteres Highlight. Denn hier bin endlich am richtigen Fleck vor meine Adlerrochen. 20 Stück, Vollformat, Dankeschön!

Für den zweiten Tauchgang am Guraidhoo Corner
fehlt mir gänzlich die Erinnerung, lassen wir das als Bewertung mal so stehen. 
Und abgeschlossen wird der Tag am Kuda Giri Wrack an dem es einiges Kleinzeug zu finden gab, aber solch erhoffte Raritäten wie Angler- oder Schaukelfische bleiben uns weiterhin verwehrt. Da es das einzige Wrack auf der zweiwöchigen Tour gewesen ist war es ok. Ein Manta-Shrimp war ganz nett.   

13. Tauchtag:
Wir schließen unsere Tauchsafari mit einem Tauchgang am Embudu Express ab.
Von der "Unterwasser" immerhin unter die Top50-Spots der Welt aufgenommen. Wahrscheinlich weil er am unmittelbarsten zu Male liegt. Oder er steht stellvertretend für alle Kanäle auf den Malediven. Denn bei uns waren die Haie irgendwo anders. Dennoch, ein Adlerrochen, ein Schwarm Jacks, dann doch 2-3 graue aus der Ferne und zwei gepunktete Stachelrochen nebst einer Baby-Schildkröte machen den Tauchgang rund. 


 
Den Abschluss an den Laguna Caves brauchen wir hingegen wieder nicht weiter auszubreiten. Nett ausgetaucht.


Fazit:
Insgesamt ist die M/V Virgo für mich etwas gesichtslos und ohne durchdachte Strategie gewesen und speziell bei unserer Tour hat es auch Probleme mit den Guides gegeben. Sowohl die Kommunikation, die Tauchplatzauswahl als auch die Kenntnis der Tauchplätze war nicht ideal. Sehr wahrscheinlich würde ich beim nächsten Mal ein anderes Boot auf den Malediven wählen. Schade eigentlich, denn das Potenzial hat dieses Schiff allemal. Es fehlt jemand der das Boot komplett mit Herz durchdenkt. Denn es ist definitiv geräumig und mit sehr großen und auch komfortablen Kabinen ausgestattet. Aufgetretene Defekte und Mängel sind alle umgehend behoben worden. Es gab einen großen Salon aber leider kein Schattendeck. Man musste wählen zwischen Sonne oder klimatisiertem Innen-Salon. Auf dem Sonnendeck waren auch nur sehr wenige Liegen und diese teilweise kaputt. Man war auf den Malediven und hat meißt nur im Salon oder in der Kabine gehockt weil es draußen nichts gab und es in der Sonne schlicht zu heiß war.
Die Crew ist sehr hilfsbereit und freundlich gewesen und eher zurückhaltend, alles blieb eher sehr distanziert. Da der tiefe Süden nicht oft gemacht wird kann man leider auch nicht sagen, dass die Guides sich gut auskannten, zumal der erfahrenere Guide auch noch für ca. 1 Woche ausgefallen ist. Sicherheitsmäßig gab es absolut nichts zu bemängeln, da war alles top. Essen war ebenso top!
Und das Fazit unter Wasser?
Hängt ein bisschen von der Taucherfahrung ab. Wer bereits Galapagos, Cocos, Socorro oder eines der wenigen noch verbliebenen Großfischreviere mehrmals betaucht hat wird vermutlich leicht enttäuscht. Wer auf den Malediven oder an anderen Plätzen mal 1-2 Haie gesehen hat der wird positiv überrascht sein. Noch dazu gibt es nach allem was ich so höre auch eine große Glückskomponente und manche Touren sind top und manche eher nicht. Wir waren nicht vom Glück verfolgt und trotzdem gab es tolle Szenen unter Wasser wie z.B. die Delfine an Boadhoo Fushi.
 


In diesem Sinne, allzeit gut Luft! 
























Das Beste kommt zum Schluss! Der Film: 












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